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Dienstag, 22. Mai 2012
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Unser Norden: Zum "Heulen" schön

Die Seehundstation Friedrichskoog

Behäbig an Land, pfeilschnell unter Wasser: der Seehund, wenn dieser auch mit seinem schwanzwedelnden Namensvetter nicht allzu viel gemein hat. Um die 500 000 Tiere zählen derzeit zum Weltbestand, wobei das Exemplar des hiesigen Wattenmeeres bei 40 Jahren Lebenserwartung eine Größe von bis zu 1,50 m erreicht und bis zu 100 kg auf die Waage bringt.

Die Natur hat den Meeressäuger mit den notwendigen Vorteilen ausgestattet: Die Speckschicht dient als Energiereserve und Kälteschutz, die Barthaare spüren am Meeresgrund eingegrabene Plattfische auf, und das Vermögen, den Herzrhythmus auf bis zu 2 Schläge pro Minute zu reduzieren, erlaubt eine Tauchphase von maximal 30 Minuten in bis zu 480 m Tiefe!

Ein Herz für Heuler

Seit über zwei Jahrzehnten macht sich die Seehundstation Friedrichskoog an der schleswig-holsteinischen Westküste für diese Tiere stark, stets mit dem Ziel, ihnen den Weg in die Freiheit – die Nordsee – zu ebnen. Ein trauriges Ereignis, der Staupevirus, an welchem 1988 tausende Robben starben, hatte den positiven Nebeneffekt, dass die Spendenaktion „Rettet die Robben“ den Ausbau der Anlagen ermöglichte. Heute ist sie die einzige autorisierte Aufnahmestelle Schleswig-Holsteins, die mit einem großzügigen Beckensystem eine naturnahe Haltung ermöglicht und optimale Bedingungen für Aufzucht und Forschung bietet.

Der Aufzuchtbereich für die „Heuler“ (so benannt nach dem Kontaktlaut des Jungtieres) ist für Besucher nur via Videoübertragung zugänglich. Jeder Neuankömmling verbringt die ersten Tage im Quarantänebecken, wird dann in Kleingruppen integriert und lebt zuletzt im Auswilderungsbecken. Medizinisches Training und der Einsatz zu Forschungszwecken beruht dabei auf freiwilliger Mitarbeit der Tiere.

Jeder kann helfen!

Aber Vorsicht – beim Fund eines Seehundes gilt: 1. nicht anfassen, 2. Hunde fernhalten, 3. Abstand halten und 4. Seehundjäger/-station oder Polizei rufen. Der Fachmann entscheidet vor Ort, denn kein Tier kommt unnötig in Gefangenschaft.

Der gemeinnützige Verein finanziert sich ausschließlich aus Spenden und Eintrittsgeldern. Man kann auch mittels eines Dauerauftrags in beliebiger Höhe offizieller Förderer der Station werden oder eine Patenschaft übernehmen.

„Hein“, „Deern“, „Lümmel“ & Co. freuen sich auf Ihren Besuch!

Seehundstation Friedrichskoog e.V.
Information, Aufzucht, Forschung
An der Seeschleuse 4
25718 Friedrichskoog
Telefon: (0 48 54) 13 72
Fax: (0 48 54) 92 31
www.seehundstation-friedrichskoog.de

Fotos: Seehundstation Friedrichkoog