Artikel dieser Ausgabe aus Essen & Trinken
Meine Gesundheitsapotheke
Es muss nicht immer Bratwurst sein
Wie man auch fleischlos die Grillsaison genießen kann.
Eine Grillparty mit Freunden an einem lauen Abend ist für viele das Schönste am Sommer überhaupt. Und dazu gehören dann natürlich auch Steaks und Würstchen. Natürlich? Natürlich nicht!
Gemüse, Obst & Co. haben es auch ganz schön in sich. Und die Verfechter eines ordentlichen Nackensteaks würden sich wundern, was sich außer Fleisch so alles auf dem heißen Rost zaubern lässt ...
Gemüse
Keine große Überraschung auf dem Speisezettel einer vegetarischen Grillparty sind in Alufolie verpackte Kartoffeln. Etwas Besonderes wird jedoch daraus, wenn sie vor dem Einwickeln mit grobem Meersalz bestreut und ihnen zusätzlich noch ein paar Kräuter (besonders gut: ein Rosmarinzweig) unter die Folie gesteckt werden.
Für größere Überraschungen ist jedoch Gemüse gut: Mit ihm lässt sich auf dem Grill (fast) alles machen, was zu Hause in der Pfanne, im Topf oder Herd möglich ist - von marinierten Gemüsespießchen bis zu mundgerecht geschnittenem Gemüseallerlei. Paprika, Zucchini, Champignons, Zwiebeln, Tomaten – kaum ein Gemüse, das sich nicht für den Grill eignet. Je größer und fester, desto eher lässt es sich direkt auf dem Rost grillen – die empfindlicheren Sorten sind in einer Alu-Schale oder einem Päckchen aus starker Alufolie besser aufgehoben.
Grillen hat auf das Gemüse-Aroma eine besonders wohltuende Wirkung: Einerseits wird durch das verdampfende Wasser der Geschmack besonders intensiv, andererseits karamellisiert der natürlicherweise enthaltene Fruchtzucker und lässt das Gemüse leicht süßlich schmecken. Wichtig ist nur, und das gilt grundsätzlich für die Verwendung von Gemüse, dass es vor der Verarbeitung ordentlich geputzt und gewaschen wird. Und: Gemüse am Abend vorher marinieren, dann trocknet es nicht aus und bleibt besonders saftig.
Käse
Ob zusammen mit Gemüse in kleinen Alu-Päckchen oder als Solo-Künstler: Käse ist immer für eine gegrillte Überraschung gut. Hartkäse wie Allgäuer, Emmentaler oder Edamer lassen sich gut in Scheiben schneiden oder auf Spieße stecken, weichere Käse wie Schafs- oder Ziegenkäse, Camembert und Brie werden beispielsweise in Weinblätter gewickelt zum wahren Grillerlebnis. Sogar zum Marinieren ist Käse geeignet, versuchen Sie es mal mit einer Marinade aus Rapsöl, Rosmarin, Knoblauch und roten Zwiebeln. Und Frischkäse zusammen mit gewürfeltem Mozzarella, gehackten Lauchzwiebeln und durchgepresstem Knoblauch in ein eingeritztes Baguette gestrichen wird zur fleischlosen Köstlichkeit - einfach in Alufolie wickeln und so lange grillen, bis der Käse geschmolzen ist.
Fleisch ohne Fleisch
Mittlerweile gibt es auch im Supermarkt innovative, rein pflanzliche Produkte, mit denen fleischlose Genießer bei einer Grillparty mühelos mithalten können. Aus Tofu oder Quorn werden Holzfäller-Steaks, herzhafte Schnitzel oder die gesamte Würstchenpalette gemacht, vom klassischen Wiener bis hin zur rustikalen Bratwurst. Gewürzt, geräuchert und mit verschiedenen Zutaten wie Nüssen oder Algen abgeschmeckt.
Ernährungsphysiologisch können die Fleisch-Imitate lässig mithalten. Außerdem kommen immer neue Produkte auf den Markt, die von den tierischen Vorbildern kaum noch zu unterscheiden sind – lediglich an der faserigen Fleischkonsistenz hapert es noch etwas.
Nachtisch bitte!
Ist die Glut noch heiß, kann auf dem Grill für einen köstlichen Nachtisch gesorgt werden. Obst lässt sich hervorragend grillen, es sollten jedoch möglichst festfleischige Sorten sein, wie zum Beispiel Äpfel, Birnen, Pfirsiche, Bananen, Ananas und Mango. Auch hier sind, ähnlich wie beim Gemüse, der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Marinierte Fruchtspieße, in Zimt und Zucker gewendete Apfel- oder Pfirsich-Spalten, dazu etwas Schlagsahne oder eine Kugel Eis.
Zu einem kulinarischen Höhepunkt könnten braune Bananen werden, von denen man sich eigentlich schon trennen wollte. Einfach die Bananen mit Schale halbieren, mit der Schale nach unten auf den Rost legen, so lange grillen, bis sie weich sind und zum Schluss mit etwas Rum übergießen und flambieren.
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Info:
Gut zu wissen
Immer darauf achten, dass beim Grillen kein Fett in die Glut tropft. Denn dabei verbrennt es und der Rauch lässt sich an der Oberfläche der Lebensmittel nieder. Am besten nur leicht mit Öl bepinseln und überschüssiges Öl abtropfen lassen.
Klein geschnittenes Gemüse oder Obst am besten in Alufolie verpackt auf den Grill legen – eher am Rand.
Holz- oder Bambusspieße vor dem Grillen in Wasser einweichen, anschließend abtropfen lassen – dann verbrennen sie nicht.




