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Mittwoch, 23. Mai 2012
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Jetzt wird’s bunt!

Für Sie geerntet: Paprika

Rote Paprika haben den höchsten Vitamin-C-Gehalt.

Sie werden darin nur von unbehandelten frischen Hagebutten übertroffen – die sich allerdings längst nicht so vielseitig auf den Speiseplan setzen lassen!

Grün, gelb oder rot – die klassischen Farben der Paprika-Palette ergeben sich je nach dem Reifegrad der Früchte zum Zeitpunkt der Ernte, die, dem allgemeinen Sprachgebrauch zum Trotz, streng genommen keine „Schoten“, sondern Beeren sind. Doch da (vor allem in den Niederlanden) fleißig immer neue Sorten gezüchtet werden, trifft man die Paprika zunehmend oft auch orange, violett oder weißlich an.

Die Geschmacksampel

Je nach Farbe gibt es feine Unterschiede im Geschmack. Rote Tomatenpaprika und gelbe Paprika schmecken mild und eher süßlich. Die grünen dagegen sind herzhafter und leicht bitter im Geschmack. Mildere Sorten sind besonders gut für den Rohverzehr im Salat oder mit Dip geeignet, bei dem am meisten Vitamin C erhalten bleibt.

Roh oder nur leicht angedünstet entfalten Paprika ihren vollen Gesundheitswert, doch durch Schmoren (z. B. in Tomatensauce), Überbacken (z. B. mit Schafskäse) oder Füllen mit Reis und Hack kann man ihnen immer neue Genüsse entlocken.

Eine vielseitige Familie

Neben den farbenfrohen Gemüsepaprikasorten gehören auch scharfe Gewürzpaprika wie Peperoni oder Chilis zur Paprikafamilie. Und wenn man dann noch die gleichnamigen Varianten im Gewürzregal bedenkt – das Paprikapulver von rosenscharf bis edelsüß, das Chilipulver oder den Cayennepfeffer, die aus getrockneten und gemahlenen Früchten hergestellt werden – dann kommt da wirklich eine sehr weitläufige Verwandtschaft zusammen!

Die Schärfe einer Paprika ist abhängig vom jeweiligen Gehalt an Capsaicin. Dieser Stoff befindet sich überwiegend in den weißen Kernen und Scheidewänden der Frucht, die bei der Zubereitung gemeinsam mit dem Stil entfernt werden.

Capsaicin kann übrigens mehr als würzen. Es wird in der Pharmaindustrie zur Herstellung von schmerzlindernden Präparaten wie ABC-Pflastern verwendet – und hilft, als Hauptbestandteil des so genannten „Pfeffersprays“, auch bei der Selbstverteidigung.

Tropenfrucht statt Puszta-Blüte

Bei uns wurde Paprika erst nach dem zweiten Weltkrieg durch die in Deutschland lebenden Italiener, Türken, Ungarn, Spanier und Griechen populär. Dieser Inbegriff speziell der ungarischen Küche (was wäre Gulasch ohne eine Prise Paprika?) stammt ursprünglich aus dem tropischen Süd- und Mittelamerika, wo ihre Urform, die ca. 1 cm große und sehr scharfe Tepin-Frucht, noch heute wild wächst.

Das Urpaprika kam mit den spanischen Eroberern im 16. Jahrhundert nach Europa, wo es zunächst nur als Zierpflanze und zur Gewürzgewinnung (als „spanischer Pfeffer“) angebaut wurde. Als Gemüse wird Paprika erst seit Anfang des 20. Jahrhunderts kultiviert.

Küchen-Tipps zur Paprika

  • Frische Paprika hält sich bei Zimmertemperatur ca. 2 – 3 Tage, im Kühlschrank gut 1 Woche.
  • Beim Kochen sollten Sie keine säurehaltigen Zusätze wie Wein oder Zitrone verwenden, da sonst die frische Farbe ins Bräunliche umschlägt.
  • Wer die etwas schwer verdauliche Schale nicht gut verträgt, kann sie leicht entfernen, indem er die ganze Frucht in den Backofen oder auf den Grill legt, bis sich die Haut bräunlich färbt und Blasen schlägt. Danach schreckt man die Paprika in Eiswasser oder mit einem feuchten Tuch ab und zieht die Haut vom Stiel zur Spitze ab.

 
Inhaltsstoffe in 100 g verzehrbarem Anteil (Mittelwerte)

Kohlenhydrate 3 – 5 g
Eiweiß 1 g
Fett 0,2 – 0,5 g
Ballaststoffe 2 g
Vitamin C 80 – 150 mg
Magnesium 10 – 20 mg
Kalzium 10 – 15 mg
Kalium 170 – 290 mg
Brennwert 20 – 28 kJ bzw. 85 – 110 kcal


mimu

Fotos: convenience-guide food studio