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Samstag, 19. Mai 2012
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Auf den Hund gekommen.

André Mau, Marktleiter des sky-Verbrauchermarktes in Rostock-Dierkow, powert sich gern aus - am liebsten auf sechs Pfoten.

Eigentlich sind wir zu dritt verabredet, doch Lennox lässt sich kurzfristig entschuldigen: Beim Fototermin am Vortag hat sich der Labrador-Schäferhund-Mischling den Lauf verstaucht. So schlendere ich allein mit André Mau ein kleines Stück durch die Rostocker Innenstadt, ehe wir es uns in einem Café gemütlich machen.

»Ich weiß auch nicht genau, wie das passiert ist, aber plötzlich kam er humpelnd aus dem Gebüsch zurück«, sagt der junge Mann mit dem dunklen Haar und rührt in seinem Cappuccino. »Ich habe ihm das Bein eingerieben und denke mal, dass in ein, zwei Tagen wieder alles gut ist.«

Viel rumgekommen.
Ein klein wenig länger als zwei Tage dauerte es schon, ehe auch beim Schulabgänger Mau alles im Lot war. 1996, als 16-Jähriger, bewarb er sich zunächst schriftlich bei der coop eG. Als die Reaktion der Personalabteilung etwas auf sich warten ließ, klopfte er zur Sicherheit auch beim »Kaufhof« in Rostock an. Ausgerechnet an diesem Tag erreichte ihn dann die Einladung zum Vorstellungsgespräch bei der Konsumgenossenschaft und bereits wenige Stunden nach dem Gespräch erhielt er die Zusage per Telefon.

Nach der dreijährigen Ausbildung schloss sich ein Förderungsprogramm an und das war nicht nur mit verschiedenen Arbeitsbereichen verbunden, sondern auch mit enorm vielen Umzügen. »Ich denke mal, dass ich in dieser Zeit über zehn Märkte in Mecklenburg-Vorpommern kennen gelernt habe.« Sinn und Zweck einer solchen Fortbildung ist es unter anderem, die Marktleiter-Anwärter mit unterschiedlichen Führungspersönlichkeiten vertraut zu machen. Also suchte sich der Teenager jedes Mal ein neues Zimmer (die coop stellt hierfür ein Extra-Budget bereit), um mal drei, mal fünf Monate am Stück die Feinheiten der Team-Führung an einem Standort kennen zu lernen.

Seit nunmehr sieben Jahren hat er sein eigenes Team: acht festangestellte Mitarbeiter, sechs weitere in der Frische-Abteilung sowie fünf Azubis. Letztere liegen ihm nicht zuletzt deshalb am Herzen, weil er selbst mal einer war und überzeugt ist, dass man die verborgenen Talente eines noch jungen Menschen besonders gut herausbilden und fördern kann. Deshalb schätzt er es auch, dass er maßgeblichen Einfluss auf die Auswahl seiner Schützlinge nehmen kann.

Lennox hält ihn auf Trab.
Zielstrebig und diszipliniert wirkt der 32-Jährige – und diese Eigenschaften bringt er auch in sein regelmäßiges Sportprogramm ein, sei es, dass er zuhause Hanteln stemmt und Situps macht oder aber sich in der Umgebung mit dem Mountain-Bike auspowert. Auf Touren bringt ihn aber vor allem Hund Lennox, mit dem er spätestens am Wochenende zu einem langen Spaziergang an den Strand rausfährt.

Überhaupt: Schichtdienst und Hund, wie bekommt man das eigentlich unter einen Hut? »Ohne meine Eltern wäre das zweifellos nicht möglich. Aber ich habe das Glück, dass sie in der Nähe von meinem Arbeitsplatz wohnen, so kann ich bei günstigen Schichten Lennox direkt nach der Arbeit zu mir nehmen.« Der Hund ist aber nicht das einzige Bindeglied zwischen Sohn und Familie, der Zusammenhalt bei den Maus wird überhaupt großgeschrieben. Weil die Kräfte seiner Mutter nachgelassen haben und sein jüngerer Bruder auf Grund einer chronischen Nierenerkrankung nicht so belastbar ist, greift er beiden unter den Arm, wann immer es geht.

Doch auch sonst würde ihn so gut wie nichts aus Rostock wegbringen. Die Nähe zum Meer, der immer frische Wind, die Straßen und Ecken, die er seit seiner Kindheit kennt: All das bedeutet ihm sehr viel. Nur einmal im Jahr, im späten Herbst, gönnt er sich eine sonnige Auszeit auf den Kanarischen Inseln.

So gar keinen Bezug hat er dagegen zum Vereinsfußball und deshalb finden die Spiele des Hansa Rostock auch ohne ihn statt. »WM und EM sehe ich wirklich gern, aber für die Bundesliga kann ich mich nicht begeistern. Mal ehrlich: Wenn Normalsterbliche mal einen Fehler machen in ihrem Job, gibt es sofort eine Abmahnung. Bei denen aber fliegt nicht der Spieler, sondern gleich der Trainer. Dabei verdienen die doch alles Geld der Welt.«

Da backt Mau seine Brötchen doch lieber eine Nummer kleiner. Im Moment will er sich einen anderen Job als den eines Marktleiters gar nicht vorstellen, aber für die fernere Zukunft schließt er einen Wechsel in den Vertrieb nicht aus. Den Handelsfachwirt dafür hat er jedenfalls seit 2010 in der Tasche ... espa

André Mau legt großen Wert auf Nachwuchsförderung.