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Mittwoch, 23. Mai 2012
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Genuss ohne Reue – "BIO" liegt im Trend

Bio-Produkte

Ökokost wird immer beliebter – und das aus gutem Grund. Denn wer „Bio“ kauft, tut sich und der Umwelt etwas Gutes.

Mehr und mehr Verbraucher achten bei der Ernährung auf die Qualität – und die geht oft Hand in Hand mit Lebensmitteln aus ökologisch kontrolliertem Anbau. Ein geschmackliches Plus bei erhöhtem Nährtwertgehalt ist im Preis ebenso inbegriffen wie das Wissen um eine artgerechte Aufzucht und eine umweltschonende Produktion.

Früher waren Bioprodukte ein Nischenmarkt: Auf ökologisch erzeugte Körner, Früchte und Gemüse schworen in den 70er und 80er Jahren vor allem „Alternative“, die von ihren Mitmenschen schon mal als „Müslis“ belächelt wurden. Aus der Nische der Naturkostläden kommend sind Bioprodukte in die großen Handelsketten eingezogen und erleben nun einen kräftigen Aufschwung. Diverse Lebensmittelskandale, wie zuletzt hohe Pestizidrückstände in Obst und Gemüse, verleihen diesem Trend zusätzlich Flügel.

Bio-Siegel und „Bio-TÜV“ bürgen für Genuss ohne Reue
Ökokost wandert in die Einkaufswagen von mehr als drei Vierteln der Deutschen. Gut jeder fünfte kauft hierzulande sogar regelmäßig „Bio“. Aus guten Gründen: „Ich will meine Familie so gesund wie möglich ernähren. Außerdem schmecken uns Bio-Lebensmittel einfach besser“, begründet Anja Dietz, Bürokauffrau aus Kiel, ihre Wahl. „Und ich kann damit auch noch etwas für den Schutz von Tieren und Umwelt tun.“

In der Europäischen Union dürfen nur solche Produkte als Bio-Lebensmittel bezeichnet werden, die nach den Vorschriften der EG-Öko-Verordnung produziert und kontrolliert werden. Bio-Erzeuger befolgen strenge Regeln. Sie müssen zum Beispiel auf Kunstdünger, chemische Pflanzenschutzmittel (Pestizide), Hormone und viele Zusatzstoffe verzichten. Auch der Einsatz von Gentechnik oder Bestrahlung zur Konservierung ist tabu. Bioprodukte, die aus anderen Ländern auf den europäischen Markt gelangen, müssen den EU-Anforderungen ebenfalls genügen.

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser
Eigentlich unterliegen alle Lebensmittel in Deutschland strengen Kontrollen. So dürfen die Waren nur minimale Pestizidrückstände aufweisen. Doch lückenlose Überprüfungen sind nicht möglich, gerade bei Importware. Die Gesundheit ist zwar nicht unbedingt gefährdet. „Ich gehe aber lieber auf Nummer sicher. Man sieht Lebensmitteln ja nicht an, wie sie produziert wurden“, erklärt Frau Dietz.
Bioware kann sie bedenkenlos vertrauen. Denn Bioware wird viel strenger kontrolliert als konventionell angebautes Obst und Gemüse. Mindestens einmal im Jahr überprüfen staatliche Öko-Kontrolleure genauestens alle Produktionsschritte: von der Erzeugung über die Verarbeitung bis zur fertigen Verpackung. Nur Erzeuger, die alle Regeln genauestens verfolgen, erhalten das begehrte Bio-Siegel. Dank des Sechsecks mit dem Schriftzug „BIO“ erkennt der Kunde die hochwertigen Bioprodukte auf einen Blick. Auf der Verpackung ist auch die zuständige Öko-Kontrollstelle vermerkt, jedes Produkt lässt sich so bis zum Erzeuger zurückverfolgen.

BIO: das dicke Plus für die Gesundheit
Wer etwas für seine Gesundheit tun will, hat mit Bioprodukten gute Aussichten auf Erfolg. Zahlreiche Untersuchungen beweisen es: Bioware enthält im Vergleich zu herkömmlichen Lebensmitteln deutlich weniger Rückstände an Pflanzenschutzmitteln und weniger schädliches Nitrat. Pflanzliche Kost hat zum Beispiel auch oft bessere Nährwerte. Sie enthält weniger Wasser und dafür mehr gesunde Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente sowie sekundäre Pflanzenstoffe. Auch Bio-Milch soll mehr Vitamine haben, und ihr Gehalt an gesunden Omega-3-Fettsäuren ist sogar um 60 Prozent höher.

