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Samstag, 04. Februar 2012
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Handverlesen von der Rebe.

Im Spätsommer wachsen einem die Trauben geradezu in den Mund ... Wie werden Sie geerntet?

Zuckersüß oder leicht säuerlich im Geschmack, hellgrün, gelb, rötlich oder schwarzblau in der Farbe, groß und prall oder klein und kernlos – Trauben sind sehr vielseitige Früchtchen!

Als Frischobst oder zu Rosinen und Korinthen getrocknet kann man sie direkt aus der Hand als natürlichen und gesunden Snack genießen – und in flüssiger Form verdanken wir ihnen nicht nur eine Vielfalt von Weiß-, Rosé- oder Rotweinen für die großen Genießer, sondern auch den alkoholfreien »Kinderwein«, den Traubensaft.

Erntezeit! Im großen Stil …
Überwiegend – nämlich zu rund 80 Prozent – wird die weltweite Traubenernte zu Wein verarbeitet. Die Ernte der Trauben bezeichnet man als »Traubenlese« oder »Weinlese«. Das kommt daher, dass das Wort »lesen« in seiner ursprünglichen Bedeutung nicht nur »Buchstaben erkennen und Geschriebenes verstehen« bedeutete, sondern auch: »zusammentragen« beziehungsweise »sammeln«.

Traditionell werden Weintrauben von Hand mit einem Rebmesser vom Stock geschnitten. Dabei entscheidet sich der Kennerblick des versierten Weinlesers schon beim Pflücken für eine gewisse »Auslese« gesunder und optimal gereifter Früchte.

Die Handlese ist jedoch sehr aufwändig, personalintensiv und Kräfte raubend. Daher wählen immer mehr Winzerbetriebe eine maschinelle Alternative, den so genannten Traubenvollernter, der über die in geraden Reihen angeordneten Weinstöcke gelenkt wird und die Trauben durch Rütteln oder Absaugen von den Reben löst.
Der Vollernter ist jedoch kein »Weinleser« im klassischen Sinne, denn er kann ja nur rigoros alles abernten, was da am Weinstock hängt; und die eher ruppig behandelte Ausbeute, die er dann zum Weingut bringt, besteht nicht aus schönen, ganzen Trauben, sondern aus einer recht unappetitlichen Suppe, die von Hand gründlich nachsortiert werden muss.

Bei sorgfältiger Kontrolle kann die maschinelle Ernte zwar durchaus zu Wein von einer Qualität führen, die dem manuell geernteten Wein ebenbürtig ist – doch viele Winzer sind überzeugt, dass nur aus von Hand geernteten Trauben ein wahrhaft »erlesener« Wein gekeltert werden kann.

Tafeltrauben sind immer erlesen!
Was sehr guten Weinen recht ist, ist dem Tafelobst nur billig: Es versteht sich von selbst, dass ein maschineller Vollernter, der die Früchte verletzt und ohne Rücksicht ihre Qualität zusammenwirft, vollkommen ungeeignet für die Ernte von attraktiven Tafeltrauben ist. Zudem werden für den Frischverzehr nur bestimmte Weinsorten ausgewählt, die größer, zartschaliger, weniger kernreich und säureärmer als Keltertrauben sind.

Ähnlich behutsam wie ein Weinleser sollten dann auch wir Konsumenten mit den sensiblen Früchtchen umgehen: Im Einkaufskorb oder in der Obstschale sollten sie immer ganz oben liegen.

Der helle Kondensniederschlag auf den Beeren schützt diese auf natürliche Art. Waschen Sie Trauben daher immer erst kurz vor dem Verzehr – und zwar nie einzeln, sondern am Zweig, denn sonst wird die Haut der Beeren verletzt und das Wasser spült wertvolle
Inhaltsstoffe heraus. mimu

Inhaltsstoffe in 100 g verzehrbarem Anteil (Mittelwerte)

Kohlenhydrate 15 - 16 g
Eiweiß 0,7 g
Fett 0,3 - 0,5 g

Brennwert 286 - 305 kJ bzw. 67 - 73 kcal



Foto: Shutterstock (1)