Artikel dieser Ausgabe aus Essen & Trinken
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Ein markanter »Vierteleswein«
Längst hat sich der bekömmliche Trollinger zu einem schwäbischen Nationalgetränk entwickelt.
Herzhaft, kernig und markant: So präsentiert sich der Lauffener Katzenbeißer Trollinger aus Württemberg. Der Schwabe selbst bezeichnet ihn als einen idealen »Vierteleswein«, wobei sich dieser Begriff darauf bezieht, dass man diesen Wein in einer Gastwirtschaft in der Regel in einer Viertelliter-Karaffe bestellt. Und das tut der Schwabe sehr gern - und sehr häufig.
Das Weinland Württemberg beherbergt nicht nur wunderschöne Landschaften, sondern auch prächtige Rebsorten. Hier im viertgrößten aller 13 deutschen Weinanbaugebiete reifen neben Schwarzriesling, Spätburgunder und Lemberger vor allem die roten Trollinger-Trauben heran.
Typisch schwäbisch: Trollinger
Die Heimat des Katzenbeißer Trollinger ist Lauffen, die etwa 11 000 Einwohner umfassende Weinstadt am Neckar-Ufer zwischen Heilbronn und Stuttgart. Unter besten klimatischen Bedingungen gedeihen hier die Reben in der sonnenverwöhnten, kesselartigen Lauffener Neckarschlinge überwiegend an steilen Muschelkalkhängen, die sich auf Grund ihres warmen Bodens hervorragend zum Heranreifen der Trauben eignen.
Die Lauffener Weingärtner eG schuf mit ihrem Katzenbeißer Trollinger einen Qualitätswein, der längst in aller Munde ist – und das sogar weit über die Grenzen des Bundeslandes hinaus.
Ein Trollinger reift zwar spät, wird aber jung getrunken. In der Regel wird diese Rebsorte zu einem frischen Tropfen ausgebaut, dem die gewisse Restsüße eine zusätzliche Süffigkeit verleiht. Die leichten, rassigen Weine benötigen keine mehrjährige Lagerung, sondern sind schon im Jahr nach der Ernte bereit, getrunken zu werden. Meist präsentieren sich die Weine in einem hellen Rot und verfügen über ein hohes Maß an Bekömmlichkeit.
Bodenständig
Ja, so kocht man im Land der »Häuslebauer«! Gern dürfen es vor allem rustikal-raffinierte Gerichte sein. Denn hier kann der Trollinger seine Wandlungsfähigkeit unter Beweis stellen: Ob zu einem Stück hellem Fleisch, zu einem deftigen Gericht vom Kalb oder Schwein, zum Rostbraten mit Spätzle, zum Gänsebraten oder einfach nur zur Vesper, der sattmachenden Zwischenmahlzeit mit dunklem Brot und einem Stück Schinken oder Käse beispielsweise, gesellt sich ein Gläschen des halbtrockenen Trollingers hervorragend. Bei 14 bis 16 °C (je nach Belieben auch gern einmal 18 °C) entfaltet der Trollinger seine frischfruchtige und herzhaft-lebhafte Art am besten.
Praktisch veranlagt
»Ein Wein mit Schraubverschluss?«, werden die Freunde des traditionellen Korkverschlusses jetzt wohl denken. Ist das eine Alternative? Ja, längst sogar eine weit verbreitete. Natürlich fehlt das rituelle, klassische Entkorken des Weines, aber wer praktisch denkt, wird bald die Vorteile von Schraubverschlüssen erkennen: Sie halten zuverlässig dicht, machen es möglich, die Flasche schnell wieder zu verschließen – und lassen romantische Stunden nicht am Fehlen eines Korkenziehers scheitern ...chris



