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Mittwoch, 23. Mai 2012
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Mit Haut und Haar genießen

Pfirsich und Nektarine

Da könnte die Orange doch eigentlich neidisch werden: Während ihre Haut besonders beim weiblichen Geschlecht verpönt ist, wünscht sich dagegen jede Frau eine samtweiche Pfirsichhaut.
 Doch nicht nur das Äußere des (sehr fein behaarten) Pfirsichs ist anziehend. Auch sein Geschmack verlockt. Der saftige Pfirsich schmeckt, genau wie seine glatte „Verwandte“, die Nektarine, herrlich nach Sommer. Beide Steinobstsorten sind gesund und lassen sich toll mit leichten Sommergerichten oder Eisspeisen und Desserts kombinieren.
Die Einfuhr von Pfirsichen erfolgt fast das ganze Jahr über – mit einem Schwerpunkt von Juni bis September – hauptsächlich aus Italien, aber auch aus Griechenland, Spanien und Frankreich. Bei uns gedeihen Pfirsiche nur, wenn das Klima wirklich mild ist – aber es lohnt sich, auf die ausgereiften Früchte aus heimischem Anbau zu warten. Sie besitzen ein unvergleichliches Aroma und sind mit der Importware einfach nicht zu vergleichen.
Der Pfirsich gilt als typisches „Anti-Stress-Obst“: Er macht Sie fit, frisch und vital. Der hohe Anteil von Vitamin B 3 in Verbindung mit Magnesium, Selen und Zink verbessert Ihre Stimmungslage und befreit von ängstlicher Unruhe, depressiven Stimmungen und Nervosität. Er ist reich an Calcium, Phosphor, Kalium und Eisen wie auch an Provitamin A (Carotin) sowie Vitamin B 1, B 2 und C. Außerdem wirkt er harntreibend und leicht abführend. Aber Achtung: Der Kern des Pfirsichs enthält Blausäure bzw. Substanzen, aus denen im Körper Blausäure entsteht. Besonders für kleine Kinder sollten die Pfirsichkerne deshalb sorgfältig entfernt werden!

Gestatten: Nektarine, die Glatte.

Die Nektarine ist eigentlich nichts anderes als ein glatthäutiger Pfirsich, obwohl es zugegebenermaßen über ihre Entstehung widersprüchliche Theorien gibt. Einerseits heißt es, sie wäre eine Mutante des Pfirsichs, andererseits soll sie eine Kreuzung aus Pfirsich und Pflaume sein, woraus sich zumindest ihre glatte Schale erklären ließe.
Aber egal: Diese unbehaarte Frucht schmeckt einfach lecker. Und weil sie etwas festeres Fruchtfleisch als der Pfirsich besitzt, lässt sich der Stein gut herauslösen.
Der immer stärker zunehmende Anbau von Nektarinen wird hauptsächlich in Italien, Frankreich, Spanien, Griechenland, USA, Chile und Südafrika betrieben. Spanien liefert die ersten Nektarinen der Saison bereits Ende  April.
In Italien blühen die Nektarinen Ende März, die ersten Früchte können dann Ende Juni geerntet werden. Bis Mitte September sind die europäischen Sorten im Handel erhältlich. Aus Übersee erreichen uns Nektarinen aus Chile oder Südafrika für das Winterhalbjahr, aber leider zu weitaus höheren Preisen.
Nektarinen werden ausschließlich für den Frischverzehr angebaut, denn beim Einkochen entwickeln sie nicht die gleichen Qualitäten wie der samtig süße Pfirsich. Genau wie der Pfirsich wirkt die Nektarine entschlackend und blutreinigend und fördert die Blutzirkulation.

Gut gelagert, gut zubereitet

Pfirsiche und Nektarinen sind sehr stoß- und druckempfindliche Früchte. Ein Großteil der Ware wird leider hart und grünreif geerntet, damit er maschinell sortiert und gebürstet werden kann und den Transport übersteht. Solche Ware reift nicht völlig nach und erreicht daher auch nicht das volle Aroma. Bevorzugen sollte man deshalb beinahe vollreif geerntete Früchte, denn nur sie schmecken wirklich gut und sind saftig und süß.
Beim Transport ist unbedingt darauf zu achten, dass die Früchte nicht gedrückt werden, also am besten lose ganz oben in den Korb bzw. die Einkaufs­tüte legen. Vollreife und weiche Früchte am besten mit der Schale in das unterste Fach des Kühlschranks stellen. Dort halten sie sich ca. 2 – 3 Tage. Es empfiehlt sich, sie 1 – 2 Stunden vor dem Verzehr aus dem Kühlschrank zu nehmen, denn bei Raumtemperatur schmecken diese Steinobstsorten am aromatischsten.
Etwas festere Früchte sollten dagegen besser bei Zimmertemperatur in einer flachen Schale lagern. So halten sie sich ca. 3 – 4 Tage.
Pfirsiche und Nektarinen nicht vor der Lagerung, sondern immer erst kurz vor dem Verzehr waschen. Durch das Waschen entsteht zu viel Feuchtigkeit und diese lässt gelagerte Früchte schneller faulen und verderben.
Pfirsiche sind – genau wie Nektarinen – hervorragend zum Rohverzehr geeignet und schmecken toll in Desserts, Obstsalaten, Kuchen und Torten. Aber auch Eis, Sorbet, Kompott, Konfitüre und Bowle wird durch sie zu einem kleinen Geschmackserlebnis!

Wussten Sie, warum …

… das Eiscreme-Dessert „Pfirsich Melba“ so heißt, wie es heißt? Wir sagen’s Ihnen: Den Namen „Pfirsich Melba“ verdankt dieses klassische Dessert Nelly Melba, einer australischen Operndiva, die Ende des 19. Jahrhunderts der Star der Pariser Oper war. Ein ebenso großer Star war auch Escoffier, der berühmte Koch des Ritz. Nachdem er 1892 eine ihrer Vorstellungen in der Oper besucht hatte, war er so von ihr begeistert, dass er dieses Dessert bei ihrem nächsten Restaurantbesuch unter ihrem Namen servierte. Außerdem schuf Escoffier einen Melba-Toast – da war die Sängerin gerade auf Diät …

chris

Fotos: convenience-guide food studio