Artikel Essen & Trinken im Detail

 
Sie sind hier: Essen & Trinken / Artikel
Mittwoch, 23. Mai 2012
...

Klein, aber fein

Für Sie geerntet: Rosenkohl

Neben vielen wertvollen Vitaminen, Mineralien und Ballaststoffen, die sich günstig auf Immunsystem, Verdauung, Cholesterin- und
Blutzuckerspiegel auswirken, enthält Rosenkohl auch Thiamin und Folsäure, die die Konzentrationsfähigkeit erhöhen und beruhigend bei starker nervlicher Belastung wirken. Die Bitterstoffe in den Röschen sollen zudem eine krebshemmende Wirkung haben.

Ähnlich wie Rotkohl zählt auch Rosenkohl zu den  „etwas vornehmeren“ Gemüsen, die gern als Beilage zum festlichen Braten serviert werden. Doch auch im deftigen Eintopf oder als Zutat zu Aufläufen, Quiches oder Salaten lässt er die Geschmacksknospen voll erblühen.

Beliebt ist Rosenkohl nicht nur wegen seines charakteristisch herb-würzigen Aromas, sondern auch wegen seiner originellen Form: Die nur walnussgroßen Röschen sehen in etwa so aus wie Kohlköpfe für die Puppenstube.
Auf dem freien Feld wachsen sie dicht gedrängt an bis zu einem Meter hohen Stängeln heran. Die Ernte ist sehr arbeitsintensiv, denn jedes einzelne Röschen will von Hand gepflückt werden.

„Frostbeulen“ schmecken am besten

Rosenkohl ist ein echtes Wintergemüse. Er schmeckt, genau wie Grünkohl, am besten, wenn er vor der Ernte dem Frost ausgesetzt war. Und genau wie beim natürlichen Frost wird seine Zellstruktur auch beim Einfrieren noch zarter, lockerer und leichter verdaulich.
Die Haupterntezeit liegt im November und Dezember, frühe Sorten sind jedoch bereits im August oder September reif, und in manchen Regionen kann bis März oder April geerntet werden.

So blühen die Röschen köstlich auf

Ob die Röschenblätter hell- oder dunkelgrün sind, hängt vom Erntezeitpunkt ab und sagt daher nichts über die Frische aus. Achten Sie beim Einkauf jedoch darauf, dass die Röschen druckfest und noch geschlossen sind – denn aus gelblichen oder geöffneten Kohlknospen sind die meisten Vitamine schon entwichen. Oft bedeckt eine dünne blaugraue Wachsschicht die kleinen Kohlkugeln. Diese ist ganz natürlich und kann einfach abgewaschen werden.
Frischer Rosenkohl sollte möglichst schnell verarbeitet werden. Im Gemüsefach des Kühlschranks hält er sich maximal vier Tage, danach wird er bitter.
Üblicherweise werden die Röschen in Salzwasser gedünstet. Noch schmackhafter geraten sie in Gemüse­brühe. Um wertvolle Inhaltsstoffe zu erhalten und knackige Röschen zu genießen, sollte man sie nur rund 15 Minuten in wenig Flüssigkeit garen. Schneller und gleichmäßiger geht es, wenn die Strunk-Enden vorher kreuzweise eingeschnitten werden. Klassischerweise schwenkt man Rosenkohl nach dem Kochen in Butter und würzt ihn mit Pfeffer, Salz und Muskat. Kombiniert mit angebratenen Zwiebeln und Speck, Pfifferlingen und Steinpilzen, mit Käse überbacken, in Bechamelsauce oder Sahne lassen sich jedoch immer neue aparte Varianten erzielen – und als Krönung der weihnachtlichen Festtagsbeilage empfiehlt sich ein Duett von Rosenkohl und karamellisierten Maronen.

Der Brüsseler Spitzenkohl

Nicht nur wegen seiner niedlichen Puppenstubengröße ist der Rosenkohl ein ziemlich „junges Gemüse“: Erst im 19. Jahrhundert wurden die ersten Röschen in der Umgebung von Brüssel kultiviert – und erfreuten sich schon bald darauf in ganz Europa großer Beliebtheit. In Frankreich („chou de Bruxelles“) oder England („Brussel sprouts“) wird der Rosenkohl noch heute nach seinem Herkunftsort benannt, und auch bei uns wurde er zunächst als „Brüsseler Kohl“ oder „Brüsseler Sprossen“ bezeichnet.

Inhaltsstoffe in 100 g verzehrbarem Anteil (Mittelwerte):

Wasser 85 g
Kohlenhydrate 3,3 – 9 g
Eiweiß 0 – 4,5 g
Fett 0 – 0,3 g
Ballaststoffe ca. 4,4 g
Vitamin C 80 – 112 mg
Vitamin A 0,05 mg
Vitamin B1 0,1 mg
Vitamin B2 0,15 mg
Vitamin E 1,1 mg
Kalium 390 mg
Phosphor 84 mg
Kalzium 31 mg
Magnesium 22 mg
Natrium 9 mg
Eisen 1,1 mg
Energie/Brennwert 146 – 158 kJ bzw. 35 – 38 kcal 

mimu

Fotos: convenience-guide food studio