Artikel dieser Ausgabe aus Essen & Trinken
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Greifen Sie zur Feder!
Geflügel – die clevere Alternative
Womit haben unsere gefiederten Freunde das bloß verdient? Das meistgenannte Adjektiv, das im Raume steht, wenn über Geflügel gesprochen wird, ist das Wort „dumm“. Pute, Huhn, Gans – wenigstens herrscht unter den einzelnen Geflügelarten Gleichstellung.
Nur die Ente fällt mit dem Beisatz „lahm“ etwas heraus, obschon auch nicht unbedingt positiv. Dabei hätte das Nahrungsmittel Geflügel durchaus etwas mehr Respekt verdient. Als solches werden all jene Vogelarten eingestuft, die zum menschlichen Verzehr geeignet sind. Unterschieden wird dabei noch mal zwischen Haus- und Wildgeflügel. Zur ersten Kategorie zählen Haushuhn, Truthahn, Ente, Gans und Taube, seit dem letzten Jahrzehnt verstärkt auch Strauß.
Als Wildgeflügel gelten der Fasan, das Reb- und Perlhuhn sowie Wachteln. Zwar werden Wachteln und Perlhühner gezüchtet, aufgrund ihres Geschmacks aber der zweiten Gattung zugeordnet.
Es liegt einem auf der Zunge
Der Geflügelverzehr ist seit Jahren einigermaßen konstant. Von 2004 auf 2005 schnellte der Verbrauch dann von 10,9 auf 17,7 Kilogramm pro Kopf hoch, was nicht allein den damaligen Skandalen bei anderen Fleischsorten zuzuschreiben war, sondern ebenso den durchaus positiven Eigenschaften von Geflügelfleisch. Geflügel liegt sehr geschmackvoll auf der Zunge, und seine ernährungsphysiologischen Vorzüge wiederum liegen klar auf der Hand. Die verschiedenen Geflügelsorten unterstützen auf ideale Weise das, was die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt: eine ausgewogene, abwechslungsreiche Küche bei gleichzeitig fettarmer Kost.
Das reine Muskelfleisch allen Geflügels ist mager. Selbst das von den eher fettreichen Arten, wie zum Beispiel Ente und Gans. Sobald die sogenannten Flomen (Fettstücke in der Bauchhöhle) entfernt sind und das Fleisch zubereitet ist, reduziert sich der Fettgehalt gegenüber dem Anteil im Rohzustand noch einmal deutlich.
Außerdem ist nicht alles, was Fett ist, schlecht. Geflügelfett besteht nicht nur aus gesättigten, sondern auch aus ungesättigten Fettsäuren, die den Cholesterinspiegel senken können, sowie aus mehrfach ungesättigten (essenziellen) Fettsäuren, die der menschliche Körper nicht selbst produziert.
Für jeden Geschmack etwas
Geflügelfleisch hat einen hohen Anteil Eiweiß, dazu gesellen sich Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente. Eisen, besonders hoch konzentriert in der Ente, ist für die Blutbildung und den Sauerstofftransport im Blut zuständig.
Wer es mit den Vitaminen B probieren möchte, greift entweder auf Hähnchen, Gans oder wieder die Ente zurück. Mit einem hohen Magnesium- und Eiweißgehalt weiß dagegen die Pute aufzutrumpfen, mit gerade mal 151 kcal gleichzeitig auch die Schlankste ihrer Zunft.
Und mal ehrlich, wer gerät angesichts solcher Appetitanreger nicht in einen wahren „Vogelschwarm“?
ath




