Artikel dieser Ausgabe aus coop Exklusiv
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Vom Lieferanten bis zum Kunden
Christian Howe macht bei der coop eG eine Ausbildung zur Fachkraft für Lagerlogistik.
Auf Umwegen gelangte der 24-Jährige zu seinem Traumberuf. Nach abgebrochener Ausbildung zum Kfz-Mechaniker landete er zuerst als Reinigungskraft und Lagerhelfer im Rahmen einer Maßnahme der Arbeitsagentur im Kieler Zentrallager der coop eG. Als er das Angebot erhielt, eine zweijährige Ausbildung zum Fachlageristen zu machen, nahm er dies begeistert an – mit dem Ziel, in einem zusätzlichen dritten Lehrjahr Fachkraft für Lagerlogistik zu werden.
Sein Arbeitsplatz ist beeindruckend. Regale so hoch, dass sie fast bis an die Decke der Lagerhalle reichen. Vollgepackt mit Ware jeglicher Art – von Blumenerde und Bügeleisen über Kaffeepads und Kondensmilch bis zu Toilettenpapier und Tierfutter. Überall sausen Fahrer mit ihren gelben Hubwagen durch die scheinbar endlosen Gänge. Sie transportieren palettenweise Ware, die entweder vom Wareneingang in die Regale verräumt oder aus den Regalen für die Bestellungen eingesammelt werden muss.
Geplantes Chaos?
Wie in einem geschäftigen Ameisenhaufen geht es hier zu. Doch das scheinbare Durcheinander ist sorgsam geplant und geordnet. Jeder Fahrer verfügt über ein computergesteuertes System, das ihm anzeigt, wohin ein Produkt gebracht oder woher es abgeholt werden muss. Denn jedes Produkt hat einen ganz bestimmten Lagerplatz im Regal, schließlich muss es bei Anfrage schnell gefunden und abgerufen werden können. Dazu wird das Produkt bei der Einlieferung der Ware ins System eingescannt und registriert. Das System bucht das Produkt automatisch auf den richtigen Platz ein und erstellt einen Aufkleber mit EAN-Code, der am Produkt angebracht wird. Durch das Einscannen des Codes wird dem Staplerfahrer der Lagerplatz angezeigt. Beim Abladen der Ware im Regal wird durch ein weiteres Scannen des am Regal angebrachten Codes an das System gemeldet, dass die gelieferte Ware tatsächlich ins Regalfach verräumt wurde.
Ähnlich funktioniert das System beim Zusammenstellen der Ware für die Auslieferung, für das der Kommissionierer zuständig ist. Er erhält über den Computer eine Liste mit den Produkten, die ein Markt angefordert hat, sammelt diese an den ausgewiesenen Regalplätzen ein, scannt den dort angebrachten Code und gibt ins System ein, wie viele Paletten er entnommen hat. So wird im System genau vermerkt, welche Produkte verfügbar sind oder nachbestellt werden müssen.
Abwechslungsreicher Arbeitsalltag
»Während meiner Ausbildung zum Fachlageristen gehörte das Annehmen, Einlagern und Kommissionieren der Ware auch zu meinen Aufgaben«, erzählt Christian Howe. In diesen zwei Jahren durchlief er verschiedene Stationen wie zum Beispiel den Warenein- und -ausgang im Zentrallager und im Frischecenter sowie die Abteilung für Retouren, wo alle Waren ankommen, die aufgrund von Reklamation, Beschädigung oder Falschlieferung zurückgeliefert werden. Außerdem konnte er in der zuständigen Abteilung für den Fuhrpark einen kurzen Einblick in die Planung der Auslieferungstouren erhalten. »Für die Tourenplanung sind vor allem Erdkunde-Kenntnisse nötig«, berichtet der 24-Jährige, »schließlich muss man wissen, wo genau die einzelnen plaza- und sky-Märkte in ganz Deutschland liegen, um die kürzesten und günstigsten Strecken zu planen.« Und fügt noch hinzu: »Für diese Ausbildung sollte man außerdem fit in Mathe sein, sonst verliert man bei Themen wie Buchhaltung und Kostenberechnungen schnell den Anschluss.«
Fortsetzung nicht ausgeschlossen
Sein Vorwissen und seine Motivation, eigenständig zu lernen, haben jedenfalls ausgereicht, um die Abschlussprüfung zum Fachlageristen mit Bravour zu bestehen. Damit hat er sich die Chance erkämpft, seine Berufsausbildung im Ausbildungsberuf »Fachkraft für Lagerlogistik« fortzusetzen. Die Ausbildungszeit im ersten Ausbildungsgang wird dabei angerechnet, sodass der zweite Berufsabschluss bereits nach einem weiteren Jahr erfolgen kann. »In diesem zusätzlichen Jahr verbringe ich die meiste Zeit im Büro. Hier stehen Lerninhalte wie die Optimierung logistischer Prozesse, die Ermittlung und Auswertung von Lagerkennziffern oder erneut Tourenplanung an.« Über die nächsten Abschlussprüfungen, die ebenfalls in Kürze anstehen, macht sich der Vater eines vierjährigen Sohnes allerdings kaum Sorgen. »Zwar ist es neben der Kindererziehung und dem Job noch anstrengend zu lernen, aber das schaffe ich schon!«, erklärt er zuversichtlich. Für seinen Traumjob und um weiterhin bei der coop eG ein Teil einer »starken Truppe« zu sein, gibt er schließlich sein Bestes.
anis






