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Mittwoch, 23. Mai 2012
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Kohlossal

Kohl aus Dithmarschen

Rund 80 Millionen Kohlköpfe im Wert von gut 25 Millionen Euro werden jedes Jahr im Kreis Dithmarschen in Schleswig-Holstein geerntet (siehe auch Ausgabe September). Auf rund 2800 Hektar, das entspricht der Gesamtfläche von 2800 Fußballfeldern, werden im größten geschlossenen Kohlanbaugebiet Europas Weißkohl, Rotkohl, Wirsing und Blumenkohl angebaut, wobei Weißkohl fast drei Viertel der gesamten Fläche einnimmt.

Ein Teil der Kohlköpfe wird direkt vom Feld weg vermarktet, entweder in Richtung weiterverarbeitende Industrie oder Zwischenhandel. Der größte Teil wird jedoch vorerst in Kühlhäusern eingelagert.

Die Karriere des Dithmarscher Kohls ist beachtlich: Vom „Arme-Leute-Gericht“ zum beliebten Supergemüse. „Super“ deshalb, weil schon ein Schüsselchen Kohl den Tagesbedarf an Vitamin C und Vitamin K (wichtig für die Blutgerinnung) deckt, dazu kommen reichlich Mineralstoffe, Ballaststoffe und sogenannte bioaktive Inhaltstoffe. 49 unterschiedliche enthält der Weißkohl, darunter die „Senfölglykoside“, die für den typischen Geruch, den Geschmack und die Schärfe verantwortlich sind.

Und doppelt „super“, weil erkannt wurde, dass diese bioaktiven Inhaltsstoffe auch bei äußerer Anwendung Wirkung zeigen, sei es als Kohlwickel oder als Salbe.

Dass Kohl nicht nur satt, sondern auch gesund macht und kulinarisch einiges auf der Pfanne hat, beweisen jedes Jahr im Herbst die „Dithmarscher Kohltage“. Diese Feier – vergleichbar mit den Wein- und Winzerfesten in Süddeutschland – würdigt das runde Feldgemüse, das sich mittlerweile zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor gemausert hat.

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