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Dienstag, 22. Mai 2012
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Unser Norden: Strand, Moor, Wald

Der Naturpark Insel Usedom

Nicht nur Natur- und Tierliebhaber kommen schnell ins Schwärmen, wenn es um den Naturpark Insel Usedom geht. Auf insgesamt 63 200 ha findet man auf der östlichsten deutschen Ostseeinsel, die an Polen grenzt, eine derart abwechslungsreiche Landschaft wie kaum an einem anderen Ort.

Von allem etwas mehr

In der alten Kulturlandschaft findet man neben dem Ostseestrand und der Binnenküste diverse Biotope wie Moore, Seen, Trockenrasen, Wasserflächen und Dünen. Außerdem sind 11 800 ha (11,7 %) des Naturschutzgebietes mit Wald bewachsen, wobei auch hier aufgrund der Bodenbeschaffenheit vier Waldtypen zu unterscheiden sind: Neben Moor- und Bruchwäldern gibt es einen großen Kiefernbestand sowie Buchen- und Eichenwälder. Kein Wunder also, dass in diesen vielen verschiedenen Landschaften des Naturschutzgebietes sich auch recht seltenes und stark gefährdetes Getier tummelt.

Ein Mekka für Vogelarten

Unter den mittlerweile 280 Vogelarten, die beobachtet werden, ist nicht nur der rar gewordene Weißstorch zu finden. Neben Seeadler, Eisvogel, Kranich und Graureiher brüten hier allein über 11 Greifvogelarten. Hochsaison ist die Vogelzugzeit, dann sind hier zehntausende nordische Gänse, Schnepfenvögel und Enten zu bestaunen. Doch nicht nur die gefiederten Freunde lenken die Blicke auf sich. Auch der Fischotter hat sich mittlerweile einen festen Bestand gesichert und Seltenheiten wie Glattnatter und Rotbauchunke fühlen sich an Seen und im Moor besonders wohl.

Usedom – reich an Geschichte

Wer sich für vorgeschichtliche Funde und die Steinzeit interessiert, ist auf Usedom gut aufgehoben. Auf der Insel wurden bisher neben elf Großsteingräbern aus der Jungsteinzeit mehr als 90 bronzezeitliche Siedlungen gefunden und auch ein Burgwall, der auf dem Golm (slawisch „Berg“), der höchsten Erhebung der Insel, errichtet wurde.

Politisch erlebte das Eiland eine sehr wechselvolle Zeit. Vor allem im 17. Jahrhundert wurde Usedom Schauplatz vieler kriegerischer Auseinandersetzungen zwischen Brandenburg-Preußen und Schweden, bis es schließlich an Preußen ging. Um 1825 herum entdeckte Usedom dann seine touristischen Vorzüge und nahm in Swinemünde und Heringsdorf den Badebetrieb auf.

Wer nun Lust bekommen hat, die Insel Usedom auf eigenen Beinen bzw. eigenen Rädern zu erkunden, wendet sich am besten an das Naturpark­informations­zentrum. Den ganzen Sommer bietet das Informations­zentrum Fahrradtouren und Wanderungen mit ausführlichen Erklärungen über die Insel an.

Weitere Informationen sind zu finden unter
www.usedom.de

Fotos: Wolfgang Nehls (1), Siegfried Trieblaff (1)