Artikel dieser Ausgabe aus Essen & Trinken
Meine Gesundheitsapotheke
Grünkohl oder Braunkohl oder Krauskohl ist die friesische, lippische oder Oldenburger Palme!
Grünkohl
Man sagt, was dem Menschen wichtig ist, trägt viele Namen. So zeigt sich bereits an dieser Stelle, welchen Wert der Grünkohl für ihn hat.
Kaum einem Gemüse wird – zumindest im norddeutschen Raum – so viel Begeisterung entgegengebracht wie dem krausen Bodenbewohner. Mancher fiebert bereits in den ersten Zügen des Herbstes dem Frost entgegen, weil sein weißer Schleier die Saison einläutet.
Jedem sein Grünkohl
Zwischen den Regionen kommt es immer wieder zu Streit bezüglich des Kohlnamens, einig ist man sich, wie man ihn angemessen zelebriert. Die Zeit von November bis März gibt Anlass für zahlreiche „Kohlfahrten“, wobei sich Liebhaber vor dem großen Schmaus zu einem ausgedehnten Spaziergang treffen. Ebenso gehört Boßeln zum Ritus: ein Kugelwettwerfen, das weniger unter sportlichen als unterhaltsamen Gesichtspunkten vollzogen wird, kommt doch keine Veranstaltung dieser Art ohne reichlich Korn aus.
Ist es schließlich so weit und es dampft heiß vom Teller, dürfen neben einer Kartoffelbeilage natürlich Kassler, Kochwurst und Schweinebacke nicht fehlen. Und wieder sorgt die köstlich satte Speise für Zwist. Gehört nun Speck dazu? Und ist es mit Zucker delikater?
Die einheimischen Dickköpfe wären sicher besänftigt, wüssten sie, dass der Grünkohl seinen Ursprung im mediterranen Raum hat und bereits vor seinem Einzug in die deutsche Tradition als Delikatesse der römischen Küche gefeiert wurde. eg



