Artikel dieser Ausgabe aus Essen & Trinken
Meine Gesundheitsapotheke
Alles, außer altmodisch
Auch im 21. Jahrhundert lohnt noch eine kluge Vorratshaltung.
Im Zeitalter von Mikrowelle, Pizzadienst und Fastfood scheint eine gut durchdachte Vorratshaltung nicht mehr zeitgemäß. Mögliche Versorgungsengpässe spielen keine Rolle, schließlich kann (fast) jedes gewünschte Lebensmittel bei Bedarf im Supermarkt oder im Fachgeschäft jederzeit gekauft werden.
Dabei ist gerade in einer Zeit, in der oft Familie, Haushalt und Beruf unter einen Hut gebracht werden müssen, Vorratshaltung sinnvoll. Oft ist es die Zeit, die fehlt, um täglich einzukaufen. Am Anfang schreckt vielleicht der etwas höhere Aufwand ab, dafür überzeugen eindeutig die Vorteile. Hier der Beweis:
Vorteile der Vorratshaltung
Es gibt einige Gründe, die für eine Bevorratung mit Lebensmitteln sprechen. Und dabei geht es nicht um Hamsterkäufe für Krisenzeiten, sondern um die Möglichkeit, mit geschickter Planung so viele Vorteile wie möglich daraus zu ziehen, denn Vorratshaltung ...
... spart Zeit: Der tägliche Einkauf ist ein Zeitfresser und durch eine schlaue Wochenplanung einerseits und einen gewissen Bestand an Grundnahrungsmitteln andererseits lässt sich viel Zeit sparen. Wer jetzt noch beim Zubereiten an größere Mengen denkt, um einen Teil der Mahlzeit portionsweise einzufrieren, der spart ebenfalls Zeit.
... spart Geld: Bei allen Lebensmitteln, die häufig benötigt werden, lohnt sich der Blick auf Sonderangebote und damit verbunden der Einkauf eines größeren Vorrates. Das gilt für lagerfähige Lebensmittel wie Nudeln oder Tiefkühlprodukte, aber auch für saisonale, frische Produkte, die zur Erntezeit gekauft und eingefroren werden. Denn diese sind außerhalb der Saison meist viel teurer.
... ist gesund: Wer auf Vorratshaltung Marke »Selbstherstellung« setzt, kann sich über die Art und Qualität der Inhaltstoffe ganz sicher sein – nichts mit Konservierungs- oder Farbstoffen und auch keine minderwertigen Lebensmittel. Insgesamt also ein sicherer und einfacher Weg, sich gesund zu ernähren. Darüber hinaus erfolgt der Griff zu Pizza, Döner und Co. nicht so schnell, wenn die Speisekammer etwas zu bieten hat.
... ist praktisch: Ein Überraschungsbesuch oder von den Kindern mitgebrachte Freunde sind kein Grund, nervös zu werden, wenn es an die Verköstigung ungeplanter Esser geht. Aus einem guten Grundstock an Lebensmitteln lässt sich immer etwas zaubern. Praktisch ist es auch, Selbstgekochtes portionsweise einzufrieren. So lässt sich die Menge gut dosieren, ohne dass etwas verschwendet wird.
... macht unabhängig: Natürlich lässt sich nicht alles auf Vorrat kaufen und bestimmte Zutaten werden vielleicht nur ein Mal für ein Rezept gebraucht, so dass eine Bevorratung nicht sinnvoll ist. Aber in der Praxis ist es tatsächlich so, dass Vorräte auch bis zum gewissen Grad von einschränkenden Ladenöffnungszeiten unabhängig machen. Und von den langen Schlangen, die sich zu den Haupteinkaufszeiten vor den Kassen bilden.
Eine Frage der Planung
Wie viel wird vom welchem Lebensmittel pro Nase verbraucht? Wie sehen die aktuellen Vorräte aus? Und: Was müsste zugekauft werden? Mit den Antworten auf diese Fragen ist man auf dem richtigen Weg zu einer planvollen Vorratshaltung. Ist der Verbrauch mithilfe eines Wochenplans ermittelt, sollte nach der Lagerfähigkeit unterschieden werden: Frische, leicht verderbliche Ware steht ein Mal in der Woche auf dem Einkaufszettel, lagerfähige Lebensmittel müssen nur ein Mal im Monat gekauft werden.
Und was muss wohin? Im Kühlschrank, Vorratsschrank und Tiefkühlfach können Vorräte zumindest in kleinem Umfang gelagert werden, Obst und Gemüse findet im ungeheizten, aber frostgeschützten Keller über die Wintermonate ein Quartier.
Kluge Vorratshaltung bedeutet auch, dass die Lagerhaltung konsequent und am richtigen Lagerort betrieben wird. Lange haltbare Lebensmittel wie Reis, Nudeln oder Mehl immer so verstauen, dass die ältern Vorräte zuerst verbraucht werden. Geht es ans Eingemachte oder an alles Selbstgemachte, was »auf Eis gelegt« wird, unbedingt mit Datum versehen. Und ganz wichtig: eine regelmäßige Kontrolle. Nicht, dass man irgendwann eine böse Überraschung erlebt.her
Stichwort: Haltbarkeit
Das auf Lebensmitteln beziehungsweise deren Verpackungen angegebene Mindesthaltbarkeitsdatum gibt an, bis wann die Lebensmittel bei richtiger Lagerung die für sie typischen Eigenschaften wie Geschmack, Aussehen oder Nährwert behalten. Das Mindesthaltbarkeitsdatum ist kein Verfallsdatum und auch kein Hinweis darauf, bis wann das Lebensmittel verkauft beziehungsweise verzehrt werden sollte. Bis ein Lebensmittel ungenießbar wird, bleibt meist noch ein zeitlicher Spielraum. Wobei es grundsätzlich zu empfehlen ist, Lebensmittel mit offenen Augen und Nase zu beurteilen: Sobald etwas verdorben aussieht oder riecht, sich vielleicht Blasen oder Schimmel gebildet haben, bitte sofort entsorgen – Mindesthaltbarkeitsdatum hin oder her.



