Artikel dieser Ausgabe aus coop Exklusiv
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Schleswig-Holstein früher
Die „Dampferbrücke“ in Dahme
Für so manchen Badegast im Ostseebad Dahme war es früher ein beschwerlicher Weg bis zur Entspannung – immerhin reisten um 1900 viele Erholung Suchende von Travemünde aus mit Fischerbooten an, um sich dort mehr oder weniger trocken von den Herren der Meere an Land bringen zu lassen. Dies änderte sich erst mit der Errichtung der „Dampferbrücke“ im Jahr 1911.
Bitte keine Überlängen
Wie andere damals gebaute Seebrücken sollte auch sie zur Stärkung des Tourismus beitragen. Endlich konnte ab 1912 ein regelmäßiger Schiffsverkehr stattfinden. So fuhr ein Salondampfer mit „der schnellsten und billigsten täglichen Verbindung“ von Travemünde-Stadt.
Allerdings waren die ersten „Dampferbrücken“ nicht sonderlich langlebig. So wurde beispielsweise die Dahmer Brücke im Winter 1921/22 durch Treibeis völlig zerstört. Deshalb fallen die neueren meist kürzer aus – von so imposanten Ausnahmen wie der 500 Meter langen Mole im polnischen Seebad Sopot mal abgesehen. Außerdem sind sie mit Stahlstützen und haltbarem Bongossiholz verarbeitet. Eine Holzart, die aufgrund ihrer extremen Festigkeit für derartige Ansprüche besonders geeignet ist.
Bei Ankunft jede Menge Ruhe
Den Anstoß zum Ostseebad gab 1853 der Gastwirt Christian Wulf, der Übernachtungsmöglichkeiten anbot und somit zum längeren Verweilen am Strand einlud. Die Badevarianten seinerzeit waren allerdings beschränkt: Warmbaden in einer Tonne oder Kaltbaden aus dem Badekarren heraus.
Das Ostseeheilbad Dahme ist durch seinen besonders sanften Wellenschlag bekannt, was an der Nordsüdlage des Strandes liegt. Eine lange Promenade erschließt den steinfreien Strand. Schon in den dreißiger Jahren hat Dahme mit dem Slogan „Bad der Ferien vom Ich“ geworben, wohl aufgrund der Ruhe, der Einsamkeit und der vielen Wälder in der Nähe. Inzwischen verzeichnet Dahme mit seinen 1200 Einwohnern rund 60 000 Badegäste und 800 000 Übernachtungen im Jahr.
Nach wie vor stehen Seebäder hoch im Kurs. Das Spektrum reicht von luxuriösen Typen mit Casino und exklusiven Hotels über moderne Spaßbäder bis zu gepflegten Adressen mit besonderem Erholungswert. Für jeden Geschmack ist etwas dabei.
Gerd Thiessen



