Artikel dieser Ausgabe aus Essen & Trinken
Meine Gesundheitsapotheke
Die Rose unter den Gemüsen
Für Sie geerntet:Blumenkohl
Was haben der knuffig-runde Blumenkohl und der ranke, schlanke Spargel gemeinsam? Genau, die gerade in Deutschland so beliebte „vornehme Blässe“, die dadurch zustande kommt, dass die heranwachsenden Pflanzen keinem Licht ausgesetzt werden und daher kein färbendes Chlorophyll bilden.
Anders als der Spargel muss Blumenkohl dazu jedoch nicht tief in der Erde vergraben werden. Moderne Züchtungen bewahren ihr weißes bis elfenbeinfarbenes Aussehen vielmehr ganz von selbst, indem die dicken grünen Hüllblätter hier vollständig über dem Kopf zusammenwachsen und so als natürlicher Sonnenschutz wirken.
Wer es botanisch ganz genau nehmen will, geht statt Blumenkohl „Brassica oleracea var. botrytis“ einkaufen. Unkompliziertere Gemüter
sprechen auch von Käsekohl, Blütenkohl, Traubenkohl oder Italienischem Kohl. In Österreich wird der Blumenkohl zum „Karfiol“, in England hört er
auf den putzigen Namen „cauliflower“.
Ein Sträußchen Gesundheit
Es gibt nur wenige Gemüsearten (etwa noch den Brokkoli oder den Romanesco), bei denen man tatsächlich Blumen isst. Die weißen Blütenknospen des Blumenkohls sind dank ihrer zarten Zellstruktur leicht verdaulich und sehr bekömmlich. Das macht sie zum Top-Tipp speziell für Diäten und in der Kinderernährung. Bei niedrigem Kaloriengehalt versorgt Blumenkohl uns mit vielen wichtigen Vitaminen, Mineral- und Ballaststoffen. Sogar gekocht decken 100 g Blumenkohl noch über die Hälfte unseres Tagesbedarfs an Vitamin C.
Wie alle Obst- und Gemüsearten enthält Blumenkohl zudem zahlreiche sekundäre Pflanzenstoffe, die nach modernen wissenschaftlichen Erkenntnissen sowohl das körpereigene Entgiftungssystem mobilisieren als auch das Wachstum von unerwünschten Bakterien und vermutlich sogar die Entwicklung hormonbedingter Krebsarten wie z. B. Brustkrebs hemmen.
Die Frische und die gute Qualität des Kohls erkennt man beim Einkauf an den fest geschlossenen, feinkörnigen und fleckenlosen Röschen, den knackigen, leuchtend grünen Blättern und dem saftigen Strunk, von dem ein angenehmer Duft ausströmt.
Das bewahrt die „vornehme Blässe“ und den Geschmack
Blumenkohl sollte möglichst frisch verzehrt werden. Im Gemüsefach des Kühlschranks hält er sich rund drei Tage, die (5 Min. blanchierten) Röschen sind jedoch gut zum Einfrieren geeignet.
Vor der Zubereitung werden die Blätter entfernt, der Strunk gekürzt und kreuzweise eingeschnitten, damit er gleichzeitig mit den Röschen gar wird. Um etwaige „Untermieter“ zu vertreiben, können Sie den Kohlkopf vor dem Kochen 20 – 30 Min. in leicht gesalzenes Wasser legen.
Je nach Größe gart man den Kopf im Ganzen 20-25 Min., in einzelne Röschen zerteilt 10-15 Min. in siedendem Salzwasser oder über Dampf, bis die Röschen noch bissfest („al dente“) sind. Mit einem Schuss Milch oder Zitronensaft im Kochwasser bleibt der Blumenkohl schön weiß. Fein geraspelt und in Marinade gezogen, kann er auch roh verzehrt werden. Als schmackhafte Beilage mit geschmolzener Butter oder in heller Sauce serviert, überbacken, im Wok-Gericht oder zum Käsefondue, als Suppenbasis, kalte Antipasti oder Mixed Pickles lässt Blumenkohl unsere kulinarische Fantasie immer neu erblühen.
Unsere Nachbarn treiben es gern etwas bunter ...
Blumenkohl und Brokkoli sind Nachkommen einer ursprünglich in Kleinasien und im Mittelmeerraum beheimateten wilden Kohlart, die sich im 18. Jahrhundert über Italien und Frankreich in Europa verbreitete. In diesen Ländern genießt man mit Vorliebe auch violette, gelbe oder grüne Blumenkohlsorten. In Deutschland werden im Jahr ca. 7 kg Blumenkohl pro Person verzehrt.
Inhaltsstoffe in 100 g verzehrbarem Anteil (Mittelwerte):
Wasser 92 g
Kohlenhydrate 2,3 – 5,3 g
Eiweiß 1 – 2,4 g
Fett 0,1 – 0,3 g
Ballaststoffe 3 g
Vitamin C 46 – 73 mg
Kalium 328 mg
Kalzium 20 – 22 mg
Magnesium 15 – 17 mg
Energie/Brennwert 95 – 103 kJ bzw. 22 – 25 kcal
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