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Dienstag, 22. Mai 2012
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Die grüne „Vitaminbombe“

Für Sie geerntet: Kiwi

Für uns Europäer sind Kiwis recht moderne Früchtchen. Wir kennen sie erst seit den 1970er Jahren. Äpfel, Birnen, Orangen, Erdbeeren, Kirschen – die meisten Bewohner unserer Obstschalen sind uns von klein auf vertraut. Sie wuchsen im Sommer in Omas Garten oder leuchteten uns zu Weihnachten auf dem bunten Teller an. Der Moment, in dem uns diese Früchte zum allerersten Mal auf der Zunge zergangen sind, ist irgendwo im Nebel der frühkindlichen Erinnerung verschwunden. Mit den Kiwis aber ist das für viele von uns anders gewesen und man hat erst als Erwachsener ihre Bekanntschaft gemacht.

„Was soll das denn sein?“, dachte man sich als die von außen betrachtet wirklich wenig verlockenden, haarigen braunen Dinger in den frühen 1980ern zum ersten Mal auftauchten. Als Vitaminstoß zum Frühstück wurden bei Freunden Kiwis statt Orangensaft serviert. Hm. Quer aufgeschnitten aber sah die Sache schon viel leckerer aus: leuchtend grün mit einer kleinen, strahlenden „Sonne“ darin …

Ein Exot wird heimisch
„Und dann werden sie einfach ausgelöffelt“, wiesen die Gastgeber die Kiwi-Greenhorns ein. Allerdings hätten sie damals eher einen Meißel als einen Löffel gebraucht; das knackig harte Fruchtfleisch ließ sich kaum herausschälen. Heute weiß jedes Kind, dass man die noch hart gekauften Kiwis zu Hause einige Tage bei Zimmertemperatur nachreifen lässt, bis sie weich, saftig und lecker sind – doch in den coolen 80ern war das längst noch nicht jedem bekannt.

Neuseelands heutiger Exportschlager stammt ursprünglich aus Asien und hörte früher einmal auf den Namen „Chinesische Stachelbeere“. Anfang des 20. Jahrhunderts machte die Leiterin des neuseeländischen „Wanganui Girls’ College“, Isabel Fraser, die in China Missionsschulen besuchte, Bekanntschaft mit der Frucht. Die Samen, die sie bei ihrer Rückkehr nach Neuseeland mitbrachte, fanden die dortigen Farmer anfänglich allerdings nicht sonderlich interessant. Sie wurden zunächst nur in Privatgärten angepflanzt.

Erst in den 1940ern begann der Anbau der Kiwi im großen Stil. In den 1950ern eroberte sie dann die Geschmacksnerven Amerikas, und ab den 1970ern wurde sie auch uns so lieb und vertraut, dass sie inzwischen ganz selbstverständlich neben Äpfeln und Birnen auf den heimischen Früchteteller gehört.

Das Kiwi-Dreierlei
Namenspate der frischen grünen Vita­minbomben ist der neuseeländische Wappenvogel Kiwi, ein hühnergroßer Schnepfenstrauß, der mit seinem rundlich ovalen, braun gefiederten Körper der Frucht durchaus auch ziemlich ähnlich sieht. Das kann man von den menschlichen Bewohnern Neuseelands nun zwar nicht unbedingt behaupten – doch auch ihnen wurde, in trauter Eintracht mit Wappentier und Exportprodukt, der Spitzname „die Kiwis“ verliehen.mimu

Inhaltsstoffe in 100 g verzehrbarem Anteil
(Mittelwerte, je nach Reife):
Wasser 81 – 84 g
Kohlenhydrate 9 – 15 g
Eiweiß ca. 1 g
Fett 0,5 g
Ballaststoffe 2 g

Vitamin C 70 – 90 mg
Vitamin A 0,05 mg
Vitamin B1 0,01 mg
Vitamin B2 0,05 mg
Vitamin E 0,5 – 1,5 mg
Kalium 295 mg
Kalzium 35 – 40 mg
Magnesium 17 – 24 mg

Energie/Brennwert 220 – 260 kJ
bzw. 50 – 60 kcal

Fotos: convenience-guide food studio