Artikel dieser Ausgabe aus Essen & Trinken
Meine Gesundheitsapotheke
Die kleine Grüne und ihr Kraut
Klassische Würzkombinationen Teil 1: Bohnen mit Bohnenkraut - das deftige Duo.
Egal, ob es um grüne oder gelbe Bohnen geht, und egal, ob ein gehaltvoller Eintopf oder ein leichter Sommersalat mit (vorab unbedingt gekochten!) Bohnen abgeschmeckt werden will: Erst das gleichnamige Gewürzkraut macht das »Geschmackserlebnis Bohnengericht« perfekt.
Üner den herzhaft-kräftigen, herben und leicht pfeffrigen Geschmack des Bohnenkrauts freut sich zunächst die Genießerzunge; und danach dankt dann der Verdauungstrakt, weil dieses Kraut spürbar den Blähungen entgegenwirkt, die sich nach dem Verzehr von Hülsenfrüchten leicht einstellen können.
In diesem Sinne ergänzt das Bohnenkraut jedoch nicht nur die Bohne, sondern auch Erbsen-, Linsen- oder Kohlgerichte, Fisch-, Fleisch- oder Eierspeisen sowie Kartoffel- oder Gurkensalate.
Lange gesucht? Endlich gefunden!
Heimat des Bohnenkrauts ist der östliche Mittelmeerraum. Die Griechen und Römer schätzten nicht nur seine Würze, sondern sprachen der pikanten Zutat zugleich auch aphrodisische Wirkungen zu. Originellerweise waren es dann jedoch Benediktinermönche, die das Kraut zur Bohne um das neunte Jahrhundert herum nach Nordeuropa brachten.
Bis das heutige Kräuter-Gemüse-Traumpaar endlich zusammentraf, dauerte es jedoch noch ein Weilchen.
Wenn unsere Vorfahren von »Bohne« sprachen, dann war damit nämlich bis ins 16. Jahrhundert hinein nur die aus Zentralasien stammende »dicke Bohne« oder »Saubohne« gemeint. Die schlankeren Varianten, die wir heute mit Vorliebe genießen, gab es ursprünglich ausschließlich in den tropischen und subtropischen Wäldern Mittel- und Südamerikas. Sie gelangten erst mit den spanischen und portugiesischen Seefahrern nach Europa. Unser gemäßigtes europäisches Klima gefiel den Tropenkindern aus Übersee ausgezeichnet. Heute gedeihen sie hier fast überall.
Bohnen werden vor der eigentlichen Reife der Pflanze geerntet, zu der die Hülsen und Kerne eingetrocknet und damit nicht mehr schmackhaft sind.
Kraftvoller Geschmack will gebändigt werden
Bohnenkraut ist ein sehr dominantes Gewürz, das andere Geschmacksnoten leicht übertönen kann. Entweder frisch- mit Stängeln und Blättern - oder auch in getrockneter Form, in der die Geschmacksstroffe (anders als bei vielen anderen Kräutern) weitgehend erhalten bleiben.
Das frische Bohnenkraut, das ab Juli im Handel ist, können Sie leicht selbst trocknen. Dafür bündeln Sie die abgeschnittenen Stängel zunächst zu Sträußen zusammen. Diese werden dann kopfüber an einem dunklen und trockenen, aber luftigen Platz aufgehängt. Wenn die Blätter getrocknet sind, werden sie einfach vom Stängel abgestreift und in fest verschlossenen Dosen gelagert.
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Inhaltsstoffe von Bohnen in 100 g verzehrbarem Anteil (Mittelwerte, je nach Sorte)
Kohlenhydrate 5-6 g
Eiweiß 2-4 g
Fett 0-1 g
Ballaststoffe 2 g
Vitamin C 16 mg
Kalzium 56 mg
Magnesium 26 mg
Eisen 0,8 g
Energie/Brennwert 125-146 kJ bzw. 30-35 kcal
Tipp:
Das sehr scharf schmeckende Bohnenkraut wird in manchen Ländern und Regionen auch »Pfefferkraut« genannt. In der Tat kanne s, zum Beispiel im Rahmen einer Schonkost, den schwarzen Pfeffer als Zutat gut ersetzen.



