Artikel dieser Ausgabe aus Essen & Trinken
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Auf die Plätzchen, fertig, los!

So langsam aber sicher geht es in Richtung Vorweihnachtszeit. Planen Sie deshalb jetzt schon einen oder mehrere Backnachmittage ein. Denn nichts geht über selbst gebackene Kekse und ein vergnügliches Miteinander für Jung und Alt.
Weihnachten ist ein traditionsreiches Fest, und auch die Weihnachts- oder Christkindlesmärkte sind eine geschichtsträchtige Institution: Bereits im Jahre 1434 wurde der Dresdner Striezelmarkt erstmals erwähnt. Damit gilt er als ältester Weihnachtsmarkt Deutschlands. Seinen Namen hat der Markt von einer einheimischen Spezialität: dem Dresdner Christstollen.
Ein liebgewonnenes Ritual ist es auch, die Wartezeit auf das Fest durch eifriges Backen zu versüßen. Neben bunten, mit Streuseln verzierten Keksen gibt es da aber auch das, was wir gern als »gebackene Tradition« bezeichnen würden: Knusperhäuschen, Spekulatius, Honigkuchen, Krapfen und Pfeffernüsse. Wir verraten Ihnen, wie Sie ein paar dieser Köstlichkeiten zuhause zubereiten können.
Verpassen Sie diese Zeit nicht
Sie sind einfach herrlich, diese wenigen, aber schönen Wochen vor dem eigentlichen Fest, in denen man sich schon durch Kerzenschein, eine nette vorweihnachtliche Wohnungsdekoration und die entsprechenden Backrezepte rechtzeitig in Stimmung bringen kann. Doch nicht nur der Duft von frisch gebackenen Plätzchen, Kuchen und Stollen sorgt für Vorfreude, auch das gemeinschaftliche Backen, Ausstechen und Verzieren mit der ganzen Familie macht richtig Spaß. Und spätestens, wenn am 29. November dann auch noch der erste Advent gefeiert wird, geht’s rund in Deutschlands Küchen.
Auch wenn Spontanität oft im Leben großgeschrieben wird, ist es in puncto »Küchenzauber« besser, wenn Sie sich gut vorbereitet ins Backvergnügen stürzen, vor allem dann, wenn eines oder mehrere Kinder dabei sind. Laden Sie deshalb bitte nicht mehr Kinder ein, als Platz in der Küche ist, sonst gibt’s schnell eine Rangelei. Sinnvoll wäre es auch, alle Zutaten und Utensilien schon vor dem Eintreffen aller Backhelfer bereitzustellen, um den kleinen ungeduldigen Gästen jegliche Warterei zu ersparen. Achten Sie gleichfalls darauf, dass für jedes Kind eine Schürze, ausreichend Schüsseln sowie Rührlöffel und Förmchen da sind. Jeder Plätzchen-Bäcker braucht schließlich sein eigenes Werkzeug.
Knusper, knusper, knäuschen
Es übt schon einen gewissen Zauber aus, und das nicht nur auf Hänsel und Gretel: das Knusperhäuschen, das auch gern als Pfefferkuchenhäuschen bezeichnet wird. Natürlich kann man im Lebensmittelhandel ein Fertig-Set erwerben, die einzelnen Teile nach Anleitung zusammenstellen, fixieren und letztendlich nach Lust und Laune dekorieren. Man kann aber auch jedes Detail selbst backen (siehe Rezept). Schließlich besteht dieses Häuschen in erster Linie aus Lebkuchen-Platten, die mit viel Zuckerguss und Eiweißschaum sowie zahllosen süßen Deko-Materialien bestückt werden.
Ohne Lebkuchen geht in der (Vor-)Weihnachtszeit sowieso gar nichts. Es ist das klassische Gebäck der Saison, egal ob mit Schokoladenüberzug, Füllung oder ohne. Grobe Ähnlichkeit mit Lebkuchen hat der Honigkuchen. Es handelt sich hierbei um ein Gebäck aus lebkuchenähnlichem Teig, das auch Frühstückskuchen genannt wird. Auf Grund der Hauptzutat, dem Honig, galt Honigkuchen lange Zeit als eines der wertvollsten Festtagsbackwerke überhaupt, und seine Herstellung verlangte natürlich großes handwerkliches Können.
Genauso typisch wie Lebkuchen ist auch Spekulatius, dieses Butter-Mandel-Kleingebäck aus würzigem Mürbeteig, das mit Mandeln, Zimt, Nelken, Kardamom und Muskatnuss verfeinert und in mannigfachen Reliefformen ausgestochen wird. Hierbei handelt es sich um Bilddarstellungen aus der Nikolausgeschichte. Schließlich wurde Spekulatius ursprünglich zu Ehren des Bischofs Nikolaus für den 6. Dezember gebacken.
