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Mittwoch, 23. Mai 2012
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Herrn von Ribbeck sin Früchtchen ...

Für Sie geerntet: Birnen

Birnen zergehen süß und saftig auf der Zunge – und sorgen für Geistesblitze in so manchem Künstlerhirn!

Und kam die goldene Herbsteszeit / und die Birnen leuchteten weit und breit …“, da machte sich ein gewisser Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland daran, die Früchte aus seinem Garten an die Kinder zu verteilen: „Lütt Dirn, / kumm man röwer, / ick hebb ne Birn.“ Und derart spendabel blieb er dann sogar noch vom Grabe aus, weiß ein bekanntes Gedicht von Theodor Fontane zu berichten.

Die Zeit der Birnenernte beginnt je nach Sorte ab Juli und reicht bis in den Winter hinein. Heimische Birnen haben im September Hochsaison. Sie kommen noch hart in den Handel und reifen zu Hause zu weicherer Hochgenussform nach.

Funde belegen,
dass es bereits vor ca. 5000 Jahren Birnbäume gab. Ihre ursprüngliche Heimat ist das Gebiet vom Kaukasus bis Anatolien. Auf dem griechischen Peloponnes gediehen dann die ersten bekannten Kultursorten. Daher trägt diese Region auch den Beinamen „Apia“, was so viel bedeutet wie „Birnenland“.

„Äpfel mit Birnen vergleichen“ – warum nicht?
Gesundheitlich gesehen ist die Birne genauso wertvoll wie der Apfel. Sie weist aber einen etwas höheren Gehalt an Eiweiß und Mineralstoffen und einen geringeren Gehalt an Fett und Fruchtsäuren auf. Das macht sie für säureempfindliche Menschen gut bekömmlich. Wegen ihres großen Kaliumanteils ist die Birne ein echter „Anti-Dickmacher“: Sie baut überflüssiges Körperfett prompt ab und wirkt stark entwässernd.

Nebenbei reguliert sie auch die Darmtätigkeit, wirkt verdauungsfördernd und verhindert die Entstehung unerwünschter Bakterien im Darm. Wegen ihrer guten Eisenwerte wirken Birnen der Blutarmut entgegen, und zusätzlich stabilisiert ihr Phosphorgehalt das Nervenkostüm. Gerade für Schwangere und ältere Menschen ein ideales Stärkungsmittel!

Der hat „was in der Birne“!
„Spannenlanger Hansel, / nudeldicke Dirn, / gehn wir in den Garten, / schütteln wir die Birn’!“ – nicht nur den Volksmund hat dieses Früchtchen zu fröhlichen Reimen angeregt. Speziell der Dichter Theodor Fontane (1819 – 1898) fühlte sich ihm offenbar sehr innig verbunden, denn er setzte ihm zunächst mit dem Roman „Unterm Birnbaum“ und dann mit der Ballade vom „Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland“ literarische Denkmäler.
Karikaturisten dagegen lieben es, prominente Köpfe in Birnen zu verwanden. So erging es zunächst in Frankreich dem „Bürgerkönig“ Louis Philippe, der 1830 – 1848 regierte, und dann bei uns in Deutschland in den 1980ern dem Bundeskanzler Helmut Kohl, der den von der Satirezeitschrift Titanic verliehenen Spitznamen „Birne“ seine gesamte Amtszeit hindurch nicht wieder loswurde. Nett war das natürlich nicht. Schmeichelhafter wäre da schon eher Glühbirne gewesen, was ja allgemein für ein schnell denkendes, hochleistungsfähiges „helles Köpfchen“ steht! mimu

Inhaltsstoffe in 100 g verzehrbarem Anteil (Mittelwerte):
Wasser 83 – 84,3 g
Kohlenhydrate 12,4 g
Eiweiß 0,5 g
Fett 0,3 g
Ballaststoffe 3,3 – 4 g

Vitamin C 5 mg
Kalzium 9 – 10 mg
Magnesium 8 mg
Kalium 126 – 128 mg
Phosphor 13 – 15 mg

Energie/Brennwert 219 – 233 kJ
bzw. 52 – 56 kcal

Fotos: convenience-guide food studio, mcm-Archiv