Artikel dieser Ausgabe aus Essen & Trinken
Meine Gesundheitsapotheke
Knackige Nordlichter
Für Sie geerntet: Äpfel aus dem „Alten Land“
Kennen Sie das Land, wo die Paradiesfrüchte blühen? Es liegt in der Elbmarsch zwischen Hamburg und Stade
Sehr erholsam
Das Alte Land ist gerade in der warmen Jahreszeit eine beliebte Ausflugsregion – und die „Hauptstadt“ Jork immer einen Besuch wert. Schauen Sie also einmal vorbei! Am besten in der ersten Maihälfte, wenn die Obstbäume blühen
einfach bezaubernd!
Das Alte Land wurde in der Wochenzeitung „Die Zeit“ sehr treffend einmal als der „Obstkorb der Nation“ bezeichnet. Jeder dritte Apfel wird in Deutschland hier geerntet.
Rund 77 Prozent der Bäume, die hier im größten in sich geschlossenen Obstanbaugebiet Europas auf einer Fläche von insgesamt 14 300 Hektar angebaut sind, sind Apfelbäume. Kein Wunder, bei der Nachfrage! Laut Statistik werden in Deutschland pro Kopf und Jahr über 30 Kilo von diesen knackigen runden Dingern verputzt.
Frische aus „Olland“
Auch wenn es wahrscheinlich schon in vorchristlicher Zeit besiedelt wurde, heißt das Alte Land nicht „Altes Land“, weil es so unglaublich alt ist. Ganz im Gegenteil, es müsste eigentlich „Neues Land“ heißen! Denn es wurde erst im 12. Jahrhundert urbar gemacht.
Zu diesem Zweck holte der Erzbischof von Bremen Siedler aus den Niederlanden heran, die als Deichbau- und Entwässerungsexperten bei der Landgewinnung halfen. Die Windmühlen und die charakteristischen langgezogenen Reihendörfer im Alten Land erinnern noch heute an diese Zeit.
Das neu entstandene Kulturland wurde nach seinen Schöpfern „Hollandria“ genannt. Oder auf schlicht Plattdeutsch: „Olland“. Da „oll“ auf Platt nun aber auch „alt“ heißen kann, kam es in der hochdeutschen Variante des Namens zu der etwas paradoxen Übersetzung.
Eine internationale Gesellschaft
Unter den Altländer Apfelbäumen trifft man noch heute echte „Hollandri“ an: Der würzige Boskop, der hier kultiviert wird, stammt ursprünglich aus dem Ort Boskoop in Südholland, von wo aus er ab Mitte des 19. Jahrhunderts seinen Siegeszug in Genießerkreisen antrat.
Ungefähr zeitgleich betrat auch der Cox Orange den Speiseplan der Welt, der britischer Herkunft ist – und zunächst in einem Blumentopf heranwuchs.
Ingrid Marie dagegen, das verlockende Früchtchen mit der leuchtend roten Schale, ist eine „gebürtige“ Dänin. Diese Apfelsorte wurde Anfang des 20. Jahrhunderts auf Fünen kreiert.
Ein bodenständiger Norddeutscher ist der Holsteiner Cox, der um 1920 in Eutin in Schleswig Holstein als Variante des Cox Orange gezüchtet wurde.
Gesund sind sie alle!
“One apple a day keeps the doctor away“, sagt man in England. Ein Apfel täglich macht jeden Arzt entbehrlich. Das trifft nicht nur auf noble Briten wie den Cox Orange zu, sondern auch auf den „Schönen von Boskoop“ und alle anderen Apfelkollegen. Vorausgesetzt allerdings, man verzehrt sie gut gewaschen, aber ungeschält, denn die Mehrzahl der wertvollen Vitamine sitzt direkt unter der Schale.
Wegen der in Norddeutschland eher geringen Sonneneinstrahlung ist die Schale der Äpfel aus dem Alten Land angenehm dünn. Also: Beißen Sie frohgemut in Ihren Liebling hinein! Sei es nun ein Cox, ein Boskop, ein Ingrid Marie oder vielleicht ja auch ein Elstar oder Jonagold?mimu
Inhaltsstoffe von Äpfeln in 100 g verzehrbarem Anteil (Mittelwerte, veränderlich je nach Reife und Sorte):
Wasser 85 g
Kohlenhydrate 10 – 13 g
Eiweiß 0,3 – 1 g
Fett 0,5 g
Vitamin C 12 mg
Kalium 100 – 135 mg
Kalzium 8 mg
Magnesium 6 mg
Natrium 4 mg
Energie/Brennwert 230 kJ bzw. 55 kcal
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