Fast wie auf dem Weihnachtsmarkt
Etwas weniger traditionell geht es beim Backen von leckeren, kleinen Poffertjes zu, einer niederländischen Spezialität, die kleinen, münzgroßen Pfannkuchen ähnelt. Mit viel Puderzucker bestäubt und mit Butterstücken serviert, sind sie in der Tat eine süße Verführung.
Wer nun nicht bis zum nächsten Weihnachtsmarktbesuch warten möchte, um sie zu genießen, sondern sie gern zuhause nachbacken möchte, sollte eine spezielle Poffertjes-Pfanne besitzen. Das Besondere an dieser Pfanne sind ihre gerundeten Vertiefungen im Boden, in die etwa ein Esslöffel der relativ dünnflüssigen Teigmasse passt. Nach der Hälfte der Backzeit werden die einzelnen Poffertjes jeweils mit einer kleinen Gabel gewendet und zu Ende gebacken.
Auch Pförtchen, eine Variante der Poffertjes, backt man in einer ähnlichen Pfanne – allerdings hat die dann größere Vertiefungen und wird als Pförtchen-Pfanne bezeichnet. Im Gegenteil zu den Poffertjes werden Pförtchen jedoch sofort in Zucker gewendet und noch warm serviert.
Da liegt was in der Luft!
In unserer Vorstellung gehört zu jeder Jahreszeit nicht nur das für sie typische Wetter, sondern jede hat auch ihren ganz speziellen Duft – und so gehören zur bevorstehenden Advents- und Vorweihnachtszeit Gewürze wie Zimt, Vanille, Nelken, Kardamom und Sternanis einfach dazu. Hier ein kleiner Überblick über die wichtigsten duftenden Stimmungsmacher:
Unverzichtbar zum Aromatisieren von Glühwein, Punsch und anderen Heißgetränken sind Gewürznelken. Da sie aber nicht nur als ganze Blütenknospe, sondern auch als Pulver angeboten werden, kann man sie in gemahlener Form ebenso zum Backen von Weihnachts- und Gewürzgebäck verwenden. Nelken verströmen ein warmes, duftendes Aroma und ihr Geschmack variiert je nach Dosierung von süßlich-würzig bis scharf.
Das aus Indien stammende Kardamom ist, wie Safran und Vanille, eines der ältesten und teuersten Gewürze der Welt. Als typisches Kardamom-Weihnachtsgebäck gelten Gewürzkuchen und -plätzchen, Spekulatius, Lebkuchen und Stollen. In der Vorweihnachtszeit wird Kardamom aber nicht nur zum Backen, sondern gern auch als Glühwein- oder Punschgewürz genutzt.
Möchte man warme Getränke wie zum Beispiel Grog, Glühwein oder Teemischungen zubereiten, kann man Sternanis im Ganzen mitkochen. Für Gebäck wie beispielsweise Lebkuchen und Pfeffernüsse verwendet man dagegen besser das gemahlene Gewürz.
Zwei absolute Klassiker
Keine Adventszeit kommt ohne Zimt aus! Nicht nur der Duft ist betörend, sondern auch der Geschmack von Zimt ist etwas Besonderes: süß-aromatisch, dabei leicht holzig-bitter. Dieses Gewürz wird vor allem für Stollen, Punsch und Glühwein, Zimtsterne, Lebkuchen und Spekulatius verwendet. Zum Backen ist das gemahlene Gewürz zu empfehlen, Zimtstangen kommen eher bei heißen Getränken zum Einsatz. Übrigens darf theoretisch alles, was mit Zucker gesüßt wird, auch mit Zimt gewürzt werden!
Zum Schluss noch ein Blick auf die so genannte »Königin der Gewürze«, Vanille. Vanilleschoten sind in ihrer ursprünglichen Form schwarzbraun, flach, biegsam und etwa 20 Zentimeter lang. Vanille gehört zu einer gelungenen Weihnachtsbäckerei einfach dazu, schließlich verfeinert sie alle Gebäcksorten mit ihrem lieblichen, aber dennoch intensiven Geruch und ihrem hocharomatischen, süßlich-würzigen Geschmack. Auch in Kombination mit Zimt, Ingwer, Kardamom oder Nelken macht Vanille eine gute Figur.
Nun ist es aber nicht nur so, dass diese Gewürze unserem Weihnachtsgebäck und dem Glühwein oder Punsch ihr besonderes Aroma geben, sie tun auch Leib und Seele gut! Es ist nämlich längst wissenschaftlich bewiesen, dass diese »Weihnachtsgewürze« die Stimmung aufhellen, harmonisierend wirken und heilsam für Immunsystem und Verdauung sind.
Und da sagt man immer, die Vorweihnachtszeit wäre geprägt von Stress – darauf erst einmal einen selbst gebackenen Keks!chris
Selbstgebackenes macht’s möglich
Backen bereitet nicht nur viel Freude, sondern macht es auch am einfachsten möglich, auf individuelle Vorlieben oder sogar gesundheitliche Probleme wie z. B. eine Laktoseintoleranz (Milcheiweißallergie) einzugehen und entsprechende Produkte durch geeignetere auszutauschen.



