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Samstag, 19. Mai 2012
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Eiskalt Energie gespart

Die coop eG optimiert ihren Energieverbrauch bei den Kühlanlagen.

Supermärkte verbrauchen viel Energie: Nahrungsmittel müssen gekühlt und die Verkaufsräume beleuchtet und belüftet werden. Dabei ist die Kühlung der größte Kosten- und Energiefaktor. Bis zu 60 Prozent des gesamten Energieverbrauchs fallen für die Kühlung an.

Hier setzt die coop eG auf ein effektives Energiemanagement. Denn nur durch die bessere Ausnutzung der produzierten Kälte können die Energiekosten erheblich gesenkt und die Emissionen von Treibhausgasen verringert werden.


Energiesparen für den Klimaschutz

Im Lebensmittelhandel wird zwischen zwei Arten der Kühlung unterschieden. Zum einen gibt es die Plus-Kühlung. In diesen Kühltheken herrscht eine Temperatur über null Grad. Sie dienen zum Beispiel zur Kühlung von Milch, Joghurt, Käse und Wurst sowie weiteren Convenience-Produkten wie Fertiggerichten oder Salaten. Zum anderen gibt es die Minus-Kühlung. Hierzu zählen alle Kühltruhen und –schränke für Tiefkühlprodukte, in denen die Temperaturen bei minus 18 bis 20 Grad liegen.

Durch die Vergrößerung und Ausweitung der einzelnen Sortimente sind auch die Anzahl an Kühlmöbeln und damit die Energiekosten gewachsen. Würde man – abgesehen von den vorhandenen Kühlräumen – die Längen der Kühlmöbel zusammenrechnen, ergäben sich für einen typischen sky-Markt folgende Strecken: zirka 31 Meter lange Kühlregale, 15 Meter lange Bedientheken, zwei 8,85 Meter lange Tiefkühltruhen sowie 12-türige Tiefkühlschränke mit einer Gesamtlänge von ungefähr 7,2 Metern.

Bei der coop eG werden drei Maßnahmen angewendet, um den Energieverbrauch bei den Kühlmöbeln zu senken: Dazu gehören die Verwendung von Schiebedeckeln auf Kühltruhen, der Einsatz von technisch verbesserten Kühlmöbeln und -anlagen und der Verzicht auf »steckerfertige« Kühlmöbel. Diese Einzelgeräte, die nur an den Stromkreislauf angeschlossen werden müssen, produzieren und geben so viel Wärme ab, dass zum Teil Energie aufgewendet werden muss, um den Verkaufsraum zu kühlen.


Im Verbund stark

Um dies zu verhindern, setzt die coop eG in ihren Märkten Kälteverbundanlagen ein. An diese Kreisläufe sind alle Kühlmöbel angeschlossen. Die Kühlung wird durch ein Kühlmittel gewährleistet und durch ein Thermostatverfahren geregelt. Durch den Einsatz eines speziellen Niederdruck-Kältemittels kann hier seit einiger Zeit die Kühlleistung erhöht werden. Außerdem werden bereits durch elektronische Expansionsventile an den Kühlmöbeln, die den Druck im Verdampfer regulieren, annähernd konstante Temperaturen in den Truhen und Schränken erreicht. Dadurch wird ein bedarfsgerechter Einsatz des Kühlmittels erzielt, was bedeutet, dass weniger bereits produzierte Kälteenergie verloren geht.


Deckel drauf und Strom gespart

Einfach, aber effektiv spart die coop eG auch durch Schiebe- oder Schranktüren Energie. Für die Kühl- und Tiefkühltruhen wurden dazu Glasabdeckungen verwendet. Diese spezialbeschichteten Gläser schirmen gemeinsam mit einem optimalen Abdichtungssystem die Produkte vor Wärmezufuhr durch Luftströmungen und durch die Beleuchtung ab. So sind gleich bleibende Temperaturen innerhalb der Truhen für alle Waren gewährleistet und die Ware ist vor Einflüssen von außen gesichert. Eine offene Tiefkühltruhe von zirka 7,50 mal 1,98 Meter Größe produziert pro Jahr ungefähr so viel Kohlenstoffdioxid wie vier Pkw. Durch die Verwendung der Glasschiebedeckel kann die Kohlenstoffdioxid-Belastung pro Truhe auf weniger als zweieinhalb Autos verringert werden.


Energieeffiziente Technik

Um einen bedarfsgerechten Energieaufwand zu erreichen, wird bereits ab 2009 in neu erbauten sky-Märkten ein Regelsystem eingesetzt, das unter anderem die Funktion der Verbundanlage, der einzelnen Kühlstellen, der integrierten Verflüssigerlüfter und die Kältemitteleinspritzung selbstständig überprüft und steuert. Weitere Maßnahmen wie zum Beispiel der Einsatz von Isoliertüren bei Wandkühlregalen für Milchprodukte sind bereits in der Testphase, um auch zukünftig Energie zu sparen und Ressourcen zu schonen.

anis

Kühlmöbel mit Glasabdeckung sehen nicht nur ansprechend aus und gewähren eine leichte Handhabung, sondern helfen auch Energie zu sparen.
Fotos: Henrik Matzen (2)