Artikel dieser Ausgabe aus Essen & Trinken
Meine Gesundheitsapotheke
„Kohltur“ wird hier groß geschrieben
Vom 16. bis zum 21. September finden die Dithmarscher Kohltage statt.
Der traditionelle Kohlanschnitt erfolgt in diesem Jahr um 10.30 Uhr auf dem Bauernhof von Björn Göser am Kronprinzenkoog.
Die Ära Kohl sei vorbei, heißt es. Doch das stimmt nicht. Nicht mal ansatzweise, wie man bei einem Blick auf die nackten Zahlen feststellen kann. In einem Landstrich Deutschlands ist „König Kohl“ immer noch vorherrschend: Hier sprießen 80 Millionen dieser „genialen“ Köpfe in Deutschlands sogenannter Kohlkammer Jahr für Jahr aus dem Boden.
Infolgedessen hat man im Dithmarscher Land eine Feierlichkeit ins Leben gerufen, die der Vitaminbombe aus gutem Grund Rechnung trägt und die in diesem Jahr zum 22. Mal begangen wird. Und so wie man in süddeutschen Gefilden seine Weinfeste feiert, so zelebriert man im hohen Norden eben seine Kohlparty. Mit einem Programm aus Unterhaltung, Aktivität und Schlemmerei, das es in sich hat.
Pro Gramm zu genießen
Reichhaltig und gleichzeitig kalorienarm, so wird das Fest begangen, an dem sich die gesamte Region beteiligt. Büsum, Brunsbüttel, Marne, Meldorf Friedrichs-koog, Wöhrden, Lunden und Wesselburen sind die Gemeinden, in denen sich das bunte Treiben abspielt. Kunsthandwerkermärkte, Tombolas, Auftritte von Shanty-Chören, Skat-Turniere, Kohlbrotbackkurse, Führungen und Schaukochen sind nur einige der Veranstaltungen, die den urig-heimeligen Tenor der Veranstaltung auffangen und widerspiegeln.
„Gesundheitsminister“ Kohl
Was bietet Kohl? Gute Frage! Zunächst einmal ist er rund und appetitlich. Viel wichtiger aber: Er trifft „das hohe C“. Sein Vitamin-C-Gehalt ist fast ebenso hoch wie der von Zitrusfrüchten. Nervenstärke fließt durch seine chlorophyllhaltigen Adern. Vitamin B, Kalium, Kalzium und Natrium sind in Hülle und Fülle vorhanden. Seine Ballaststoffe helfen, den Blutcholesterinspiegel niedrig zu halten. Und schließlich bekommt bei ihm „jeder kein Fett weg“. Auf 100 Gramm Weißkohl entfallen nicht mehr als 25 Kalorien.
Und wenn Sie den Wunsch haben, während dieser Tage in Ruhe einzukehren, dann liegt Ihnen der Grund dafür vermutlich bereits auf der Zunge. Drei-Taler-Gerichte (5 Euro) und Heiermanngerichte (2,50 Euro) in den besonders gekennzeichneten Gaststätten tragen dazu bei, die ganze Angelegenheit noch schmackhafter zu machen. Stars der lukullischen Genüsse sind selbstverständlich die verschiedenen Kohlsorten. Angerichtet mit Fisch, Krabben, Fleisch, Wild und anderen Dithmarscher Spezialitäten stellen sie ihr geschmackliches Spektrum unter Beweis.
Kohl wurde nicht an einem Tag geerntet
Begonnen hat alles mit dem Wesselburener Gärtner Eduard Laß, der 1889 den Grundstein für die Kohlzucht in der Region legte. Und hier in Wesselburen steht auch das „Kohlosseum“. Eine stillgelegte Sauerkrautfabrik dient als Kulisse für ein Museum, das auf 500 Quadratmetern Fläche Wissenswertes zum Thema bereithält.
Zahlreiche Ausstellungsstücke wie zum Beispiel alte Kohlpflanzmaschinen, Ackergeräte, Landmaschinen und historische Bilder vermitteln die große Bedeutung des Kohls für die Region und seinen Einfluss auf sie. Aber mehr noch als eine Kette zahlreicher Exponate bietet das Kohlosseum auch einen Ort der Interaktion. In der integrierten „Krautwerkstatt“!
Lebensmitteltechniker Hubert Nickels, seit Jahrzehnten erfahrener „Krautmeister“, führt vor, wie man Weißkohl putzt, schnitzelt, salzt, stampft und wie dieser schließlich in einem atmenden Spezialkessel vergoren wird. Und, ohne Sie zu verkohlen: Das Ergebnis dieses besonderen Sauerkrautherstellungsverfahrens darf vor Ort gern probiert werden. ath
Weitere Infos unter www.kohltage-dithmarschen.de





