Artikel dieser Ausgabe aus Essen & Trinken
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Da ist Hopfen und Malz vergoren!
Im Rostock liebt man ein frisches Pils und geräucherte Würstchen.
Man kann mit Fug und Recht behaupten, dass das Bierbrauen in Rostock eine lange Tradition hat. Bereits seit der Mitte des 13. Jahrhunderts beschäftigt man sich hier mit der Herstellung des prickelnden Gerstengetränks. Und so wird ein Blick in die Kochtöpfe Rostocks durchaus auch zu einem Blick in die Sudpfannen der Stadt.
Schon damals war das einheimische Bier so begehrt, dass es von der Hansestadt aus bis nach Skandinavien exportiert wurde. Und weil die örtliche Großbrauerei durch viele schwere Zeiten gehen musste, trinkt man das Rostocker Pils heutzutage mit besonders viel Genuss – und Stolz.
Von klein auf.
Im März 1878 übernahmen Bauunternehmer Georg Mahn und Kaufmann Friedrich Ohlerich eine alte Brauerei, die sie fortan als Mahn & Ohlerich Bierbrauerei GmbH fortführten. Mit viel Geschäftssinn bauten sie den Betrieb immer weiter aus. Sie errichteten beispielsweise eine eigene Mälzerei, eine Hefereinzuchtanlage und Kühlanlagen, um von Lieferanten und Jahreszeiten unabhängiger zu werden und die Qualität zu steigern. Um 1900 galt die Brauerei daher als eines der fortschrittlichsten Unternehmen im damaligen Mecklenburg. Ihr Bier verkaufte sich bald so gut, dass die Produktion immer weiter ausgebaut werden konnte. Dabei kümmerte sich die Firma aber stets sorgsam um ihre Mitarbeiter: Sozialleistungen wie eine Betriebskrankenkasse oder eine Pensionskasse und andere Maßnahmen sorgen bei der Belegschaft – und auch den anderen Rostocker Bürgern – für eine hohe Identifikation mit der Brauerei.
Durst-Strecke.
Ab dem Ersten Weltkrieg begann eine harte Phase für die Mahn & Ohlerich Bierbrauerei GmbH mit gefallenen Mitarbeitern und stark sinkendem Absatz. Im Zweiten Weltkrieg traf es die Fabrik noch schlimmer: Die Fahrzeuge des Betriebes wurden eingezogen, alle Ressourcen streng rationiert. 1944 wurde der Betrieb sogar zwangsweise geschlossen, um alle verfügbaren Kräfte und Mittel militärisch nutzen zu können. Bei Kriegsende demontierten die russischen Besatzer schließlich auch noch die Anlagen der Fabrik als Beute. Nach kargen DDR-Zeiten und einem Großfeuer in den 60er-Jahren kam der Betrieb mit neuen Eigentümern schließlich wieder zu voller Blüte und ist heute als Hanseatische Brauerei Rostock GmbH weithin bekannt. Und bei den Einheimischen beliebt wie eh und je!
Lokal-Matador.
Flaggschiff der Bier-Flotte ist immer noch das Rostocker Pils, das sich weit über die Landesgrenzen Mecklenburg-Vorpommerns hinaus auch auf dem internationalen Markt großer Beliebtheit erfreut. Feinster Malz aus der Umgebung, Niedersachsen und Dänemark, frischer Hopfen aus dem größten Anbaugebiet der Welt (die Hallertau zwischen Nürnberg und München) und viel Braukunst verleihen diesem Getränk ein mildes Malzaroma und eine feine, aber kräftige Bittere.
Von Qualität und Geschmack des Rostocker Pils’ sind neben Bier-Fans übrigens auch unabhängige Institute wie die DLG (Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft) sehr angetan, die diese Spezialität seit vielen Jahren regelmäßig mit Goldmedaillen auszeichnet. Aber auch andere Geschmäcker kommen bei Rostocker Bieren zum Zuge: Neben dem herben Klassiker findet man im Sortiment inzwischen zusätzlich »Export«, »Bock Hell«, »Bock Dunkel«, »Lemon« und »Dunkel«.
Und als Beilage?
Zum Bier schmeckt traditionell ein deftiger Snack besonders gut. Was in anderen Gegenden die Currywurst oder die Weißwurst ist, ist in der Hansestadt aber eher die »Rostocker Rauchwurst«. Sie ist ein echtes Original, das hier oft noch in traditioneller Handarbeit aus bestem Schweinefleisch hergestellt wird. Der besondere Geschmack der ungekochten Würste entsteht beim behutsamen Räuchern über Buchen- oder Erlenholz. Ein echter Kenner gönnt sich dieses Schmankerl übrigens am liebsten direkt aus dem Räucherofen. Davon gibt es in Rostock anscheinend viele, denn auf zahlreichen Märkten und Festen in der Gegend sieht man hier deshalb mobile Räucherwagen, die die würzige Spezialität ganz frisch verkaufen. Und mit etwas Glück wird gleich nebenan ein kühles Rostocker Pils ausgeschenkt. flo







