Artikel dieser Ausgabe aus Essen & Trinken
Meine Gesundheitsapotheke
Ganz schön durchgedreht!
Grüne Smoothies bringen mehr als Farbe in den Speiseplan.
Eigentlich ist ja jedem klar, dass man sich abwechslungsreich und ausgewogen ernähren sollte. Aber im Alltag bekommt man nicht immer die Gelegenheit dazu. Zu viele Faktoren machen den guten Vorsatz meist doch bald wieder zunichte.
Die Ernährungs- und Gesundheitsberaterin Ingeborg Uelzmann kennt dieses Problem aus langjähriger Erfahrung: Die Essgewohnheiten haben sich in den letzten Jahren deutlich verschoben. Insbesondere stellte sie fest, dass immer weniger wertvolle Bitterstoffe auf dem Speiseplan stehen. Daher empfiehlt sie, diesem Problem mit einem grünen Smoothie ganz einfach (und lecker!) Abhilfe zu verschaffen!
Bittere Erkenntnis?
Bitterstoffe sind die chemischen Bestandteile von Lebensmitteln, die für einen herben bis bitteren Geschmack verantwortlich sind. Sie sind nicht immer nach jedermanns Geschmack – mit der Folge, dass diese Stoffe sogar gezielt aus Gemüse herausgezüchtet werden. Dabei tragen sie aber in hohem Maße zu einer gesunden Ernährung bei: Sie fördern die Verdauung (vor allem die Fettverdauung!), zügeln den Heißhunger auf Süßes, regen die Darmtätigkeit an, schwemmen Gifte aus und unterstützen das Abwehrsystem des Körpers.
Die Expertin weiß natürlich, wo man auch heute noch eine gute Portion Bitterstoffe finden kann; zum Beispiel in Salaten (Eichblatt, Rucola), Spinat, Mangold, Grünkohl, Petersilie. Aber auch ungewöhnlichere Zutaten wie Gänseblümchen, Brennnessel, Löwenzahn, Minze und Fenchel- oder Möhrengrün eignen sich gerade für grüne Smoothies sehr gut.
Das fruchtet!
Durchgequirltes Gemüse und Blätter einfach so trinken? Natürlich nicht. Eine der wichtigsten Regeln in der gesunden Ernährung lautet nämlich für Uelzmann: Es muss gut schmecken! Deshalb kommen in einen grünen Smoothie auch immer Früchte aller Art und eingeweichte Trockenfrüchte als Geschmacksträger mit hinein. Je nach Saison kann man sich das Getränk also auch ganz aus dem eigenen Garten zusammenstellen.
Bei allen anderen Zutaten greift man am besten zu Bio-Produkten, damit sie ungeschält – also mit ihrem vollen Gehalt – verwendet werden können. Selbst eine Zitrone kann man so ohne weiteres mit Schale in den Mixer tun! Die Zubereitung eines Smoothies ist dann denkbar einfach, schnell und damit besonders alltagstauglich: alles grob klein schneiden, etwas Wasser hinzufügen, gut durchmixen – und fertig!
Grün macht satt.
Je nach Zusammensetzung, die jeder natürlich nach eigenem Belieben variieren kann, schmeckt der Smoothie fast wie ein ganz normaler Frucht-Drink mit leicht herber Note – optimal, um auch dem Nachwuchs dieses Thema ein bisschen näherzubringen. Nach und nach kann man den Grünanteil dann experimentell weiter erhöhen.
Eine sinnvolle Ergänzung ist außerdem die Zugabe von etwas Leinöl und so genannten Floh-Samen einer indischen Wegerich-Pflanze. Mit seiner samtig-weichen Konsistenz zwischen Saft und Brei taugt so ein Smoothie richtig gut als kleiner Satt- und Fitmacher für zwischendurch. Zudem ist er auch noch besonders leicht verdaulich, weil dem Magen durch das Häckseln der Zutaten schon ein Teil der Arbeit abgenommen wird und er sich direkt auf das Verwerten konzentrieren kann. Proteine, Vitamine, Spurenelemente und Enzyme können so besser aufgenommen werden. Also dann: »Zum Wohle!« flo








