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Dienstag, 22. Mai 2012
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Die ist aber blau ...

Cocktail „Blaue Nacht“

Romantiker geraten unter ihrem Einfluss ins Schwelgen, Dichter und Maler fühlen sich von ihr inspiriert – und so mancher Zechbruder findet dank ihres fahlen Lichtscheins sogar den Weg nach Hause: Die Rede ist von der blauen Stunde.

Sie stellt sich zwischen Dämmerung und Sonnenauf- beziehungsweise Sonnenuntergang ein, dann nämlich, wenn der Himmel, eben noch schwarz (am Morgen) oder licht (am Abend), in ein tiefdunkles Blau überwechselt. Zu dieser Zeit – die je nach Region und Jahreszeit einige Minuten bis mehrere Stunden überdauern kann – fällt das Sonnenlicht nicht direkt auf die Erde, wodurch sich die Farbtemperatur des Himmels deutlich verschiebt.

Vermutlich ist es dieses besondere Zwielicht, das den Menschen seit jeher so gefangen nimmt und zum Firmament schauen lässt. Dieser flüchtige Zustand zwischen dem Alten und Neuen, der an die Endlichkeit alles Seienden erinnert.

Nicht ins Grübeln geraten sollten dagegen Fotografen in dieser Zeit, denn für sie gilt: Wer zu lange wartet, den bestraft das Sonnenlicht – oder auch die Dunkelheit. Deshalb ist zügiges Handeln angesagt, um die vielen reizvollen Motive zu verewigen, die die blaue Stunde dem Auge präsentiert.

Aber natürlich kann man dem Diktat der Zeit auch trotzen und sich seelenruhig einen Cocktail mit dem schönen Namen „Blaue Nacht“ mixen. Im schlimmsten Fall verschläft man das Naturschauspiel und erwacht mit einem dicken Schädel. Was soll’s – die nächste blaue Stunde kommt bestimmt. espa

Foto: convenience-guide food studio