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Mittwoch, 23. Mai 2012
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In trauter „Zweitracht“

Für Sie geerntet: Kirschen

Kurz, aber köstlich: die Kirschenzeit. Von Juni bis August haben die Früchte aus unseren Regionen Hochsaison.Am Baum wachsen Kirschen als „Zwillinge“ oder „Drillinge“ heran, die durch einen gemeinsamen Stiel verbunden sind. Und mit Stiel kommen sie dann auch in den Handel, weil sie sonst zu schnell austrocknen würden.

Inhaltsstoffe in 100 g verzehrbarem Anteil (Mittelwerte):

Wasser 78-83 g
Kohlenhydrate 13-16 g
Eiweiß 0,9-1,2 g
Fett 0-1 g
Ballaststoffe 1,3-2,3 g
Vitamin C 7-13 mg
Energie/Brennwert 265-300 kJ bzw. 62-72 kcal


Kinder haben seit jeher viel Spaß daran, die Kirschenzwillinge als lustigen Ohrenschmuck zu tragen oder die Kerne für Weitspuckwettbewerbe einzusetzen. Doch nicht nur ihr natürlicher Hang zur Pärchenbildung, sondern auch ihre oft tiefrote Farbe und ihre an Herzen erinnernde Form machen Kirschen zu einem naturgewachsenen Symbol der Liebe.

Mit Herz genossen

Wie ein fruchtiger Kuss verschwinden sie im Mund und bezirzen die Zunge … Vor allem dann, wenn es sich um Süßkirschen handelt, die einfach so, frisch und pur aus der Hand gegessen oder im Obstsalat eine Köstlichkeit sind. Die herbfruchtigen Kollegen Sauerkirschen dagegen machen uns vor allem dann genusslustig, wenn sie eingekocht oder in Kuchen und Torten verwandelt wurden, in süße Aufläufe, Grütze und Kompott, Pudding und Marmelade oder Konfitüre, Joghurt, Eis oder auch Saft.Zwischen Süß- und Sauerkirschen gibt es zahlreiche Kreuzungen, zu denen zum Beispiel die hellroten bis gelben Glaskirschen gehören.Kirschen gehören zu den nichtklimakterischen Früchten. Sie reifen nach dem Pflücken also nicht mehr nach, sondern werden geerntet, wenn sie ihre Bestform erreicht haben.Wegen ihrer zarten Schale und ihres saftigen Fruchtfleisches sind Kirschen sehr empfindlich und leicht verderblich. Daher sollte man immer nur so viele kaufen, wie man innerhalb von ein bis zwei Tagen verbrauchen oder weiterverarbeiten will. Bis dahin am besten einzeln nebeneinander auf einem Brett oder Tablett abgedeckt im Kühlschrank aufbewahren.

Seit Ewigkeiten verbunden

Urahnin der Kirsche ist die wildwachsende Vogelkirsche, deren Früchte wiederum bereits unsere Urahnen gesammelt und verzehrt haben, wie Kernfunde der Archäologen in den Höhlen der Steinzeitmenschen belegen.Veredelte Süßkirschen wurden schon im 4. Jahrhundert vor Christus im alten Griechenland gezüchtet. Mit den römischen Feldzügen gelangten die kultivierten Früchte des „cerasus“ (lat. „Kirschbaum“) dann ins nördlichere Europa, wo sie in deutschsprachigen Regionen mit der Zeit zur „kirse“ umgetauft wurden.

Gesund und schön

Kirschen versorgen uns mit der für Herz und Kreislauf so wichtigen Folsäure und unterstützen die Erneuerung der Körperzellen – was unter anderem durch eine schönere Haut zum Ausdruck kommt.Mit einem halben Liter Kirschsaft ist der Vitamin-C-Bedarf des Tages gedeckt. Kirschsaft ist auch ein bewährtes Hausmittel bei Fieber und hilfreich bei Muskelkater. Für Linderung bei Verspannungen sorgt aber auch die „Naturwärmflasche“ Kirschkernkissen: getrocknete und in einen Stoffbeutel eingenähte Kirschkerne, die im Backofen oder in der Mikrowelle erhitzt werden.

Kirschkernkunststücke
Im Grünen Gewölbe in Dresden kann man einen Ohrschmuck aus dem 16. Jahrhundert bewundern, dessen Zentrum ein Kirschkern bildet. In diesen wurden unter der Lupe Gesichter hineingeschnitzt. Es sind 113 davon zu erkennen, doch es sollen sogar 185 sein.

mimu

Fotos: convenience-guide food studio