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Mittwoch, 23. Mai 2012
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Gesundheit aus dem Töpfchen

Küchenkräuter

Frische Kräuter werten jede MaHlzeit auf. Und das nicht nur fürs Auge und für die Geschmacks-nerven, sondern auch für die Gesundheit. Was können Küchenkräuter noch so alles – außer gut schmecken?

Vom schnittlauchbestreuten Rührei bis hin zum raffinierten Pesto aus Basilikum: Ohne Kräuter hätte uns das Leben viel weniger Gaumenfreuden zu bieten. Und ein echter Augenschmaus ist eine appetitlich grün garnierte Mahlzeit allemal! Doch auch die Verdauungsorgane, die Atemwege oder die Nerven danken es uns umso mehr, je öfter wir ihnen dieses kleine, aber feine „Tüpfelchen auf dem i“ gönnen.

Petersilie, Schnittlauch, Kerbel, Kresse und Dill versorgen uns mit einer Extraportion des belebenden Vitamins C und vielen weiteren Vitaminen und Mineralstoffen. Die guten alten Küchenkräuter können aber noch viel mehr! Manche von ihnen gelten sogar als echte Naturmedizin. Der Thymian etwa wurde 2006 zur „Arzneipflanze des Jahres“ gewählt.

Speziellere Talente …

Auch wenn viele Kräuter eine ähnliche Wirkung auf den Körper haben, so hat doch jedes einzelne Küchengrün auch seine ganz eigene „Zauberkraft“.

Roh gekaute Petersilie zum Beispiel wirkt bestens gegen Mundgeruch, mit 1 – 2 Handvoll Kresse am Tag lassen sich Heißhungerattacken beim „Abspecken“ vertreiben, und das altbewährte Rosmarin hilft unter anderem auch, so moderne Probleme wie den Jetlag nach längeren Flugreisen zu bekämpfen.Berufliche oder private Vielredner sollten reichlich fein geschnittenen Schnittlauch essen, denn der stärkt die Stimmbänder – und hilft bei Heiserkeit. Wer dagegen eher zu selten zu Wort kommt, findet Rat bei einem alten Spruch aus dem Oderbruch: „Ich habe Senf und Dille, wenn ich rede, schweigst du stille.

“Frisches Grün auf Balkon und Fensterbank

Kräuter kann man zwar ganz bequem küchenfertig vorbereitet auch aus der Tiefkühltruhe oder aus dem Gewürzregal „ernten“, doch frisch im Bund oder in kleinen Töpfchen gekauft entfalten sie deutlich mehr Würz- und Wirkkraft. Zu Hause sollten Sie die grünen Frischlinge zunächst von der Plastikfolie befreien. Fast alle im Bund gekauften Kräuter kann man dann wie einen Blumenstrauß in ein Glas Wasser stellen. Nur Schnittlauch nicht, er wird sonst matschig. Wickeln Sie den Minilauch lieber in ein feuchtes Tuch!

Frischkräuter sind für den umgehenden Verzehr gedacht. Wer länger etwas davon haben will, sollte sie aus dem kleinen Verkaufstöpfchen in größere Tontöpfe umsetzen oder im Garten einpflanzen.

Wählen Sie für Ihren privaten Kräutergarten ein sonniges Plätzchen, denn mit viel Licht gedeihen die Pflänzchen am besten, auch auf dem Balkon oder der Fensterbank.

Zur Ernte zupfen Sie einfach die Blättchen mit den Fingern ab und hacken sie dann so klein wie möglich, um viele wohltuende ätherische Öle freizusetzen – am besten auf einem Plastikbrett, da Holz wertvolle Inhaltsstoffe aufsaugt.

Nur der Schnittlauch fordert auch hier eine Extrabehandlung: Er will, wie ja schon der Name sagt, mit einem scharfen Messer oder einer (sauberen!) Schere kleingeschnitten werden.Schnittlauch und feinblättrige Kräuter wie Petersilie, Dill, Kerbel, Kresse oder Basilikum sollten immer nur roh verarbeitet und erst kurz vor dem Servieren zum Gericht gegeben werden, denn Kochen zerstört ihr Aroma und ihren Gesund­heitswert.

Wofür ist welches Kraut gewachsen?
Hier eine kleine Auswahl zur Wirkungsweise der verschiedenen Küchenkräuter (ohne Anspruch auf Vollständigkeit):

Anregend und belebend, gegen Frühjahrsmüdigkeit:

Schnittlauch, Kresse, Rosmarin

Beruhigend, gegen Nervosität oder Schlaflosigkeit:

Basilikum, Dill

Macht geistig fit:

Basilikum, Rosmarin

Steigert die Liebeslust

Petersilie, Basilikum, Majoran, Rosmarin, Bohnenkraut

Soll verjüngende Kraft haben:

Basilikum, Kerbel, Rosmarin

Appetitanregend:

Schnittlauch, Petersilie, Basilikum, Oregano, Thymian, Liebstöckel

Verdauungsfördernd:

Schnittlauch, Petersilie, Basilikum, Dill, Kerbel, Majoran, Oregano, Liebstöckel

Schützt vor Erkältungen:

Schnittlauch, Petersilie, Basilikum, Kresse

Blutreinigend:

Petersilie, Kerbel, Kresse

Gegen Kopfschmerzen:

Dill, Kresse, Basilikum bei Migräne

Nervenstärkend:

Majoran, Rosmarin, Thymian

Allgemein stärkend, bei Erschöpfung:

Basilikum, Kresse, Thymian

mimu

Fotos: convenience-guide food studio (1), mcm-Archiv (5)