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Samstag, 19. Mai 2012
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72 Stunden Schleswig-Holstein-Tag in Eckernförde

Der Schleswig-Holstein-Tag

Auf dem diesjährigen Schleswig-Holstein-Tag vom 19. bis 21. Mai in Eckernförde informierten ca. 150 Vereine, Verbände und Organisationen über ihre Tätigkeit. Auf acht den Farben nach getrennten Meilen fand das Fest unter dem Motto „So bunt wie unser Land“ statt. Präsentiert wurden die Bereiche Politik und Gesellschaft, Hilfe, Schutz und Rettung, Sport und Freizeit, Religion und Kirche, Bildung und Kultur, Gesundheit und Soziales, Küste und Meer sowie Landwirtschaft und Umwelt.

Das Fest der Vereine

Der Schleswig-Holstein-Tag, seit 1978 jährlich und seit 1990 alle zwei Jahre zentral in einer Stadt gefeiert, hat das Ziel, die Beziehung der Menschen zum Lande zu stärken und zur Pflege der Volkskunst und des Sports sowie zu aktivem Natur- und Landschaftsschutz beizutragen. Dank des Engagements aller Beteiligten hat sich der Tag neben der Kieler Woche zum größten (mehrtägigen) Fest im Land entwickelt (die Kieler Woche dauert übrigens auch nicht nur sieben, sondern neun Tage …).

Maritim feucht

Zugegeben, das Wetter bot an diesem Eckernförder Wochenende erneut reichlich Grundlage für Diskussionen. Während sich die einen unter dauerhaft aufgespannten Regenschirmen verschanzten, ergaben sich die anderen dem Willen des Wettergottes und nahmen es mit Humor. So brachte es eine Aushilfskraft an einem der zahlreichen Verkaufsstände folgendermaßen auf den Punkt: „Was wollen wir auch mit Mallorca-Wetter? Dies ist der Schleswig-Holstein-Tag.“

Immerhin blieb das erwartete „Donnerwetter“ aus. Und wenn es auch nach außen hin trübe war, in die Köpfe hielt dieser Zustand keinen Einzug. Wind und Wetter zum Trotz gaben einige Seebären, die einen Stand für sich in Beschlag genommen hatten, unter Begleitung eines Schifferklaviers gutgelaunt Shantys zum Besten.

Ein gelungener Auftritt

Auf den drei Groß- und mehreren Kleinbühnen wurde während des gan­zen Wochenendes im professionellen Stil ein tolles Programm geboten. Auch auf und vor der „Unser Norden“-Bühne der coop Schleswig-Holstein war beste Stimmung. Komödiantische Einlagen, unter anderem von Klaus und Klaus, Rock von Petra Zieger, Sweety Glitter & The Sweethearts und der Wayne Morris Band, Chris Norman & Band live – Highlights, die sich wie die Perlen an der Kette reihten. Da rückte die Grauwolkenarmada zumindest gedanklich in weite Ferne.

Überraschend kam am Samstagabend, als die Rockparty auf der „Unser Norden“-Bühne bei Hochstimmung zeitlich dem Ende entgegenging, kurzfristig die amtliche Erlaubnis: Es darf noch eine Weile weitermusiziert werden. Das ließ man sich nicht zweimal sagen!

Unser Norden

Ziel des Schleswig-Holstein-Tages war und ist es, die Gemeinschaft der Schleswig-Holsteiner zu stärken, den Sinn für das Wir-Gefühl zu schärfen. Das Motto könnte genau wie der Name der coop-Eigenmarke lauten: „Unser Norden“!

Die blauen Produkte waren sowohl zum Probieren als auch Kaufen der Renner. Selbst das bescheidene Wetter minderte keineswegs das Interesse der Leute an den Veranstaltungsaktivitäten und den Verkaufsständen, stellte ein Mitarbeiter des „Unser Norden“-Teams fest.
Über acht Meilen musst du gehen.

Ein echter Renner war der von der Polizei gestellte Fahrsimulator, bei dem die Probanden in bester Autoflitzermanier ihre Fähigkeiten testeten.

Mit dem kleinen Unterschied, dass sie simulierte 0,8 Promille intus hatten. Das Technische Hilfswerk stellte auf einem größeren Areal eine mögliche Katastrophenszenerie nach und schilderte ihr übliches Vorgehen. Rettungshündin Miss Marple löste ihre Aufgabe indes souverän. Kein Wunder, bei dem Namen!

Großer Andrang herrschte vor einem zur Visite freigegebenen U-Boot der Marine. Offensichtlich genoss das Abtauchen an jenem Tag einen besonderen Stellenwert. Nicht aber bei allen. Am Strand übten sich die Jüngsten im Beach Soccer – unter Bedingungen, die wohl selbst Klinsmanns Fitnesstests in den Schatten stellen.

Das Beste zum Schluss

Vielleicht am nachhaltigsten bleibt die Aktion des Kreisjugendzentrums der AWO Rendsburg-Eckernförde in Erinnerung: der Lachsack. Ein in einem großen Sack hockender Erwachsener, der mitten in Eckernfördes Geschäftsstraße laut und unnachgiebig lachte.

So unvermittelt, so spontan, dem konnte man sich einfach nicht entziehen. Irgendwie entlockte es doch jedem Vorbeiziehenden zumindest ein Schmunzeln.

Bleibt nur zu hoffen, dass sich das alte Sprichwort von dem, der zuletzt lacht, bewahrheitet und sich niemand bei dem Schmuddelwetter noch eine Erkältung eingefangen hat.

Fotos: coop