Artikel Essen & Trinken im Detail

 
Sie sind hier: Essen & Trinken / Artikel
Dienstag, 22. Mai 2012
...

Frischer Duft aus dem Freiland

Das würzige Aroma mediterraner Kräuter entführt aus dem grauen Februar in sonnigere Gefilde.

Thymian und Rosmarin, Majoran, Oregano und Lavendel – in ihrer südländischen Heimat werden die Kräuter lieber frisch als getrocknet verwendet.

Auch fertige Kräutermischungen sind in der italienischen Küche nicht üblich. Die typischen Gewürzpflanzen werden hier immer wieder anders ausgewählt und kombiniert, je nachdem, zu welchem Fleisch, Fisch, Geflügel oder Gemüse sie am besten passen.

Thymian: das Mut-Kraut
Thymian hilft uns dabei, schwere Gerichte leichter zu verdauen, indem er die Fettverarbeitung im Körper unterstützt. Sein Name wird auf das griechische Wort »thymos« zurückgeführt, das »Geist«, »Mut« oder »Kraft« bedeutet. In diesem Sinne nahmen römische Legionäre ein Thymianbad, bevor sie ins Feld zogen, und die Ritter des Mittelalters steckten sich Thymianzweige in die Schuhe, um ihre Heldenhaftigkeit im Turnier zu steigern.

Kraftvoll im Geschmack ist der würzige Thymian allemal! So sehr sogar, dass neben ihm nur andere stark aromatische Kräuter wie Petersilie, Lorbeer oder Majoran geschmacklich gleichrangig zur Geltung kommen. Frischer Thymian ist jedoch etwas zurückhaltender als getrockneter.

Rosmarin: das Liebeskraut
Wie die Rose, so galt auch Rosmarin in der Antike als Pflanze der Liebesgöttin Aphrodite. Neben vielen weiteren Heilkräften sprach man dem intensiv duftenden, an Tannennadeln erinnernden Kraut auch die Fähigkeit zu, vom »Liebesschmachten« zu erlösen – oder, bei älteren Menschen, die Liebesglut umgekehrt neu zu entfachen.
Nun, auf jeden Fall bringt das mediterrane Gewürz den Organismus in Schwung, es aktiviert Herz und Kreislauf und belebt den Geist.

Majoran und Oregano: die Wohlfühl-Kräuter
Majoran verdankt seinen Namen den Arabern, die das ursprünglich in Indien beheimatete Kraut nach Europa brachten und es »Marjamie« tauften – was so viel heißt wie »der Unvergleichliche«.

In Deutschland dagegen nannte man den Majoran und seinen nahen Verwandten Oregano (der ja auch als »Wilder Majoran« bezeichnet wird) schlicht »das Kräutlein Wohlgemut«; denn beide beruhigen nicht nur den Magen, sondern kräftigen auch das Nervenkostüm. Oregano stand zudem in dem Ruf, vor Kummer zu schützen – aber auch vor der Pest und vor bösen Hexen.

Lavendel: das sehr ausgefallene Küchenkraut
Wer bisher glaubte, der blumig duftende Lavendel sei nur als Zutat für beruhigende Bäder oder – in Beutelchen eingenäht – als Mottenschutz geeignet, der kann in der mediterranen Küche wahrlich sein »blaues Wunder« erleben! Fisch, Lamm- und Hammelfleisch, Schafs- oder Ziegenkäse, aber auch Süßspeisen, ausgefallene Marmelade oder Kekse erhalten mit einer Priese Lavendelblüten eine ganz besondere Note.

Doch Vorsicht, tun Sie nicht zu viel des Guten! Nur ein Hauch Lavendel würzt richtig! Was Sie von der Pflanze nicht zum Kochen verbrauchen, erfreut als Balkonpflanze durch die zarten violetten Blüten und die feinen Duftwolken, die sie verbreiten.mimu

Inhaltsstoffe in 10 g verzehrbarem Anteil (Mittelwerte)

Thymian
Eiweiß 0,6 g
Kohlenhydrate 2,5 g
Fett 0,2 g
Brennwert 42 kJ bzw. 10 kcal

Rosmarin
Eiweiß 0 g
Kohlenhydrate 1 g
Fett 0,6 g
Brennwert 40 kJ bzw. 10 kcal

Majoran
Eiweiß 0,2 g
Kohlenhydrate 0,7 g
Fett 0,1 g
Brennwert 19 kJ bzw. 5 kcal

Lust auf »Latte Lavendulae«
Wer einmal eine entspannende Lavendelmilch als Schlummertrunk probieren oder sie zu einem ausgefallenen Pudding weiterverarbeiten möchte, der gibt einfach ein sauberes Stoffbeutelchen mit Lavendelblüten 5-10 Minuten in kochende Milch. 

Foto: convenience-guide food studio