Artikel dieser Ausgabe aus Essen & Trinken
Meine Gesundheitsapotheke
Klein und fein
Für Sie geerntet: Klementinen
Warum auf den bunten Teller zu Weihnachten warten? Die Klementinen-Saison hat begonnen!
Inhaltsstoffe in 100 g verzehrbarem Anteil (Mittelwerte):
Wasser 86,7 g
Kohlenhydrate 10 g
Eiweiß 0,7 g
Fett 0,3 g
Ballaststoffe 1 g
Mineralstoffe 0,7 g
Vitamin C 30 mg
Vitamin B1 0,06 mg
Vitamin B2 0,03 mg
Nikotinamid 0,2 mg
Energie/Brennwert 195 – 200 kJ bzw. 46 – 48 kcal
Jetzt, wenn es draußen immer kälter und dunkler wird und sich eine gewisse Winterschläfrigkeit breit machen will, sind Klementinen und andere Zitrusfrüchte ein wahres Lebenselixier. Sie stärken unsere Abwehrkräfte gegen die nun zuhauf umherschwirrenden Erkältungsviren und versorgen uns mit einem kräftigen Vitamin-C-Stoß, der rasch wieder fit und munter macht.
Klein und handlich, wie sie sind, eignen sich Klementinen bestens zum Mitnehmen in die Schule oder ins Büro. Gerade bei Kindern kommt dieser erfrischende und gesunde Pausensnack gut an: Er lässt sich leicht schälen, ist fast kernlos, schmeckt mild und süß – und hat obendrein auch noch ein sympathisches „Puppenapfelsinen“-Format!
Sanftmut auf der Zunge
„Clementine“, der weibliche Vorname, der viele Menschen sofort an eine gewisse Waschpulverspezialistin aus dem Werbefernsehen der 1970er Jahre denken lässt, geht auf den lateinischen Namen „Clementia“ zurück. Das bedeutet so viel wie „die Sanftmütige, die Milde“ – und passt damit ausgezeichnet zu dem Geschmackserlebnis, den das namensverwandte Früchtchen für uns bereithält.
Tatsächlich aber wurden die Klementinen nach dem französischen Mönch Père Clément Rodier (1829 – 1904) benannt, der sie um 1900 im Garten eines von ihm betreuten Waisenhauses in Algerien entdeckt haben soll. Mitte der 1930er Jahre wurden die Früchte dann erstmals in Paris auf den Märkten angeboten.
Mutter: Mandarine – Vater: ?
Klementinen gelten als Unterart der Mandarinen und sind damit enge Verwandte einer schon im alten China hoch geschätzten Frucht. Deren Genuss war damals jedoch ausschließlich dem Kaiser und seinen Mandarinen, also den höchsten Beamten des Landes, vorbehalten.
Darüber aber, wie aus der Linie der Mandarinen die Linie der Klementinen hervorging, streiten sich die Gelehrten ein wenig. Die einen vermuten eine Kreuzung der Mandarine mit der Pomeranze, während andere eher die Orange oder die Bitterorange in der Ahnengalerie erkennen wollen. Wieder andere tippen schlicht auf eine Mandarinenmutation, die sich durch ihre Kernlosigkeit auszeichnet.
Zahlreiche Kreuzungen ließen Mutter Mandarines Familie stetig weiterwachsen; neben Klementinen gehören auch Satsumas und Tangerinen, Tangelos und Minneolas dazu. Und einen schicken neuen Familiennamen hat man sich inzwischen auch zugelegt: Diese Gruppe von Zitrusfrüchten wird häufig auch als „Easy Peeler“ (engl. easy = leicht, einfach; to peel = schälen) bezeichnet, weil sie sich allesamt sehr leicht von der Schale befreien lassen.
Die besonders süße und praktisch kernlose Klementine ist die beliebteste Mandarinensorte. Sie hat (wie Töchter halt so sind!) Mutter Mandarine mehr und mehr vom Markt verdrängt.
Frisch, aber nicht frostig!
Während Mandarinen nach ein- bis zweiwöchiger Lagerung austrocknen und ihren Geschmack verlieren, halten sich Klementinen bis zu zwei Monate lang frisch. Sie vertragen jedoch keine Kälte und müssen unbedingt vor Frost geschützt werden.
mimu




