Artikel dieser Ausgabe aus Essen & Trinken
Meine Gesundheitsapotheke
Die Herbstprinzessin
Deutsche Birnen in bester Qualität können Sie von Oktober bis Dezember genießen.
Die Birne ist eine der ältesten
Obstsorten, die es gibt. Ihre Bäume wuchsen bereits vor rund 5000 Jahren. Unsere heutigen europäischen Kultursorten haben ihre Wurzeln wahrscheinlich im Kaukasus und in Kleinasien.
Erste gezielte Züchtungen sind für die griechische Halbinsel Peloponnes nachgewiesen.
Drei verschiedene Birnensorten wurden von dem Naturforscher und Philosophen Theophrast (371 – 287 v. Chr.) benannt, der römische Gelehrte Plinius der Ältere (23 – 79 n. Chr.) kannte bereits 38 Sorten. Im Mittelalter breitete sich die Birne dann in ganz Europa aus. Historisch sortiert Einen Einblick in die Artenvielfalt des 19. Jahrhunderts gibt das um 1860 entstandene
»Illustrirte Handbuch der Obstkunde« von Friedrich Jahn, in dem über 260 verschiedene Birnensorten abgebildet und beschrieben sind. Hier finden sich zum Beispiel die »Römische Schmalzbirne«, die »Gelbgraue Rosenbirne« und die »Winterliebesbirne«, oder auch eine
»Sparbirne«, eine »Verschwenderin« und ein »Trockener Martin«. »Clapps Liebling« trifft »Friedrich von Preußen«, der »Wildling von Einsiedel« die »Köstlichevon Löwenjoul«.
Doch auch wenig verlockend klingende Früchte namens »Unglücksbirne«,»Kuhfuß« oder »Wespenbirne« sind in diesem historischen Handbuch verzeichnet.
Heute gibt es weit über tausend Birnenarten, von denen jedoch nur wenige im großen Stil angebaut werden. In Europa werden gegenwärtig überwiegend »Williams Christ«, »Abate Fetel« und »Conference« geerntet. Weitere bekannte deutsche Sorten sind die »Gute Luise«
und »Alexander Lucas«. Der weltweit wichtigste Birnenproduzent ist China.
Die Süße für die schlanke Linie
Da reife Birnen sehr saftig und damit sehr druckempfindlich sind, werden sie noch hart geerntet, transportiert und verkauft. Zuhause reifen sie dann bei Zimmertemperatur
rasch nach. Achtung: Birnen, die direkt neben Äpfeln oder Trauben liegen, werden oft sogar etwas zu schnell weich, also lieber Abstand halten! Wer Birnen etwas länger lagern möchte, bewahrt sie am besten im Kühlschrank auf. Wenn diese nicht mit einer Schutzschicht
aus Wachs überzogen ist, sollten Sie die Schale unbedingt mitverzehren, denn darin sind die meisten gesunden Inhaltsstoffe enthalten.
Die fruchtsäurearmen Birnen versorgen uns unter anderem mit dem wachstumsfördernden
Vitamin B2 und wertvollem Kalium, das entwässernd wirkt. Ihre natürliche Süße bewährt sich insbesondere dann, wenn eine unstillbare Lust auf Zuckerzeug den Diätplan sabotieren will.
Mit einer guten Portion Phosphor wirken Birnen zudem Anflügen von Nervosität entgegen.
Besonders zart auf der Zunge dahinschmelzende Birnen tragen den Ehrentitel »Butterbirne«.
Tafelbirnen kann man nicht nur roh oder im Obstsalat genießen, sie geben auch herzhaften Speisen einen besonderen Pfiff. Elegant halbiert und mit Preiselbeeren gefüllt sind sie eine unerlässliche Beilage zu Wildgerichten, und die deftig- süße Mischung »Birnen, Bohnen und
Speck« gehört zu den Klassikern der norddeutschen Küche. mimu
Inhaltsstoffe in 100 g
verzehrbarem Anteil (Mittelwerte)
Wasser 83 – 84,3 g
Kohlenhydrate 12,4 g
Eiweiß 0,5 g
Fett 0,3 g
Ballaststoffe 3,3 – 4 g
Vitamin C 5 mg
Calcium 9 – 10 mg
Magnesium 8 mg
Kalium 126 – 128 mg
Phosphor 13 – 15 mg
Brennwert 219 – 233 kJ bzw. 52 – 56 kcal
Oh Birnenbrot
Aus getrockneten Birnen wird das würzig-süße Kletzen- oder Hutzelbrot hergestellt, eines der ältesten Weihnachtsgebäcke, das wir kennen. Es ist vor allem in Bayern, Schwaben und Österreich verbreitet.



