Artikel dieser Ausgabe aus Essen & Trinken
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Die Liebesfrucht aus Asien
Litchis
Litchis, die saftigen Früchte aus Ostasien mit dem perlmuttartig durchscheinenden Fruchtfleisch, sind als Dosenkonserven auch in Deutschland schon lange bekannt. Zumindest als unverzichtbarer Bestandteil mancher Desserts im China-Restaurant.
In den letzten Jahren finden aber auch frische Litchis ihren Weg nicht nur in Asienläden, sondern mehr und mehr auch in die Obstabteilungen der Supermärkte.
Ihren Ursprung hat die Litchi In China, sie gilt dort als feinste, hochgelobte Frucht – und das schon seit 1700 Jahren. „Lee Che“, wie sie im fernen Osten genannt wird, heißt übersetzt „Spenderin der Lebensfreude“. Bei uns findet sie sich unter diversen eingedeutschten Namen: Litchi, Lychee, Litschie, Litschi, Lichee oder Leechee.
Herkunft
Gemeint ist immer die Frucht des Litchibaums, die einem kleinen rotbraunen Kiefernzapfen ähnelt. Rotbraun ist allerdings nur die ungenießbare Schale des zirka 4 cm langen, runden bis ovalen Früchtchens. Im Inneren versteckt sich milchig weißes, geleeartiges Fruchtfleisch, dessen Aroma an eine Mischung aus Weintrauben und Sauerkirschen erinnert, mit einer Prise Muskat.
Das Fruchtfleisch selbst ist fest, saftig und schmeckt süß-säuerlich. In der Mitte der Frucht befindet sich ein großer, dunkelbrauner und glänzender Kern, der nicht mitgegessen werden kann.
„Wer einmal eine kostet, wird erst wieder bei der nächsten glücklich werden“, so heißt es in China, und das liegt vielleicht auch an dem gehaltvollen Innenleben: Litchis enthalten viel Vitamin C, reichlich Kalium und wenig Kalorien. In der traditionellen chinesischen Medizin werden sie gegen Magenschmerzen eingesetzt. Im alten China mussten die Provinzen sogar ihre Steuern an manche Herrscher in Litchis bezahlen.
Seit knapp 30 Jahren werden die exotischen Früchte auch auf anderen Kontinenten angebaut. Hauptsache, sie bekommen das richtige Klima, also subtropisch. Jetzt im Winter kommen die meisten Litchis, die es im Supermarkt zu kaufen gibt, aus Madagaskar, einem der bedeutendsten Exportländer überhaupt.
Einkauf und Lagerung
Litchis gibt es frisch oder als Konserve (geschält, entkernt und in Zuckerlösung) zu kaufen. In der Dose gibt es sie das ganze Jahr, frisch sind sie bei uns eigentlich alle Jahreszeiten hindurch zu bekommen. Vermehrt werden sie aber in den Wintermonaten angeboten. Die frischen Früchte werden in der Schale verkauft. Sind sie gleichmäßig rot gefärbt, sind Litchis reif. Eine gelbliche grüne Farbe hingegen ist ein Zeichen von Unreife.
Greifen sie auf jeden Fall zu den reifen, roten Früchten, da Litchis nicht nachreifen. Sie dürfen also nicht vorzeitig geerntet werden, was wiederum bedeutet, dass frische Litchis nicht lange haltbar sind. Bis zu zwei Wochen kühl gelagert, bei 10 Grad im Kühlschrank, lassen sich Litchis aufbewahren. Ein paar Tage halten sie sich wohl auch bei Zimmertemperatur, dann sollten sie aber zügig verarbeitet und gegessen werden. Wer Litchis noch länger aufbewahren möchte, kann die Früchte auch einfrieren.
Zubereitung
Litchis werden überwiegend roh gegessen. Dazu müssen sie von der recht spröden Schale befreit werden, die von der Frucht – wie bei einem gekochten Ei – abgepellt wird. Oder man öffnet die Schale am Ende der Frucht und drückt sich das gesamte Fruchtfleisch – mit Kern (hinterher ausspucken, er ist ungenießbar) – in den Mund.
Bei der Vorbereitung von Litchis für beispielsweise Fruchtsalat müssen die Kerne vorher ausgelöst werden. Dies geschieht am besten über einer Schüssel, damit Sie den köstlichen Saft auffangen können. Litchis machen sich als Kompott, in Obstsalaten oder zu Süßspeisen ganz hervorragend. Auch als pikante Variante sind sie eine geschmackliche Bereicherung, beispielsweise in Reis-, Fleisch- oder Fischgerichten. Langes Kochen schadet allerdings dem Fruchtfleisch und lässt es schnell zäh werden; deshalb die entkernten Früchte erst zum Schluss dazu geben und nur kurz erhitzen.
Auch zur Veredelung von Bowlen, Cocktails und anderen alkoholischen Getränken eignen sich die Litchis gut, sogar zu Weinherstellung lassen sich die Früchte verwenden.
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