Artikel dieser Ausgabe aus Essen & Trinken
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Das Gelbe vom Feld!
Rapshonig
Wenn die Rapsfelder in Blüte stehen, ist es nicht mehr weit bis zum „Honigschlecken“ auf dem Brot – und das hat es im Fall von Rapshonig mengenmäßig in sich. Schließlich zählt der aus Raps gewonnene süße Aufstrich zum meistverkauften Sortenhonig in Deutschland.
Eine vielseitige Nutzpflanze
Die lange Tradition des Rapsanbaus ist allerdings weniger einer verbreiteten Naschlust zu verdanken als vielmehr der Tatsache, dass das Kreuzblütengewächs mit dem lateinischen Namen Brassica napus einen hohen Ölgehalt aufweist. Schon im 14. Jahrhundert wurde die aus dem östlichen Mittelmeerraum stammende Pflanze in Mitteleuropa kultiviert –
vornehmlich zur Gewinnung von Speise- und Lampenöl.
Während des zweiten Weltkriegs hingegen diente er der Herstellung von Margarine, und in jüngerer Zeit ist er darüber hinaus als Schmierstoff sowie als Rohstoff für günstigeren Bio-Diesel populär geworden. (Dass letzteres Erzeugnis in Zukunft voraussichtlich ähnlich hoch besteuert werden wird wie normales Mineralöl, hat wohl eher mit den knappen Staatskassen als mit nachlassenden Ernteerträgen zu tun.)
In geheimer Mission
befindet sich der Raps keineswegs, auch wenn neuzeitliche Züchtungen eine Null und eine Doppelnull im Namen tragen. Der so genannte Null-Raps erblickte 1974 das Licht der Welt und wies statt ungesättigter Erucasäure eine für den menschlichen Organismus besser verträgliche Ölsäure auf. Eine „Entschlackung“ brachte die Entwicklung des Doppelnull-Rapses im Jahre 1985, denn der enthält deutlich weniger Glucosinolate (Senföl-Glucoside) und somit weniger Bitterstoffe. Gemessen am Fettsäuren-Mix kommt das 00-Rapsöl dem Olivenöl recht nahe.
So mild, so süß
Bekanntlich beginnt der Tag aber mit dem Morgen, und zu dieser Stunde ist den allermeisten weniger nach einer herzhaften Geschmacksnote à la Speiseöl als vielmehr nach einem süßen Aufstrich. Rapshonig hat ein mild-süßes Aroma und ist in seiner auskristallisierten Form von hellbeiger bis weißer Farbe. Dass er so schnell kristallisiert, hat mit dem hohen Anteil an Glukose (Traubenzucker) zu tun. Insofern ist bei der Herstellung darauf zu achten, dass er nach der Schleuderung ausreichend lange gerührt wird, denn nur so erhält er eine cremige Konsistenz. Ist dies der Fall, kann er auch als Cremehonig bezeichnet werden.
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