Artikel dieser Ausgabe aus Essen & Trinken
Meine Gesundheitsapotheke
Für Sie geerntet: Klementinen
Die süße Sanftmütige
Eine einzige Klementine deckt unseren Tagesbedarf an Biotin, das wichtig für die Blutbildung ist. Mit Vitamin C und Beta-Kryptoxanthin, das vom Körper in Vitamin A umgewandelt wird, wirkt sie – unter anderem – der Fältchenbildung entgegen.
Inhaltsstoffe
in 100 g verzehrbarem Anteil (Mittelwerte) Wasser 86,7 gKohlenhydrate 10,1 gEiweiß 0,7 gFett 0,3 gBallaststoffe 1,0 gMineralstoffe 0,7 gVitamin C 30,0 mgVitamin B1 0,06 mgVitamin B2 0,03 mgNikotinamid 0,2 mgBrennwert 195 kJ bzw. 46 kcal
Wie ein natürliches „Frostschutzmittel“ von innen stärken Vitamin-C-reiche Zitrusfrüchte die Abwehrkräfte des Körpers in der kalten, dunklen Jahreszeit. Als schnelle Fitmacher zwischendurch bringen sie uns bei Anflügen von Winterschläfrigkeit rasch wieder auf Trab.
Auf die Schnelle aus der Pelle
Vor allem die kleinen, handlichen Mandarinen und Klementinen (als weitgehend bis ganz kernlose Alternative zur Mandarine) sind ideal zum Mitnehmen. Bei der Arbeit wie in der Schule sind sie als erfrischender Vitaminstoß stets griffbereit.
Die süß-aromatische Klementine ist die beliebteste Mandarinensorte. Gerade Kinder mögen sie sehr – nicht nur wegen ihrer niedlichen Größe, sondern auch wegen ihres milden Geschmacks. Klementinen haben ein zartes, saftiges Fruchtfleisch und enthalten viel Fruchtzucker, aber nur wenig Säure. Das Praktische an diesem gesunden Pausensnack ist auch, dass er sich, anders als andere Zitrusfrüchte, ganz leicht von der Schale befreien und in mundgerechte Häppchen teilen lässt. Ein Messer ist nicht nötig, und die Hände bleiben trocken und sauber.
Nicht nur zur Weihnachtszeit
Auf dem bunten Teller unter dem Tannenbaum gehören Klementinen und Mandarinen unbedingt dazu. Doch warum so lange auf diese gesunde Leckerei warten? Klementinen werden bereits von Oktober an bis in den März hinein angeboten. Sie kommen hauptsächlich aus Nordafrika und aus den Mittelmeerländern.
Die erste Sorte, die in den Handel kommt, ist Marisol. Weil sie sehr früh geerntet werden, kann sich in diesen Früchten nur wenig Fruchtzucker bilden. Daher schmecken sie leicht säuerlich. Von November bis Februar werden neben Marisol dann auch die süßeren, länger gereiften Clemenules angeboten, und ab Mitte Dezember die ebenfalls süße Clemenvilla.
Anders als Mandarinen, die nach ein- bis zweiwöchiger Lagerung an Geschmack verlieren und austrocknen, können Klementinen sich bis zu zwei Monaten halten. Sie sind jedoch weniger kältebeständig als Orangen und müssen vor Frost geschützt werden.
Über den Obstschalenrand hinaus geschaut
Die Klementine ist vermutlich aus einer Kreuzung von Mandarine und Pomeranze entstanden. Sie gilt als Unterart der Mandarine, mit der sie den botanischen Namen Citrus reticulata teilt.
Der weibliche Vorname, den diese Frucht in Deutschland, Frankreich, Spanien, Italien und England trägt, ist vom lateinischen „Clementia“ abgeleitet und bedeutet „die Milde, die Sanftmütige“.
“Oh my Darling Clementine“ – dieses inbrünstige Liebeslied, mit dem sich der Hundesheriff Hucky in den 1960er-Jahren Folge für Folge durch die erste größere Trickfilmserie im westdeutschen Fernsehen sang, galt wohl eher einer Frau als der Frucht, oder? Was die Weißwasch-Expertin Klementine, eine Ikone des Werbefernsehens der 1970er-Jahre, den Zuschauern empfahl, finden Sie bei uns jedenfalls nicht in der Obst- und Gemüseabteilung!
Dass man im Namen der Sanftmut und Milde durchaus sehr weit kommen kann, bewies eine weitere Namenskusine der süßen Früchtchen, nämlich die US-amerikanische Raumsonde „Clementine“, die sich 1994 aufmachte, den Mond zu erforschen.
mimu




