Artikel dieser Ausgabe aus Essen & Trinken
Meine Gesundheitsapotheke
Die Basisbeere
Von Kindheit an wissen wir: Der Sommer ist da, wenn es Erdbeeren gibt!
Auch wenn die traditionelle
Erdbeersaison nur von Juni bis Juli reicht, genießen wir die herzigen roten Früchtchen inzwischen doch schon von Ende April bis in den Oktober hinein – und zwar ganz frisch gepflückt, saftig und schmackhaft! Wie kommt das?
Zum Teil geht diese Saisonverlängerung fürs Erdbeerglück auf die heutige Sortenvielfalt zurück. Jahrhundertelangen Züchtungen verdanken wir nun sehr »frühreife Früchtchen«, aber auch erst recht spät genussreife oder mehrfach im Jahr tragende Arten.
Gut geplant ist frisch geerntet
Um uns so lange wie möglich mit genau der richtigen Menge Erdbeeren zu versorgen, also weder Engpässe zu schaffen noch eine Überfülle verderben zu lassen, dosieren die Obstbauern den Ernteertrag zugleich aber auch mit gut durchdachten Tricks: Erdbeeren, die früh gereift sein sollen, werden unter Folie angebaut, während man Erdbeerfelder, auf denen erst im August geerntet werden soll, mit Stroh abdeckt, um die Sonne (und damit eine frühe Reife) abzuschirmen. Zu den modernen Verzögerungstaktiken gehört es aber auch, die Erdbeerpflanzen im Kühlhaus bei Minustemperaturen von rund zwei Grad Celsius nur ganz gemächlich heranwachsen zu lassen.
Diese Bauernschläue hat dafür gesorgt, dass in Deutschland heute viel mehr Erdbeeren aus heimischer Produktion als früher auf dem Markt sind – und ortsfrisch genossen werden können.
Fest gemauert in der Erden …
Erdbeeren gehören zu den Staudenpflanzen. Ihre Wurzeln überwintern also im Boden und tragen auch im Folgejahr wieder Früchte. Angebaut werden sie normalerweise in Reihen, die einen Abstand von rund einem Meter zueinander haben, oder auch auf Dämmen. Gegen Ende der Blütezeit wird Stroh zwischen die Reihen gelegt, damit die Früchte nicht verschmutzen.
Die recht mühselige Erdbeerernte – per Hand gepflückt, direkt in die Verkaufsschalen – wird in Deutschland zumeist von Saisonarbeitern aus Polen und anderen osteuropäischen Ländern übernommen.
Die Botanik und der Volksmund
Ihr bodenständiger Standort gab der Erdbeere den Namen; doch wenn Sie einen Botaniker fragen, dann gehört sie überhaupt nicht zur Gattung der Beerenpflanzen, sondern ist eine Sammelnussfrucht. Auch Him-, Brom-, Holunder- und Wacholderbeeren schmücken sich streng botanisch betrachtet mit einem falschen Gattungsnamen, während Stachel-, Johannis-, Heidel- und Preiselbeeren diesen vollkommen zu Recht tragen.
Doch hätten Sie gedacht, dass auch Weintrauben, Kiwis, Bananen, Zitronen und Orangen, Tomaten, Paprika, Gurken, Kürbisse, Melonen, Auberginen oder Avocados von den Pflanzenkundlern als Beeren eingestuft werden?
Die Sprachwissenschaft aber trägt dann doch zur Beeren-Ehrenrettung des Erdfrüchtchens bei. Hier nämlich wird vermutet, dass unser heutiges Wort »Beere« letztendlich mit dem alten irischen Wort »basc« verwandt ist, das so viel wie »rot« bedeutet. Und wenn hier einer so richtig leuchtend rot ist – dann ja wohl die Erdbeere! mimu
Inhaltsstoffe in 100 g verzehrbarem Anteil (Mittelwerte)
Kohlenhydrate 5,5 - 8 g
Eiweiß 0,6 - 0,8 g
Fett 0,4 g
Vitamin C 59 mg
Calcium 14 - 16 mg
Magnesium 13 mg
Brennwert 136-155 kJ bzw. 32-37 kcal
Sachte, sachte!
Erdbeeren sind Sensibelchen, die leicht zerdrücken. Se wollen sehr behutsam nachhause transportiert werden und vertragen es nicht, unter einem harten Wasserstrahl abgebraust zu werden. Stile und Blätter sollten erst nach dem Waschen entfernt werden. In den Obstsalaten werden Erdbeeren erst ganz zum Schluss gegeben.




