
Artikel dieser Ausgabe aus coop Exklusiv
Meine Gesundheitsapotheke
Wegbegleiter in schweren Stunden.
Der Förderkreis für krebskranke Kinder und Jugendliche e. V. in Kiel unterstützt betroffene Familien während und nach der Behandlung.
Ihr Kind hat Krebs.« Diese Diagnose verändert das ganze Leben. Während der langwierigen und risikoreichen Behandlung sind sowohl die erkrankten Kinder und Jugendlichen als auch ihre Eltern erheblichen Belastungen ausgesetzt.
Der Förderkreis hat es sich zur Aufgabe gemacht, die betroffenen Familien auf dem Weg bis zur erhofften Heilung zu begleiten, bei der Bewältigung der Fragen und Probleme zu helfen und Kraft für den Alltag zu geben.
Erste Hilfe auf der Station.
Jedes Jahr erkranken in Schleswig-Holstein etwa 50 Kinder und Jugendliche an Krebs. Sie werden in der Regel an den Universitätskliniken in Schleswig-Holstein behandelt – so auch auf der Kinderkrebsstation M1 in der Uni-Kinderklinik Kiel.
Wenn die Familien das erste Mal vor der Tür der Station stehen, befinden sie sich meist in einem aufgewühlten Zustand, der von Angst und Hoffnung geprägt ist. Die Sorge um das eigene Kind, aber auch organisatorische und finanzielle Fragen beschäftigen die Eltern: »Wer versorgt das Geschwisterkind?«, »Was sagt mein Arbeitgeber, wenn ich für eine längere Zeit ausfalle?«, »Wo kann ich übernachten, wenn eine Unterbringung auf der Station nicht möglich ist?« ...
In diesen Situationen entsteht über die Sozialpädagogin auf Station meist der erste Kontakt zum Förderkreis, der bei der Lösung dieser Probleme behilflich ist.
Finanzielle Unterstützung aus dem vereinseigenen Sozialfond wie die Zahlung von Fahrtkostenzuschüssen, Kostenbeteiligung an der Betreuung von Geschwisterkindern sowie die Unterbringung im Elternhaus des Förderkreises sind unter anderem Teil der gewährten Hilfe.
Chance auf normale Entwicklungsumgebung.
Der Förderkreis wurde im November 1985 in Kiel von Eltern krebskranker Kinder gegründet, um die Situation betroffener Kinder im stationären und ambulanten Bereich zu verbessern, die Zusammenarbeit von Eltern, Ärzten und Schwestern zu fördern und den betroffenen Familien beratend und unterstützend zur Seite zu stehen.
»Mithilfe der Spendengelder konnten wir inzwischen viele »große« Projekte erfolgreich umsetzen«, berichtet Karsten Schubert, Vorstandsvorsitzender des Förderkreises. Im Jahr 2002, nach fünfjähriger Planungsphase, konnte die vergrößerte und kindgerecht gestaltete Kinderkrebsstation eingeweiht werden. Vor Kurzem eröffnete die Tagesklinik, die für mehr Ruhe auf der Station sorgt und deren Warteraum ab 15.00 Uhr für Freizeitaktivitäten zur Verfügung steht.
Mitte Juli 2010 wurde die Stationsküche renoviert. Doch neben den Leistungen im stationären Bereich hat der Förderkreis mit den Spendengeldern auch im ambulanten Bereich viel getan: Im Elternhaus, das nur wenige Gehminuten von der Kinderklinik entfernt liegt, finden Eltern Ruhe, Geborgenheit und ein »Zuhause auf Zeit«, während ihre Kinder in der Klinik behandelt werden. Ebenso bietet das Ferienhaus »Thea« am Selenter See ihnen die Möglichkeit, in dieser Phase einmal auszuspannen, aber auch letzte schöne Tage mit dem sterbenden Kind zu verbringen.
Um den Betroffenen professionelle Hilfe zukommen zu lassen, wurde zudem ein psychosozialer Dienst geschaffen. Dazu wurden hauptamtlich zwei Pädagoginnen und eine Erzieherin eingestellt sowie eine Kinderkrankenschwester für den Tagesdienst auf Station und für die Pflege im häuslichen Umfeld bezahlt. »Wir wollen den Familien trotz der Erkrankung des Kindes Ablenkung schaffen und helfen, dass sie eine positive Zukunftsperspektive entwickeln können«, erläutert Karsten Schubert die Aufgaben des Teams. Neben der psychologischen und sozialrechtlichen Beratung planen und organisieren die Mitarbeiterinnen Veranstaltungen auf der Station, im Elternhaus oder außerhalb wie beispielsweise Spiel- und Bastelnachmittage, Töpfern, Kochkurse, Partys oder Ausflüge in Tierparks.
Hilfe, die ankommt.
Mittlerweile werden über 300 Familien vom Förderkreis betreut, Tendenz steigend. »Alle unsere Hilfsangebote finanzieren wir ausschließlich aus Spendengeldern«, so Schubert. »Umso mehr freuen wir uns über die Spende der coop in Höhe von 10.000,00 Euro.« Das Geld stammt aus einer Spendenaktion, die die coop eG gemeinsam mit der unofruit Fruchthandel GmbH in allen plaza SB-Warenhäusern und sky-Verbrauchermärkten durchführte.
Fünf Cent aus dem Verkaufserlös jeder Packung Birnen gingen in den Spendentopf. Außerdem unterstützten die Fruchthandelunternehmen fyffes BV und Zerres & Co. GmbH die Aktion durch weitere Spenden. Insgesamt kamen über 8.000,00 Euro zusammen, die die coop eG auf eine »runde« Summe von 10.000,00 Euro aufstockte.
Wer ebenfalls helfen möchte, kann dies unter folgendem Spendenkonto tun:
Förderkreis für krebskranke Kinder und Jugendliche e. V. Kiel, Förde Sparkasse, BLZ 210 501 70, Konto 91 00 64 60.
Weitere Informationen zum Förderkreis finden Sie unter
www.krebskranke-kinder-kiel.deanis






