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Dienstag, 22. Mai 2012
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Der »Samen der Sonne«

Appetit auf Aprikosen? Dann freuen Sie sich jetzt auf ein üppiges Angebot!

Als »Samen der Sonne« wurde die Aprikose einst von den Dichtern Persiens gepriesen. Im alten Rom dagegen bezeichnete man sie als »praecoquis«, also als »frühreif«. Und das durchaus zu Recht, denn Aprikosen gehören zu den ersten Früchten, die uns der Sommer bringt.

Bereits ab Ende Mai werden sie in der südlichen Mittelmeerregion geerntet. Einheimische Aprikosen haben dann zwischen Mitte Juli und Ende August Saison. Die Aprikose stammt ursprünglich aus dem Norden Chinas und wanderte dann über Persien und Armenien in Europa ein. In Nordeuropa wird sie erst seit dem 16. Jahrhundert kultiviert.

Anti-Aging-Aprikosen?
Die legendäre Langlebigkeit der Hunzas beziehungsweise Hunzukuc, eines zentralasiatischen Volkes, dessen Angehörige (bei bester Gesundheit!) oft weit über 100 Jahre alt werden sollen, führen manche Ernährungswissenschaftler nicht zuletzt auf den in dieser Region ausgesprochen regen Konsum von frischen oder getrockneten Aprikosen, Aprikosenkernen und Aprikosenöl zurück. Neuere Forschungen haben diesen Mythos allerdings widerlegt.

Dennoch stecken Aprikosen voller wertvoller Vitalstoffe, von denen viele – wie zum Beispiel Beta-Karotin und das Flavonoid Quercetin – als Freie-Radikale-Fänger wirken und damit ja durchaus einer vorzeitigen Alterung unserer Körperzellen entgegenwirken. Wer täglich drei Aprikosen isst, hat bereits die Hälfte seines Tagesbedarfs an Vitamin A abgedeckt. Die in Aprikosen enthaltene Salicylsäure hat eine antibakterielle Wirkung, die Krankheitskeimen und Fäulnis­prozessen in Magen entgegenwirkt. Die kleinen gelben Fruchtbällchen haben auch das Zeug, die oft eher säuerlichen Reaktionen des Körpers auf unsere modernen Ernährungsgewohnheiten auszugleichen.

Empfehlenswert ist es, Aprikosen nicht nur frisch, sondern auch getrocknet zu genießen. Getrocknete Aprikosen haben zwar entschieden mehr Kalorien als frische – doch sie enthalten zugleich auch noch mehr gesunde Ballaststoffe, Mineralien und Vitamine.

Die Harten und die Zarten
Daran, ob Sie Aprikosen lieber weich oder lieber etwas härter verzehren, zeigt sich, ob Sie eher ein Genießernaturell oder eher ein sehr gesundheitsbewusster Mensch sind: Weiche, voll ausgereifte Aprikosen schmecken so süß und köstlich wie Konfitüre, doch Aprikosen, die gerade erst reif und noch fester sind, enthalten die meisten Nährstoffe.

Bei Raumtemperatur reifen Aprikosen nach. Im Kühlschrank können sie rund eine Woche gelagert werden. Da die zarten Früchtchen sehr leicht das Aroma anderer Lebensmittel oder auch Küchengerüche annehmen, empfiehlt es sich, sie in einer Plastiktüte geschützt aufzubewahren. Sie lassen sich auch gut einfrieren, doch dann sollte vorher unbedingt der Kern entfernt werden, weil das Fruchtfleisch sonst bitter werden kann.

In Österreich, wo die Aprikosen »Marillen« genannt werden, bereitet man mit ihnen eine Mehlspeise mit dem drolligen Namen »Wiener Wäschermädeln« zu – und ohne Marillenmarmelade wäre die berühmte Sachertorte undenkbar. mimu 

Inhaltsstoffe in 100 g verzehrbarem Anteile (Mittelwerte) 

Eiweiß 0,6 g
Kohlenhydrate 6-9 g
Fett 0,1 g

Brennwert 180 kJ bzw. 43 kcal

Xing-Babys
In ihrer chinesischen heimat wurden die hier »xing« genannten Aprikosen früher besonders rege von jungen Frauen genossen, die sich ein Kind wünschten. Das mag etwas absurd klingen, ist es aber nicht: Aprikosen enthalten tatsächlich ein Mineral, dass für die Produktion von Geschlechtshormonen und damit für die Empfängnisbereitschaft wichtig ist.

Foto: Shutterstock (1)