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Dienstag, 22. Mai 2012
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Bühne frei für den Matjes

Der junge Hering schwärmt wieder – und alle Feinschmecker schwärmen (für ihn) mit!

Er ist klein, kurz und kommt rein optisch eher unscheinbar daher. Doch die wahren Fischliebhaber stören sich nicht daran, dass das silbrig-braune Kerlchen wohl nie einen Schönheitswettbewerb gewinnen wird. 

Was für sie zählt, ist allein der unverwechselbare Geschmack des beliebten Salzherings, auch Matjes genannt. Gute Neuigkeiten für Feinschmecker: Gerade beginnt wieder die Matjes-Saison.

 

Das Fett macht’s
In diesen Wochen gehen – wie jedes Jahr – den Nordseefischern vor den Küsten Dänemarks und Norwegens junge Heringe ins Netz, deren Fortpflanzung noch nicht begonnen hat. Seiner »Jungfräulichkeit« verdankt der Matjes übrigens auch seinen Namen: Der deutsche Begriff Matjes stammt vom niederländischen Wort Maatjesharing, einer Abwandlung von Maagdenharing, was so viel bedeutet wie Mädchen- oder Jungfrauenhering. In diesem Zustand haben sich die kleinen Fische besonders viel Fett angefressen (über 15 Prozent) – und genau das macht sie so lecker.

 

Ein Fest für die Sinne
Wer den Beginn der Matjes-Saison feierlich begehen möchte, dem sei das Matjes-Schlemmerfest am 8. Juni in der Hamburger Fischauktionshalle empfohlen. Oder Sie machen sich zwischen dem 18. und 21. Juni auf den Weg nach Glückstadt an der Elbe. Es lohnt sich, denn bei den »Glückstädter Matjeswochen« wird der kleine Salzhering wie jedes Jahr ausgiebig gefeiert. Da lädt auch diesmal der Kunst- und Handwerkermarkt in der Hafenstraße zum Stöbern ein, und das Wasser- und Schifffahrtsamt bietet verschiedene Aktivitäten für Groß und Klein. Es wird Draisinen-Touren geben, Führungen in den Museumsschiffen sowie jeden Abend After-Work-Partys am Hafen. 

Dort gibt es sicherlich Gelegenheit, mit seinem Nachbarn über eine der ältesten Geschmacksfragen zu diskutieren: Soll der Matjes vor dem Verzehr nun gewässert werden, um seinen Salzgehalt zu verringern, oder nicht? Sicher ist jedenfalls eines: Der junge Fisch zeigt sich vielseitig – er passt zu beinahe jedem Gemüse. Am schmackhaftesten gilt er jedoch mit jungen Pellkartoffeln, Bratkartoffeln oder einfach auf einem Zwiebelbett im Brötchen. Dazu schmeckt ein frisch gezapftes Bier, danach traditionsgemäß ein Kümmel – und die Welt ist in Ordnung.

Weitere Informationen gibt es im Internet unter   "http://www.glueckstadt-tourismus.de/"www.glueckstadt-tourismus.de oder "http://www.deutscher-matjes.de/"www.deutscher-matjes.de.                                                                                                         

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Fotos:
Henrik Matzen (1)