Artikel dieser Ausgabe aus Essen & Trinken
Meine Gesundheitsapotheke
Klare Sache
Mehr als ein Durstlöscher: Mineralwasser, Quellwasser und Heilwasser.
Ob »Selter« oder »saurer Sprudel« – Mineralwasser ist angesagt. Fast 140 Liter wurden im vergangenen Jahr pro Kopf getrunken, so viel wie nie zuvor.
Und auch das Angebot ist verführerisch, der Durstige kann aus ein paar Hundert verschiedenen Sorten wählen. Doch Wasser ist nicht gleich Wasser. Mineralwasser, Quellwasser oder Heilwasser? Optisch unterscheiden sie sich meist nur durch die Verpackung, aber es kommt (vor allem) auf den Inhalt an.
Leitungswasser
Nur zu etwa einem Drittel kommt Leitungswasser aus dem Boden, der Rest kommt aus Seen, Talsperren oder Flüssen. Den Vorschriften entsprechend (es gelten die Richtlinien der Trinkwasserverordnung) darf es mit einer ganzen Reihe Chemikalien aufbereitet werden.
Tafelwasser
Man nehme ganz gewöhnliches Trinkwasser (also Leitungswasser), gebe Mineralstoffe, Kohlensäure oder vielleicht sogar etwas Quellwasser dazu – fertig! Tafelwasser wird also künstlich hergestellt, kommt nicht aus einer natürlichen Quelle und ist kein reines Naturprodukt. Der Anteil natürlicher Mineralstoffe ist entsprechend niedrig. In Sachen Lagerung gibt es keine Vorschriften, es darf in Kanistern, Schläuchen oder Fässern gelagert werden.
Quellwasser
Aus unterirdischen Wasservorkommen stammt das Quellwasser, das auch noch direkt vor Ort abgefüllt wird. In Sachen Qualität muss es zwar in seiner Zusammensetzung allen Ansprüchen genügen, die auch für Trinkwasser vorgeschrieben sind – eine amtliche Anerkennung erhält es jedoch nicht.
Mineralwasser
Steht auf dem Flaschenetikett »Natürliches Mineralwasser« kann man sich sicher sein, dass es sich um ein reines Naturprodukt handelt, welches noch an der Quelle in bestimmte Flaschen abgefüllt wird. Die Zugabe von Mineralstoffen ist verboten, lediglich Kohlensäure darf hinzukommen und überschüssiges Eisen entfernt werden. Zu viel Eisen ist zwar nicht gesundheitsschädlich, aber das Wasser wird leicht rostbraun und der Geschmack ist unangenehm metallisch. Wurde Eisen entfernt, muss auf dem Etikett »enteisend« stehen.
Auch sonst sind die Kontrollen streng. Als einziges Lebensmittel in Deutschland muss es amtlich zugelassen und vom Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit bekannt gemacht werden. Auch während der Nutzung werden die Mineralquellen ständig, das heißt mindestens ein Mal am Tag von unabhängigen Instituten untersucht. Dabei geht es um gesundheitsbedenkliche Stoffe und die Mineralienzusammensetzung, die sich ändern kann.
Heilwasser
Ebenfalls aus dem Inneren der Erde kommt das Heilwasser; es wird direkt vor Ort in für den Verbraucher bestimmte Flaschen abgefüllt. Es sind dabei auf jeden Fall alle Anforderungen zu erfüllen, die auch für Mineralwässer bestimmt sind, darüber hinaus muss es – durch wissenschaftliche Studien belegbar – eine heilende Wirkung haben. Deshalb erfolgt auch die Zulassung nach dem Arzneimittelrecht. Gegen welche Krankheiten es hilft, steht auf dem Etikett, so hilft beispielsweise ein Wasser mit einem hohen Anteil an Natriumhydrogencarbonat (= Natron) bei Sodbrennen und Gastritis, da es die überschüssige Säure im Magen abpuffert.
Mit oder ohne
Es ist zwar nicht jedermanns Geschmack, doch die meisten Mineralwässer kommen in verschiedenen Varianten daher. Mit Kohlensäure, mit wenig Kohlensäure oder sogar ganz
»still«. Die Kohlensäure spielt dabei mehrere Rollen: Einerseits wird die Durchblutung der Magenschleimhaut angeregt, wodurch die Nährstoffe besser aufgenommen werden können. Andererseits ist sie ziemlich wirkungsvoll gegen Bakterien – wodurch Wasser mit Kohlensäure länger haltbar bleibt. Allzu viel »Brizzel« kann jedoch bei empfindlichen Menschen Magenprobleme verursachen.
Ein ganz gelungener Kompromiss ist hingegen ein Wasser mit wenig Kohlensäure: Die Menge an Kohlensäure reicht aus, um den Keimen keine Chance zu geben, und man kann einfach mehr davon trinken – das ist vor allem für Sportler wichtig.
Auch mit Geschmack
Mittlerweile bieten viele Hersteller auch aromatisiertes Wasser an – für all diejenigen, die pures Wasser nicht so gern trinken. Das ist, solange es sich tatsächlich nur um Aroma handelt (Tee oder Frucht), auch zu empfehlen. Heikel wird es, wenn das Wasser zusätzlich mit Zucker angereichert wird, denn dann wird aus dem gesunden Getränk schnell eine Kalorienbombe.
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