Artikel dieser Ausgabe aus Essen & Trinken
Meine Gesundheitsapotheke
Die chinesische Stachelbeere
Für Sie geerntet: Kiwi
Kiwis schmecken – wie ja schon ihr lateinischer botanischer Name Actinidia deliciosa, andeutet – schön süß und erfrischend säuerlich zugleich, ungefähr so, als träfen sich Stachelbeere, Melone und Erdbeere in ein und derselben Frucht, die nötige „innere Reife“ vorausgesetzt. Im Handel finden Sie meist noch recht harte, nicht ganz genussfertige Kiwis. Die können Sie zwar gut transportieren, zu Hause aber sollten sie fürs wirklich runde Geschmackserlebnis noch bei Zimmertemperatur nachreifen, bis sie bei vorsichtigem Druck leicht nachgeben. Reife Kiwis kann man mehrere Wochen im Kühlschrank aufbewahren, und gekühlt schmecken sie auch am besten.
Ein recht modernes Früchtchen
Neuseeland ist zwar der führende Produzent von Kiwifrüchten – doch wer die Kiwi für einen Ureinwohner Neuseelands hält, irrt gewaltig. Der eigentliche Name dieses Strahlengriffelgewächses, „Chinesische Stachelbeere“, verrät die wahre Herkunft.
Erst 1906 brachte die neuseeländische College-Leiterin Isabel Fraser, die in China Missionsschulen besucht hatte, Samen der Frucht in ihre Heimat mit.
Die Pflanzen wurden zunächst nur in Privatgärten angebaut. Im Jahre 1937 aber entdeckte ein Hobbygärtner in der Bay of Plenty die idealen Bedingungen für einen erfolgreichen Plantagenanbau: sandiger Boden und ein mildes Klima mit viel Sonne und Frost kurz vor der Ernte.
1940 begann der kommerzielle Anbau der Pflanzen, 1953 wurden die ersten chinesischen Stachelbeeren nach Amerika exportiert, und ab den 1970er-Jahren traten sie auch in Europa ihren Siegeszug an. Das allerdings unter einem „Decknamen“
Kurzerhand umbenannt
Gleich zu Beginn des weltweiten Handels stellte sich nämlich heraus, dass „Chinesische Stachelbeere“ keine sonderlich glückliche Bezeichnung für einen künftigen neuseeländischen Exportschlager ist. Also machten sich die Marktstrategen daran, einen griffigeren, prägnanteren Namen zu finden, der weltweit unmittelbar mit Neuseeland in Verbindung gebracht wird. Die Wahl fiel auf „Kiwi“, den Namen des neuseeländischen Wappenvogels.
Doch damit nicht genug: Auch die Bewohner Neuseelands selbst werden scherzhaft „die Kiwis“ genannt – ob nach dem Wappentier oder inzwischen eher nach der weitaus bekannteren Frucht, sei dahingestellt.
Wissenswertes über die Ur-Kiwis
Der Vogel Kiwi seinerseits hat sich seinen Namen ausdrücklich selbst gegeben: Sein Ruf klingt ungefähr wie „ki-wi“. Der Namenspatron der Kiwi-Früchte ist ein ungefähr hühnergroßer, flugunfähiger Laufvogel und wird auch Schnepfenstrauß genannt.
Mit seinem kugelig ovalen, schwanzlosen Körper und seinem braunen, eher fellähnlichen Gefieder sieht er seinerseits schon ein wenig so aus wie eine Kiwi-Frucht mit Schnabel und Beinen.
Gleich zum Frühstück verzehrt, sorgt die Vitaminbombe Kiwi für einen munteren Start in den Tag.
Aber: Schnippeln Sie rohe Kiwis nicht in Müsli, Joghurt oder Quark, denn sie enthalten ein eiweißspaltendes Enzym, das Milchprodukte
gerinnen und bitter schmecken lässt.
Eben deshalb sind frische Kiwis aber auch ein ausgezeichneter, verdauungsfördernder Nachtisch für eiweißreiche Speisen.
Inhaltsstoffe in 100 g verzehrbarem Anteil
(Mittelwerte, entsprechen je nach Reife ungefähr 1½ frischen Früchten):
Wasser 81 – 84 g
Kohlenhydrate 9 – 15 g
Eiweiß ca. 1,0 g
Fett 0,5 g
Ballaststoffe 2 g
Vitamin C 70 – 90 mg
A 0,05 mg
B1 0,01 mg
B2 0,05 mg
E 0,5 – 1,5 mg
Kalium 295 mg
Kalzium 35 – 40 mg
Magnesium 17– 2 4 mg
Brennwert 220 – 260 kJ bzw. 50 – 60 kcal
mimu




