Artikel dieser Ausgabe aus Essen & Trinken
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EISkalt erwischt !
Auch wenn Speiseeis bei uns das ganze Jahr Saison hat: Jetzt im Sommer herrscht in den Eisdielen und an den Gefriertruhen Hochkonjunktur. Fast acht Liter schlecken wir Deutschen jährlich im Schnitt – mehr als die Italiener.
Aber Eiskreme ist nicht gleich Eiskreme. Mal mit mehr oder weniger Milch, Sahne und Fett, mal nur mit Wasser und Früchten, mal mit Nüssen und Schokolade, mal am Stiel oder in der Waffel. Die Anzahl der Sorten ist quasi unbegrenzt, geschleckt wird, was schmeckt.
Was ist was?
Was im Alltag so alles als »Eis« bezeichnet wird, kann sich in der Praxis komplett voneinander unterscheiden - auch wenn es eine Gemeinsamkeit gibt: Es wird im gefrorenen Zustand gegessen.
Penibel wird vom Fachmann unterschieden, wann welches Eis wie bezeichnet werden darf: So muss Rahm/Sahneeis 17 Prozent Milchfett enthalten, was einem Sahneanteil von 60 Prozent entspricht; Eiskreme muss es nur auf zehn Prozent Milchfett bringen, Fruchteiskreme auf acht und Einfacheiskreme sogar nur auf drei Prozent. Milchspeiseeis wiederum hat mit einem Milchfettanteil von nur zweieinhalb Prozent aufzuwarten (das bedeutet einen Vollmilchanteil von 70 Prozent).
Und wie sieht’s mit der Frucht im Eis aus?
Für Fruchteis auf Wasserbasis sind 20 Prozent Früchte Pflicht, bei Zitrone reichen zehn Prozent. Kunstspeiseeis auf Wasser- oder Milchbasis kommt ohne verbindliche Mengenangaben aus, hier dürfen auch künstliche Farb- und Aromastoffe zugesetzt werden. Softeis wird in speziellen Softeisautomaten durch Einschlagen von Luft gefroren und muss sofort gegessen werden – es lässt sich nicht aufbewahren. Und für Diabetikereis werden zwar anstatt von Zucker Zuckeraustauschstoffe oder Süßstoff verwendet, zum Abnehmen ist es jedoch nicht geeignet, denn es kommt auf den gleichen Fettgehalt wie »normales« Speiseeis. Als »Halbgefrorenes« wird Eisparfait bezeichnet, das aus einer geschlagenen Zucker-Eier-Sahne-Masse besteht, meist mit der Zugabe von Likören oder Obstbränden.
Der perfekte Genuss
Hauptbestandteil der meisten Eissorten sind Milch und Milchprodukte – 600 Millionen Liter Milch werden dafür im Jahr verbraucht. Dazu kommen als weitere Grundzutaten Butter, Sahne, Früchte und Zucker und allerlei geschmacksgebende Komponenten wie Kakao, Schokolade, Nüsse oder diverse Aromen. Damit das Ergebnis dann schließlich auch so luftig und kremig wird, wie wir es kennen, ist ein ganz besonderes Verfahren nötig, das so genannte »Freezen«. Der homogenisierte und pasteurisierte (und damit haltbar und keimfrei gemachte) Milchmix wird durch Kühlrohre geschickt, die so kalt sind, dass alles sofort an den Wänden gefriert. Diese Schichten wiederum werden abgeschabt, mit Luft aufgeschlagen und landen dann am Stiel, im Becher oder in der Waffel.
Für den Genuss zuhause sollte Eis aus der Vorratspackung erst einmal fünf bis zehn Minuten bei Zimmertemperatur stehen – denn erst dann entfaltet es seinen vollen Geschmack.
Achtung Keime
Bei dem ein oder anderen klingeln die Warnglocken, wenn es um Eis und Hygiene geht, da gefrorene Lebensmittel diesbezüglich durchaus heikel sein können. Damit das kremig-eiskalte Vergnügen auch sorglos genossen werden kann, hier unsere Tipps:
- Ob ein Eis aus der Tiefkühltruhe mit Keimen belastet ist, lässt sich mit dem bloßen Auge nicht erkennen. Zur Entwarnung sei gesagt, dass gerade bei Industrie-Eis das Thema »Keime« ohnehin kaum eine Rolle spielt. Ein wichtiger Hinweis ist aber die Verpackung. Die sollte erstens unbeschädigt sein und beim leichten Draufdrücken sollte sich die Folie überall gleich fest anfühlen.
- Der Blick auf den Gesamtzustand der Tiefkühltruhe könnte sich auch lohnen. Ist diese rundherum dick mit Eisrändern versehen – Hände weg! Das ist ein Zeichen dafür, dass nicht sachgemäß gekühlt wird oder wurde.
- Auch in der Eisdiele verrät der kritische Blick hinter die Theke einiges: Unsauberes Arbeitsgerät, vor allem Portionierlöffel, die in schmutzigem Wasser aufbewahrt werden, sind kein gutes Zeichen – besser auf das Eis verzichten.
- Mindesthaltbarkeitsdatum fehlt auf der Eis-Packung aus der Kühltruhe? Nicht schlimm. Grundsätzlich ist industriell hergestelltes Speiseeis etwa zwei Jahre lang haltbar. Und da portioniertes Eis ohnehin meist gleich vor Ort gegessen wird, verzichtet der Gesetzgeber darauf, dass die Haltbarkeit aufgedruckt sein muss.
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Tipp:Für den Genuss zuhause sollte Eis aus der Vorratspackung erst einmal fünf bis zehn Minuten bei Zimmertemperatur stehen - denn erst dann entfaltet es seinen vollen Geschmack.