Bio schont Tiere und Umwelt
Den Tieren auf Ökohöfen geht es gut, weil sich die Landwirte zu einer artgerechten Tierhaltung verpflichten. „Bio-Tiere“ werden auf Flächen mit vorgeschriebener Mindestgröße gehalten und erhalten freien Auslauf. Sie fressen kein Tiermehl, sondern nur ökologisch produziertes Futter, das keine leistungsfördernden Mittel enthalten darf. Auch die Behandlung mit Antibiotika wird möglichst vermieden, da deren Rückstände sonst auf unseren Tellern landen könnten.

Ökolandbau ist umweltfreundlich: Er schützt Boden, Wasser und Luft. Durch den Verzicht auf synthetischen Stickstoffdünger und chemische Pflanzenschutzmittel, die mit hohem Energieeinsatz hergestellt werden, ist der Energieverbrauch im ökologischen Landbau geringer. Damit schonen niedrigere Kohlendioxid- und Ammoniak-Emissionen das Klima. Biobauern betreiben eine Kreislaufwirtschaft mit geschlossenen Nährstoffzyklen: Die Fruchtfolgen fördern die Fruchtbarkeit des Bodens und die ganzjährige Flächennutzung verringert die Erosionsgefahr. Organische Düngung und der Anbau von Hülsenfrüchtlern bewirken einen ausreichenden Stickstoffgehalt der Erde. Böden und Grundwasser werden so nicht mit schädlichen oder giftigen Substanzen belastet. Biologisch bewirtschaftete Flächen fördern nicht zuletzt die Artenvielfalt und die Vermehrung von Nützlingen und Vögeln.

Ökologischer Landbau macht den Bauern mehr Arbeit und bringt niedrigere Erträge. Deswegen sind Bioprodukte teurer. Aber Qualität hat ihren Preis, und immer mehr Kunden ist es das wert.

Regional ist erste Wahl, auch bei Bio
Wem Umwelt- und Tierschutz wichtig sind, der bevorzugt Produkte aus der Region. Die Nachfrage nach Bioware ist teilweise nämlich so hoch, dass Engpässe durch Importe aus dem Ausland ausgeglichen werden. Aber lange Transporte belasten die Umwelt mit Emissionen. „Ich kaufe sowieso lieber Lebensmittel aus der Region, wenn sie gerade frisch geerntet wurden“, meint Frau Dietz.

Bio passt damit perfekt in das Regionalkonzept »Unser Norden« der coop eG. »Unser Norden«-Bio-Produkte stehen für ökologische Qualität mit kontrollierter Sicherheit.
Dafür bürgt auch das staatliche Bio-Siegel. Ökologische Rohstoffe wie Obst und Gemüse gedeihen im Norden, werden reif geerntet und gelangen auf dem kürzesten Weg frisch in die Geschäfte oder zur Weiterverarbeitung durch die regionalen Bio-Partner der coop eG. Für Milchprodukte und Fleisch gilt dasselbe. Die Milch für »Unser Norden«-Bio-Produkte stammt hauptsächlich von Biolandwirten aus dem nördlichen Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und dem niedersächsischen Wendland. Verarbeitet wird sie in Upahl und auf Rügen.

»Unser Norden«-Bio-Spezialitäten begleiten Genießer gesund, lecker und abwechslungsreich durch den Tag. Das wachsende Angebot reicht von Grundnahrungsmitteln wie Milch, Honig, Käse, Eier und Saft über Brotaufstriche und Konserven bis hin zu Fertiggerichten und Senf.
Zudem bringen die vielen Bioprodukte anderer Hersteller Abwechslung auf den Tisch. Produkte wie „Iglo Bio Dampfgemüse“, „Meica Bio Wiener“ oder die neuen Bio-Tiefkühlpizza-Varianten „Ristorante Biologica“ von Dr. Oetker erfreuen sich bei den coop-Kunden wachsender Beliebtheit. Die Zutaten aller Bio-Gerichte stammen zu mindestens 95 Prozent aus dem ökologischen Landbau, wie es die EG-Ökoverordnung vorschreibt. Da lässt es sich unbeschwert genießen!

cn

Fotos: Henrik Matzen und Shutterstock