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Mittwoch, 23. Mai 2012
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Ganz schön prickelnd

Küchentipps: Champagner, Prosecco, Sekt

Wenn es festlich wird, dürfen sie nicht fehlen: Sekt, Champagner & Co. Das alte Jahr geht – und was kann schöner sein, als das neue Jahr mit einem köstlichen Glas Sekt oder Champagner zu begrüßen. Gerade zu Silvester zeigt sich, dass die Deutschen Weltmeister sind in der Disziplin „Sekt trinken“.

Worin aber unterscheiden sich die prickelnden Getränke, die mal „Prosecco“, mal „Crémant“ oder auch „Cava“ heißen? Und muss es immer Champagner sein? Oder lässt sich der Unterschied tatsächlich nur am Preisschild ablesen?

Richtig kaufen
Alles, was im Glas richtig perlt, mindestens zehn Prozent Alkohol hat und einen Kohlensäuredruck von wenigstens drei Bar aufweisen kann, fällt unter die Rubrik „Schaumwein“. Je nachdem, mit welcher Methode diese Schaumweine hergestellt wurden oder aus welcher Gegend sie kommen, werden sie unterschiedlich bezeichnet.

So heißen alle Schaumweine, die aus der französischen Region Champagne kommen und nach der traditionellen „méthode champenoise“ herstellt werden, „Champagner“. Kommt der Schaumwein hingegen aus einer anderen Region in Frankreich, nennt er sich „Crémant“, auch wenn er ebenfalls nach der Champagner-Methode hergestellt wird.

Schaumwein aus deutschem Anbaugebiet heißt „Sekt“, kommt er aus Spanien, ist es „Cava“, und aus Italien ist es der „Spumante“. Prosecco ist zwar im allgemeinen Sprachgebrauch der Sammelbegriff für italienischen Schaumwein, doch eigentlich handelt es sich dabei um eine Rebsorte, die in der Region Veneto verarbeitet wird, sowohl zu Wein als auch zu Schaumwein.

Die wichtigste Komponente bei allen Schaumweinen (auch beim Champagner) ist das Herstellungsverfahren: Von der aufwendigen Gärung in der Flasche bis hin zur Gärung in riesigen Tanks ist alles möglich – ein kleiner Hinweis auf qualitative Unterschiede ist letzten Endes der Preis. Wobei umgekehrt auch ein sehr hoher Preis nicht unbedingt die Garantie für ein bestechendes Geschmackserlebnis sein muss.

Richtig genießen
Flache Champagnerschalen sind ein Relikt aus den Sechzigern und sind nicht unbedingt geeignet, den Genuss des prickelnden Getränks zu steigern. Denn erstens wird es darin zu schnell warm und zweitens ist die Oberfläche so groß, dass die perlende Kohlensäure sehr schnell entweicht und sich die Aromen verflüchtigen. Besser geeignet sind möglichst hohe und schlanke Gläser, zum Beispiel sogenannte Tulpen oder Flöten.
Auch die richtige Temperatur trägt eindeutig zum Vergnügen bei – und die liegt bei acht Grad Celsius. Ist das Getränk zu warm, macht schon das Öffnen keine Freude, denn die unter Druck abgefüllte Flüssigkeit entlädt sich beim Öffnen explosionsartig.

Das macht möglicherweise bei Formel-1-Siegerehrungen großen Eindruck – beim silvesterlichen Umtrunk im heimischen Wohnzimmer eher nicht. Ein Wort noch zur Reinigung von Sektgläsern: Wenn es geht, auf Spülmittel verzichten, denn selbst kleinste Reste können ausreichen, die Bildung der feinen Bläschen zu verhindern.

Richtig lagern
Anders als beim Wein wirkt sich bei Sekt oder Champagner eine lange, sachgemäße Lagerung nicht qualitätsverbessernd aus (ein paar Jahrgangschampagner ausgenommen). Wenn Schaumwein in Flaschen abgefüllt aus der Kellerei kommt, hat er geschmacklich sein Optimum bereits erreicht und ist nach ein paar Tagen trinkreif. Das wiederum heißt, er sollte auch möglichst bald getrunken werden, das heißt innerhalb der nächsten ein, zwei Jahre. Der einzige Anspruch, der an die Lagerung gestellt wird, ist: kühl und dunkel sollte der Lagerplatz sein. Waagerecht liegen müssen die Flaschen nicht unbedingt, denn der Korken bleibt durch die Kohlensäure im Flaschenhals stets feucht.

Frisch mit Löffel?
Einen Löffel (vorzugsweise aus Silber) in den Hals einer angebrochenen Flasche zu stecken ist ein viel benutzter Trick, um bei Schaumwein das „Prickeln“ ein bisschen zu verlängern. Dahinter steckt die Idee, dass der Löffel als Wärmeleiter fungiert und den Sekt kühlt, damit sich die Kohlensäure nicht ganz so schnell rar macht (Merke: Kühle Temperaturen verhindern das Entweichen von Kohlensäure). Das bringt vielleicht kurzfristig eine Verbesserung, aber nach ein paar Tagen ist der Schaumwein genauso schlapp wie ohne Löffel.

Ein anständiger Spezialverschluss bringt da schon mehr – mindestens zwei Tage hält der Schaumwein im Kühlschrank aus, ohne an Qualität einzubüßen. Eine (Not-)Lösung ist auch ein (für bessere Stabilität) mehrlagiges Stück Alufolie, welches stramm um die Öffnung gespannt wird. Nicht das Optimum, aber mit Sicherheit besser als der
vielzitierte Löffel.

her

Fotos: Shutterstock (2)