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Dienstag, 22. Mai 2012
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Die Wunderfrucht der Azteken

Für Sie geerntet: Avocado

Avocados zergehen butterweich auf der Zunge – und können Brotauf­striche aus tierischen Fetten komplett ersetzen.

In ihrer tropisch-subtropischen Heimat zwischen Nordmexiko und Peru wurde die Avocado bereits von den Mayas und Azteken kultiviert und wegen ihres beträchtlichen Nährwerts als Wunderfrucht verehrt. 

Die meisten Obst- und Gemüsesorten sind durch ihren hohen Wassergehalt sehr kalorienarm und gehören damit nicht gerade zu den herausragenden Energielieferanten unter den Nahrungsmitteln. Anders die Avocado. Mit einem Fettgehalt von bis zu 30 Prozent steckt in ihr ein wahres Kraftpaket. Dabei handelt es sich jedoch um gesunde und leicht verdauliche ungesättigte Fettsäuren, die helfen, den Cholesterinhaushalt zu regulieren.

Grüne Butterstullen und andere Köstlichkeiten
Speziell die vegane Küche weiß die nahrhaften Avocados zu schätzen, weil sie Fleisch, Käse und vor allem Butter sehr gut ersetzen kann. Ihr cremiges, sahnig-mild und leicht nussig schmeckendes Fruchtfleisch lässt sich einfach aufs Brot streichen und – mit Salz, Kräutersalz oder Honig verfeinert – genießen.

Die vollständigen Hälften könnten aber auch lecker gefüllt, gebacken, gegrillt oder geschmort werden. Das pürierte Fruchtfleisch dagegen lässt sich zu Dip, Salatdressing, Soße oder Suppe weiterverarbeiten. Aber Achtung! Avocados eignen sich nur für warme Gerichte mit einer relativ kurzen Garzeit. Wenn sie ein zweites Mal erhitzt werden, nehmen sie einen bitteren Geschmack an.

Avocado international: Von Sushi bis Speiseeis
In Deutschland kam das flexible Früchtchen erst vor gut 50 Jahren in den Handel und wurde hier zu einem beliebten Gast speziell in Küchen, in denen internationale Rezepte zubereitet werden. Von japanischen Sushis bis zum mexikanischen Dip »Guacamole«, von brasilianischen Eis- und Milchshake-Zubereitungen (den »vitamina de abacate«) bis hin zu den in Indonesien beliebten Avocado-Milch-Kaffee-Rum-Cocktails sind der Weltoffenheit keine Grenzen gesetzt. Oder probieren Sie einmal pürierte Avocados mit Milch und Zucker, ein trinkbares Dessert, wie es in Taiwan und auf den Philippinen gern genossen wird.

Der englischsprachige Raum bereicherte den internationalen Avocado-Reigen unter anderem durch den drolligen Namen »Alligatorbirne« (»alligator pear«), der von der ledrigen grünen und oft gerunzelten Haut der Frucht inspiriert wurde.

See you later, alligator!
Avocados sind das ganze Jahr hindurch erhältlich. Dennoch sollten sie nicht »auf den letzten Drücker« eingekauft werden, sondern gern ein paar Tage früher, wenn sie sich noch in einem hartem, unreifem Zustand befinden.
 
Zu Hause lässt man sie dann bei Zimmertemperatur nachreifen, bis die Schale auf Daumendruck leicht nachgibt. Wenn das möglichst schnell gehen soll, schlagen Sie die Früchte locker in Zeitungspapier ein. Auch die Nähe eines Apfels beschleunigt den Reifeprozess. Da ihr Fruchtfleisch an der Luft schnell oxidiert und sich dadurch braun oder schwarz färbt, sollte eine angeschnittene Avocado immer sofort mit Zitronensaft beträufelt werden.

Wenn Sie zunächst nur eine Hälfte verbrauchen, können Sie die andere Hälfte eng in Plastikfolie gewickelt im Kühlschrank frisch halten – am besten mit Kern.

Klug kombinieren!
Wenn Sie Avocados genießen, sollten Sie auf weitere fetthaltige Lebensmittel lieber verzichten. Der grüne Energielieferant hat genügend Kalorien im Gepäck, um gut durch den Tag zu kommen.

Inhaltsstoffe in 100 g verzehrbarem Anteil (Mittelwerte)

Kohlenhydrate 0,5 – 10 g
Eiweiß 2 – 3 g
Fett 10 – 30 g
Energie/Brennwert 500 – 1000 kJ bzw. 120 – 240 g kcal


mimu

Fotos: convenience-guide food studio (1), Shutterstock (1)