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Dienstag, 22. Mai 2012
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Brutzelnd dahinschmelzen

Käse schlemmen nach Schweizer Raclette-Tradition

Der Sommer ist vorbei, die letzten Steaks sind gebrutzelt und der Grill ist gut verpackt in den Keller oder auf den Dachboden verbannt.
Jetzt kommen die gemütlich geselligen Abende um den Raclette-Grill, der traditionell zum Herbst und Winter Einzug in unsere Ess- und Wohnzimmer hält. Das Schöne dabei: Große Vorbereitungs-Arien braucht es nicht, denn jeder ist beim Raclette sein eigener Koch und es bleibt trotzdem genug Zeit für angenehme Gespräche zwischen Wein, Brot und Käsegenuss.

Hirten- und Bauernessen

Raclette (frz.: „Schaber“) ist neben dem Käsefondue eines der Schweizer Nationalgerichte. Es entstand ursprünglich im Schweizer Kanton Wallis als Bauern- und Hirtengericht. Erstmals wird Raclette als „Bratchäs“ in mittelalterlichen Klosterhandschriften aus den Kantonen Obwalden und Nidwalden erwähnt. Auch im Kinderbuch „Heidi“ von Johanna Spyri erfährt der Leser von Raclette-Essen in Form von Käsebraten am Spieß.

Früher offenes Feuer, heute Pfännchen

Beim Raclette wurde früher die Schnittfläche eines Kanten Bergkäse nahe der Glut ans Feuer gestellt. War die erste Schicht geschmolzen, streifte man sie mit einem Schaber oder Spatel ab (daher der Name „Raclette“). Dazu gab es kräftiges Bauernbrot oder Pellkartoffeln. Heute geht es einfacher, aber auch vielseitiger mit dem elektrischen Raclette-Grill für den Esszimmertisch. Unter einer Grillvorrichtung werden kleine Pfännchen mit allerlei Zutaten und natürlich Käse geschoben. Durch die Oberhitze der heißen Grillschlange schmilzt der Käse und die übrigen Zutaten werden goldgelb gratiniert. Besonders praktisch und abwechslungsreich: Auf der Grillplatte können die Raclette-Freunde Fleisch, Kartoffeln, Pilze und vieles mehr garen und anschließend zum geschmolzenen Käse genießen.

Nicht irgendein Käse

Der Original Raclette-Käse kommt natürlich aus der Schweiz, und zwar aus dem Kanton Wallis, das bis zu 2 500 m hoch in den Bergen liegt. Das ist auch schon eine der Besonderheiten vom Raclette-Käse, dann je höher die Weideplätze der Kühe liegen, desto würziger ist das Gras und desto wohlschmeckender werden Milch und Käse. Hergestellt wird der Raclette-Käse nach altem Rezept mit viel handwerklichem Geschick. Er wird von den Sennenhirten auf den Alpen gekocht. Da das Entrahmen oben in den Bergen zu kompliziert wäre, wird Vollmilch verwendet. Anschließend reift der Käse traditionell in Höhlen.
Alternativ kann für das Raclette auch Emmentaler oder Gouda genommen werden. Wichtig ist, dass der Käse leicht schmilzt.

Bei den Zutaten sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt:

Beilagen für den Raclette-Abend können zum Beispiel sein: gegrilltes Fleisch (Filets oder Minutensteaks), krümelig gebratenes Hack, Salami, Schinkenwürfel, Speck, aber auch Garnelen oder Krabben, Pellkartoffeln, Brot, Champignons, Mais, Spargel, Tomaten, Zucchini, Paprika, Porree oder Lauchzwiebeln, Peperoni, Kidneybohnen, Zwiebeln, mediterran eingelegtes Gemüse, Früchte wie Ananas, Weintrauben, Birnen, Kiwi oder Bananen, Saucen und Dips.

Das sollten Sie beim Kauf von Raclette-Geräten beachten:

  1. Achtung! Bei einigen handelsüblichen Raclette-Geräten befindet sich über der Grillschlange lediglich eine Abdeckplatte, auf der man nur die Pfännchen abstellen oder die Schüssel mit den Pellkartoffeln deponieren kann. Eine Grillmöglichkeit fehlt.

  2. Zur Geräteausstattung sollten immer spezielle Schaber aus Holz oder Kunststoff gehören, mit denen Sie das fertige Grillgut aus den Pfännchen heben können, damit Sie die beschichtete Oberfläche der Pfannen nicht zerkratzen.

  3. Auch die Grillplatte sollte unbedingt eine beschichtete Oberfläche haben, damit Ihr Grillgut nicht kleben bleibt und das Öl sparsam verwendet werden kann (auch das Reinigen ist hinterher einfacher!).

  4. Achten Sie beim Kauf auf ausreichend Pfännchen und eine große Grillplatte, damit der Raclette-Spaß auch in größerer Runde klappt.

  5. Die Grillplatte sollte abnehmbar sein, damit sie besser zu reinigen ist. Idealerweise sollten Pfannen und Platte auch spülmaschinengeeignet sein.


just

Fotos: mcm-Archiv, The Food Professionals