Artikel dieser Ausgabe aus Essen & Trinken
Meine Gesundheitsapotheke
James, einen Brandy bitte!
Cocktail: „Attempt“
Manchmal braucht es nur ein einziges Wort, um wahre Bilderfluten in den Köpfen auszulösen – bei „Brandy“ sind dies: knisterndes Kaminfeuer, wandhohe Bücherregale aus Mahagoni mit exquisiten Erstausgaben, ein Schaukelstuhl sowie ein Butler, der gerade eben dieses Getränk kredenzt.
Tatsächlich aber hat diese Spirituose nicht in England, sondern in Spanien ihre vermutlich längste Tradition. Die allermeisten Brandy-Erzeugnisse der iberischen Halbinsel kommen aus Andalusien, genauer gesagt aus der Region um Jerez de la Frontera herum. Die Richtlinien (nicht nur dort) schreiben vor, dass dieses Getränk zu wenigstens 50 Prozent aus Branntwein und des Weiteren aus einem Weindestillat bestehen muss.
Letzteres wird in Eichenholzfässern gelagert, wobei die Reifungsdauer je nach Fassgröße zwischen sechs Monaten und einem Jahr liegt. Durch periodische Vermischung solcher Destillate, wie sie das sogenannte Solera-Verfahren in Spanien vorschreibt, werden bestimmte Geschmacksaromen an die nachrückende Brandy-Generation weitergegeben.
Ein guter Brandy kann zu allen Gelegenheiten gereicht werden. Die Südländer trinken ihn gern zum „café solo“, bestimmte Kreise eröffnen oder beschließen damit nach alter Sitte eine Männerrunde (inzwischen vielleicht auch unter Beteiligung des weiblichen Geschlechts) und wiederum andere vervollkommnen damit ihren Cocktail. espa



