Artikel dieser Ausgabe aus Essen & Trinken
Meine Gesundheitsapotheke
Bitte zugreifen: Fingerfood
Es ist noch nicht so lange her, da galten Käse-Igel, russische Eier, mit Spargel gefüllter Schinken oder ähnliche Party-Spezialitäten als spießig. Mittlerweile hat sich das aber deutlich geändert und heute steht die modernere Variante von Fingerfood ganz oben auf der Hitliste.
Eine Auswahl an Mini-Schlemmereien bietet tatsächlich unbestritten Vorteile: Nicht nur, dass sie dem Gastgeber eine entspanntere Planung garantiert, auch die Gäste haben die Möglichkeit, mit nur ein oder zwei Bissen verschiedene Gerichte auszuprobieren, statt vor einer Riesen-Portion zu sitzen. Was aber versteht man genau unter Fingerfood?
Unter Fingerfood (aus dem Englischen: finger = Finger; food = Nahrung) werden all die Speisen zusammengefasst, die man mit den Fingern statt mit Besteck isst. Dazu gehören kleine Appetithäppchen, Canapés und an Spießchen servierte Speisen. Auch wenn per Definition beispielsweise die Produkte der Fastfoodketten dazugehören, versteht man unter Fingerfood solche Snacks, die so klein sind, dass man sie möglichst mit ein, zwei Bissen essen kann.
Fingerfood international
Auf nahezu allen Kontinenten genießt man bei Veranstaltungen mit vielen Gästen, egal ob Stehempfang, festliches Bankett oder ausgelassene Party, die Verköstigung mit Fingerfood. Vielleicht ist es die kommunikationsfördernde Art zu essen, wenn man, statt an einem festen Platz festzukleben, sich frei bewegen und sich dabei an dem einen oder anderen Häppchen erfreuen kann. Schnell ergibt sich aus einem Smalltalk ein längeres Gespräch.
Psychologen haben auch schon einen Erklärungsansatz, warum sich das zwanglose Essen ohne Sitzordnung und Hilfsmittel durchgesetzt hat. Ihrer Meinung nach würden wir damit instinktiv versuchen, zumindest für ein Weilchen dem komplizierten Leben zu entfliehen und uns wieder auf das Einfache besinnen.
Fingerfood statt gesetztes Dinner hat aber noch einen ganz praktischen Vorteil: Selbst auf kleinstem Raum (ohne oder nur mit unzureichend Sitzplätzen) lässt es sich feiern, ohne auf die Bewirtung der Gäste verzichten zu müssen.
Appetizer oder richtige Mahlzeit
Mundgerechte und dekorative Appetithäppchen lassen sich zu (fast) jedem Anlass und in jedem Umfang servieren. Deshalb sollte die Menge, die man servieren möchte, immer gut überlegt sein. Schließlich möchte man sich nicht mehr Arbeit machen, als dann überhaupt gegessen werden kann. Soll das Fingerfood nur als kleine Beigabe zum Drink gedacht sein, reichen ein paar Häppchen. Ebenso, wenn es beispielsweise bei einem eher offiziellen Empfang darum geht, die Zeit zu überbrücken, bis das Essen serviert wird – drei bis sechs Miniformate sollten da reichen. Aber Fingerfood kann auch durchaus ein Drei-Gänge-Menü ersetzen, dabei sollte dann pro Person mit 15 bis 20 Teilen gerechnet werden.
Die kleinen Sattmacher
Die Auswahl an mundgerechten Snacks ist groß und hängt sehr davon ab, wie viel Arbeit Sie investieren können und wollen. Sehr beliebt sind Blätterteigtaschen oder gefüllte und gerollte Blätterteigschnecken. Schinken, Käse, Spinat oder andere Gemüsesorten geben dabei recht passable Füllungen ab. Von fruchtig bis salzig kann der Klassiker serviert werden: Spieße. Ob Obst oder Tomate-Mozzarella – aufgespießt werden kann alles, was in den Mund passt. Gut vor- und zubereiten lassen sich in Scheiben geschnittene Pfannkuchenröllchen – auch hier ist von edlem Lachs bis zu Frischkäse mit Speck alles möglich. Und nicht zu vergessen die Mini-Ausgaben der Pizza, die ja bekanntermaßen auch kalt gut schmeckt.
Wer es gerne etwas aufwändiger mag, serviert traditionelle Gerichte im Bonsai-
Format. Wie wäre es zum Beispiel mit kleinen Wiener Schnitzeln auf einer mundgerechten Portion Kartoffelsalat, Hackbällchen mit Chili-Sauce oder Tortilla-Würfel mit Zucchini?
Tipps fürs Finger-Essen
Bei kaum einem anderen Essen ist die Fantasie so gefragt wie beim Servieren und Anrichten von Fingerfood. Kleine Schälchen, Porzellanlöffel, Spieße, auf die verschiedenste Köstlichkeiten gesteckt werden, oder sogar kleine Gläser, in denen sich eine kalte Suppe oder ein Dessert gut machen. Rustikaler für die Appetithappen sind große Teller oder Platten, Holzbretter oder – wenn es etwas improvisierter sein darf – starker Karton mit Alufolie überzogen.
Aber egal, wie das Fingerfood serviert wird, die Happen sollten nicht zu groß werden. Und verzichten Sie auf tropfende, klebrige oder ölige Zutaten, damit beim Abbeißen nichts danebengeht.her




