Artikel dieser Ausgabe aus Essen & Trinken
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Freudige Feldfruchtfeier
Das Erntedankfest.
Schon seit Anbeginn betrachten die Menschen die Früchte ihrer Felder nicht nur als eigene Leistung, sondern auch als Ergebnis einer ihnen wohlgesonnenen höheren Macht, die Schutz und Segen spendet. Und mit einer besonderen Zeremonie im Herbst möchten sie sich für die reiche Ernte bedanken.
Daher ist es auch eines der ältesten Feste in der Geschichte der Menschheit überhaupt – und ehemals auch eines der wichtigsten. Denn in früheren Zeiten lebte noch ein Großteil der Menschen auf dem Land und war unmittelbar von den Erträgen abhängig. Eine schlechte Ernte konnte so schnell das Überleben gefährden.
Römisch-katholische Wurzeln
Bereits die alten Ägypter, Chinesen, Griechen und Römer wussten, dass eine reiche Ernte nicht selbstverständlich ist, und deshalb bedankten sie sich dafür bei ihren Göttern. Die Römer beispielsweise ehrten die Göttin Ceres mit dem Fest Cerealia für ihre Verdienste um Reifung und Wachstum der Feldfrüchte. Der Name der Angebeteten findet sich auch heute noch in unserem Sprachgebrauch, wenn wir von Getreide als Cerealien sprechen.
Das Cerealia-Fest ist wohl einer der direktesten Vorläufer des Erntedankfestes, wie es die katholische Kirche seit dem 3. Jahrhundert kennt.
Wenn die Zeit reif ist
Gefeiert wird das Fest natürlich zur Erntezeit. Daraus ergibt sich, dass man das Erntedankfest nicht wie Weihnachten auf der ganzen Welt gleichzeitig feiern kann, da ja die verschiedenen Klimazonen verschiedene Erntezeitpunkte haben.
Aber auch in Deutschland gibt es kein einheitliches Datum: Im Jahr 1972 legte die katholische deutsche Bischofskonferenz den Termin auf den ersten Sonntag im Oktober; in evangelischen Gemeinden wird das Erntedankfest für gewöhnlich am Sonntag nach dem Michaelistag (29. September) gefeiert. Diese Termine sind für die Gemeinden aber nicht bindend und können auch um wenige Tage vor- oder nachverlegt werden.
Fromm-fröhlich
Bei einem Erntedankgottesdienst werden Blumen sowie Körbe mit Obst und Gemüse, Kürbisse und manchmal auch eine Erntekrone an den Altar gebracht. Die Krone ist aus Ähren geflochten und mit Feldfrüchten geschmückt. Im Gottesdienst wird Gott für die gute Ernte gedankt, und die gesammelten Gaben werden anschließend meist verschenkt oder für gute Zwecke gespendet.
Mancherorts werden auch große Feste gefeiert, bei denen es etwas ausgelassener zugeht und neben Essbarem auch Alkoholisches gern seinen Segen bekommt. Diese Erntefeste entstanden in früheren Jahrhunderten, als die Gutsherren alle Mägde und Knechte als Dank für die fleißige Arbeit mit Erntebier und einem festlichen Essen bewirteten.
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