Artikel dieser Ausgabe aus Essen & Trinken
Meine Gesundheitsapotheke
Hoch die Pflaumen!
Für Sie geerntet: Pflaumen/Zwetschgen
Köstlich – nicht nur auf dem Kuchen: Von Juli bis September ist Pflaumensaison. Pflaume oder Zwetschge – regional auch „Zwetsche“, „Zwetschke“ oder „Quetsche“, „Plummen“ oder „Prammen“ genannt –, ist das alles ein und dasselbe? Nicht ganz!
Offiziell gilt die Zwetschge als eine Unterart der Pflaumenfamilie, die insgesamt stolze 2000 Sortenmitglieder umfasst. In vielen Regionen Österreichs sieht man die Pflaumen-Zwetschgen-Frage allerdings genau andersherum, denn hier werden alle Arten von Pflaumen als „Zwetschken“ bezeichnet.
Der Unterschied zwischen der Zwetschge und der Pflaume im engeren Sinne liegt vor allem in der Form: Pflaumen sind eher rundlich-oval, Zwetschgen dagegen länglich-oval mit relativ spitz zulaufenden Enden. Der Kern „echter“ Pflaumen lässt sich nicht so leicht vom weichen Fruchtfleisch lösen, und dieses zerfällt beim Kochen auch schneller. Deshalb werden für Pflaumenkuchen wiederum oft doch lieber Zwetschgen verwendet
Aus dem Bauch heraus
Selbst Experten können beide Sorten nicht immer auseinanderhalten, da sie oft auch miteinander gekreuzt werden. Unabhängig von der Sprachverwirrung rund um die blau- oder rotviolett leuchtenden Fruchteier am spätsommerlichen Baum aber gilt: Pflaumenobst schmeckt nicht nur lecker, sondern hat auch heilende Kräfte.
„Nimm Pflaumen für des Alters morsche Last, denn sie pflegen zu lösen den hart gespannten Bauch“, empfahl der römische Dichter Martial bereits vor rund 2000 Jahren. Pflaumen und Zwetschgen sind vor allem für ihre verdauungsfördernde (abführende) Wirkung bekannt. Wer allzu „durchschlagende“ Erfolge auf diesem Gebiet vermeiden möchte, sollte lieber nicht zu viele Pflaumen auf einmal zu sich nehmen und nicht direkt nach deren Verzehr etwas trinken.
Die Helfer gegen den harten Bauch können aber noch mehr: Sie stärken das Immunsystem, das Nervenkostüm und unsere Widerstandsfähigkeit gegen Stress und Verstimmungen, und ihr Gehalt an natürlichem Fruchtzucker (ca. 10 %), Provitamin A, fast allen B-Vitaminen und vielen wichtigen Mineralstoffen weist sie als gute Energiespender aus.
„Du Pflaume!“
Übrigens: Wenn Sie sich von jemandem „angepflaumt“ fühlen, haben weder Pflaumen noch Zwetschgen Schuld daran. Dieses Wort geht auf den früher mit Pf geschriebenen Flaum zurück, den zarten Federwuchs des Geflügels, für das ein Gerupftwerden bei lebendigem Leib mindestens so unangenehm ist wie Anschnauzen oder Beschimpfungen für uns.
Jetzt frisch vom Baum!
Achten Sie beim Einkauf darauf, dass die Früchte keine grünen Stellen mehr aufweisen. Sie sollten bereits am Baum vollständig zu sattem Blau oder Violett ausgereift sein, da sie nach der Ernte nur noch wenig nachreifen. Der dünne weiße Film, der die Haut überzieht, stellt eine Art Frischesiegel dar, das die Früchte vor dem Austrocknen schützt. Er lässt sich leicht abwaschen oder trocken abreiben.
Übrigens: Weitere Mitglieder der Pflaumenfamilie sind die leuchtend gelben Mirabellen und die Reineclauden.
Inhaltsstoffe in 100 g verzehrbarem Anteil
(Mittelwerte, je nach Sorte):
Wasser 83 – 86 g
Kohlenhydrate 10 g
Eiweiß 0 – 0,6 g
Fett 0 – 0,6 g
Ballaststoffe 1,6 g
Kalium 221 mg
Kalzium 14 mg
Magnesium 10 mg
Energie/Brennwert 180 – 280 kJ
bzw. 43 – 67 kcal
mimu




